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Buchrezension
Meilensteine der beruflichen Bildung- Neue Reihe des Bertelsmann-Verlages stellt internationale Forschungsergebnisse vor

Frank Achtenhagen, Ernst G. John  (Hrsg.) - Meilensteine der beruflichen Bildung

Die Lehr-Lern-Perspektive (Band 1) 
ISBN 3-7639-3015-9, 480 Seiten
Institutionelle Perspektiven beruflicher Bildung (Band 2) 
ISBN 3-7639-3016-7, 390 Seiten
Politische Perspektiven beruflicher Bildung (Band 3) 
ISBN  3-7639-3017-5, 412 Seiten
je 29,90 €

Die Berufsbildungsforschung verzeichnet rasante Erkenntniszuwächse. Weltweit entstehen Studien, die sich unter anderem mit der Effizienz von E-Learning oder neuen pädagogischen Konzepten wie dem selbst gesteuerten Lernen befassen. Gleichzeitig müssen sich die Experten neuen Herausforderungen stellen, beispielsweise gewandelten Qualifikationsanforderungen in der Arbeitswelt von morgen.

Frank Achternhagen und Ernst G. John haben die relevanten Entwicklungen der Berufsbildungsforschung gesichtet, gesammelt und in der neuen Reihe “Meilensteine der beruflichen Bildung” herausgegeben. In drei Themenbänden stellen sie die zukünftigen Aufgaben der Berufsbildungsforschung zweisprachig (deutsch/englisch) vor.

Die Bände dokumentieren die Ergebnisse eines internationalen Kongresses zur Berufsbildungsforschung, der im September 2000 an der Georg-August-Universität Göttingen vom Seminar für Wirtschaftspädagogik in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veranstaltet wurde.

Wir möchten an dieser Stelle vorrangig den Band 1 mit dem Titel "Die Lehr-Lern-Perspektive - The Teaching-Learning Perspective" vorstellen. 

Er gibt auf prallen 480 Seiten einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der deutschen und internationalen Berufsbildungsforschung auf den Gebieten des Lehrens und Lernens. Dazu gehören Forschungen im Rahmen des berufsbezogenen DFG-Forschungsprogrammes, der Europäischen COST Action A11 "Transferability, flexibility and mobility as targets vor vocational training education and training", aber auch des US-weiten Programms "How People Learn". 

Daneben werden zentrale Forschungsfragen und entsprechende Antworten aus anderen europäischen Ländern oder aus dem pazifischen Raum vorgestellt. Themen sind u.a. selbstorganisiertes Lernen, sozial-kulturelles Lernen, Master Learning, Betriebserkundungen, problemlösendes Handeln, Fragen des Lernens mit Medien. 

Die Themen im Detail:

  • Einführung
  • Zur Verknüpfung von Lerntheorie und Unterricht: Prinzipien und Möglichkeiten
  • Berufliches Wissen
  • Forschungsergebnisse und Forschungsaufgaben in Bereich der kaufmännischen Erstausbildung
  • Neue Perspektiven zu den Konzepten des Transfer, Boundary Crossing und Expansive Learning
  • Lernen in komplexen Lernumgebungen
  • Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich der Berufsbildung
  • Arbeiten des Seminars für Wirtschaftspädagogik der Georg-August-Universität Göttingen: Mastery Learning in der Ausbildung von Industriekaufleuten; Wissenserwerb: Vorteile des Lernens am Arbeitsplatz; Problemlösen im Bankcontrolling: Entwicklung, Einsatz und Evaluation einer komplexen Lehr-Lern-Umgebung; Förderung des Wissenstransfers in der betrieblichen Ausbildung von Bankkaufleuten; Schwerpunkte der Forschung zu komplexen Lehr-Lern-Umgebungen - ein Kommentar zum Forschungsprogramm des Göttinger Seminars für Wirtschaftspädagogik.
Die Autor/innen: Frank Achtenhagen, Carmela Apere, Klaus Eck, Michael Bendorf, Klaus Bremer, Erich de Orte, Sanne Dijkstra, Hermann G. Ebner, Yrjö Engeström, Dieter Euler, Bärbel Fürstenau, Klaus Hahne, Stefanie Hillen, Ernst G. John, Pirjö Lambert, Sirja Lehti, Erno Lehtinen, Heinz Mandl, James W. Pellegrino, Sandra Reinkensmeier, Sami Salmi, Gavriel Salomon, Detlef Sembill, Peter F. E. Sloane, John Stevenson, Terttu Tuomi-Gröhn.

Wer sich für internationale Befunde zur Berufsbildungsforschung aus dem Blickwinkel wichtiger Expert/innen (zum Teil in englischer Sprache - allerdings mit deutscher Zusammenfassung) interessiert, kann diese Buchreihe nur empfohlen werden. 

Wolfgang Schmitt-Kölzer
 

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