Pressemitteilung

Das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik hat im August
1999 den zweiten Band der INBAS Reihe Berichte und Materialien mit dem Titel

Lernen mit neuen Informations- und Kommunikationstechniken Lernsoftware und Lernen mit dem Internet

herausgegeben. Die Veröffentlichung wurde im Rahmen der Modellversuchsreihe "Innovationen in der Berufsausbildungsvorbereitung" (INKA 1) erarbeitet. Diese wird gefördert durch die Bundesanstalt für Arbeit und – aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds – durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung.

Lernsoftware und die neuen Informations- und Kommunikationstechniken spielen in der beruflichen Bildung eine immer größere Rolle. Band 2 unserer Reihe "Berichte
und Materialien" stellt Texte zum Thema "Lernen mit neuen Informations- und
Kommunikationstechniken - Lernsoftware und Lernen mit dem Internet" vor, die seit 1996 im Rahmen verschiedener INBAS-Projekte erarbeitet und bislang nicht
veröffentlicht wurden. Ergänzt wird diese Sammlung von Arbeitspapieren durch
einige Beiträge, die dem "Computer-Magazin für berufliche Bildung und
Förderunterricht" und dem Buch "DocBrown, die Power-Girls und der Rap der
Moccas - niederschwellige Angebote am IMBSE" entnommen sind.

Mit dieser Textsammlung wollen wir Anstöße liefern, die Diskussion um den
Einsatz der neuen Medien und der neuen Informations- und
Kommunikationstechniken in der beruflichen Bildung benachteiligter Jugendlicher
ein Stück voranzubringen. Der Fokus liegt dabei auf den ausbildungsvorbereitenden
Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit.

Den Anfang machen Beiträge, die grundsätzlich in das Thema einführen. Daneben
finden Sie Lernsoftwarebesprechungen und -beschreibungen, einen
Handlungsleitfaden zur Auswahl von Lernsoftware und Online-Lernangeboten,
Praxisanalysen und Hilfestellungen zur Einführung der neuen Technologien in den
Maßnahmealltag. Eine Linkliste mit interessanten Internetseiten und eine
umfangreiche Literaturliste zum Thema runden den Band ab. Zur besseren
Einordnung der einzelnen Texte im folgenden einige Anmerkungen:

1.Der Beitrag "Traditionelle Unterrichtsformen, computerunterstütztes
Lernen und Lernen mit dem Internet im Vergleich" entstand 1996/97
im Rahmen des INBAS-Projektes "Personalfortbildung in der
Ausbildungsvorbereitung" (PFAU). Claudius Rudolf beschäftigte sich mit
diesem Arbeitsschwerpunkt im Rahmen seines Studiums und eines
entsprechenden Praktikums, das er bei INBAS absolvierte. Trotz der
rasanten Entwicklung, die insbesondere das Lernen mit dem Internet
seitdem genommen hat, ist dieser Text unverändert nützlich. Er stellt die
wesentlichen Aspekte von Multimedia vor (Definition von Multimedia,
didaktisch-methodische Konzepte, Möglichkeiten von Multimedia-Anwendungen, Sinn und Unsinn von Kriterienkatalogen etc.) und bietet einen guten Einstieg in dieses Thema. 

2.Der Beitrag "Einsatz neuer Medien in der Berufsausbildungsvorbereitung" dokumentiert das Referat und Seminarunterlagen von Wolfgang Schmitt-Kölzer aus der Fortbildung "Einsatz neuer Medien in der Berufsausbildungsvorbereitung". Diese Fortbildung wurde 1998 im Rahmen der Modellversuchsreihe "Innovationen
in der Ausbildungsvorbereitung (INKA)" durchgeführt.

3.Teil dieser Fortbildung war die intensive Auseinandersetzung der
Teilnehmer/innen mit Checklisten und aussagefähigen Kriterien, um die
Auswahl geeigneter Lernsoftware und angemessene Strategien für ihren
Einsatz in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen bestimmen zu
können. Das in dieser Diskussion erarbeitete Material wurde von Michael
Kendzia und Claudius Rudolf als "Handlungsleitfaden zur Auswahl von
Lernsoftware in Stichworten" formuliert.

4."Ausgewählte Lernsoftware für den Einsatz in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen" enthält Kurzbeschreibungen von Lernprogrammen, die von
Mitarbeiter(inne)n des SOS-Berufsausbildungszentrums Nürnberg im Rahmen ihres Modellversuchs in der Modellversuchsreihe INKA getestet und bewertet wurden. Zusammengestellt wurde die Auswahl von Jürgen Früh.

5.Das halbjährlich erscheinende "Computer-Magazin für berufliche
Bildung und Förderunterricht", herausgegeben vom "Arbeitskreis
Computer" der LERNEN FÖRDERN Trägergesellschaft Rheinland-Pfalz
e.V., ist eine zuverlässige Fundgrube bei der Suche nach pädagogisch verwertbaren Neuerungen "rund um den Computer". Kapitel fünf stellt einige
"ausgewählte Lernsoftwaretests" (aus CM 14 vom Januar 1999) vor und
nennt die Bezugsquelle für über 100 weitere Programmtests.

6.Die Analyse zum "Einsatz von Lernprogrammen (CBT) im Fachbereich
Deutsch bei lernschwachen Schülern an beruflichen Schulen" von
Isolde Fleuchaus ist ebenfalls ein Nachdruck aus der vorgenannten Nr. 14
des Computer-Magazins. 1995 bis 1998 wurde am Landesinstitut für
Erziehung und Unterricht in Stuttgart ein bundesweit beachteter
BLK-Modellversuch zum Einsatz von Lernprogrammen im Unterricht an
beruflichen Schulen durchgeführt. Die Autorin betreute in diesem
Modellversuch den Fachbereich Deutsch; Zielgruppe waren lernschwache
Schülerinnen und Schüler aus Berufsvorbereitungsjahren und aus dem
Stützunterricht in Berufsschul-Regelklassen.

7.Der Beitrag "Lebenslanges Lernen – Auf dem Weg zur informierten
Gesellschaft?" von Frank Schitteck thematisiert die Verteilung
gesellschaftlicher Chancen und Risiken in der "Informationsgesellschaft".
Der Autor sieht die Tendenz zur "info-medial" verschärften gesellschaftlichen
Ausgrenzung von "Lernunfähigen" und "Lernunwilligen" und kommt zu dem
Schluß, daß insbesondere die Frage der Chancengleichheit beim Zugang zu
den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien die
Benachteiligtenförderung stark beschäftigen sollte.

8.In der dritten Trägerkonferenz der Modellversuchsreihe INKA (im März 1999)
beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema "Neue
Informations- und Kommunikationstechnik in der Ausbildungsvorbereitung". Kapitel acht dokumentiert das Einstiegsreferat von Michael Kendzia sowie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe. Diese formulierte die Erfahrungen, die die beteiligten Modellversuchsträger mit dem Einsatz von Informations- und
Kommunikationstechnik in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit gesammelt haben, und benannte die Voraussetzungen für den erforderlichen verstärkten Einsatz von IuK-Techniken in den Qualifizierungsmaßnahmen für benachteiligte Jugendliche.

9."Was hat eine CD-Abteilung mit niederschwelligen Angeboten zu
tun?" In ihrer Antwort auf diese Frage stellt Petra Druckrey u. a. ein
Internet-Café vor, das "niederschwellige" Möglichkeiten der Berufsorientierung im Angebot hat. In diesem Café, das sich konzeptionell an der offenen Jugendarbeit ausrichtet, können die Jugendlichen nicht nur im Netz surfen und chatten, sondern sich auch ganz unverbindlich bei den Sozialpädagog(inn)en über Berufsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Macht Lust auf mehr solcher Angebote – auch zur niederschwelligen Annäherung von Pädagog(inn)en an IuK ....

10.Die Liste "Interessante Internetseiten zum Thema Lernen mit neuen
Medien" enthält eine Auswahl aus der Linksammlung des
INBAS-Angebotes für Mitarbeiter/innen und Fachöffentlichkeit im Bereich
der beruflichen Qualifizierung benachteiligter Jugendlicher (http://www.inbas.com). Sie wurde von Michael Kendzia und Claudius Rudolf zusammengestellt.

Die Veröffentlichung ist durch schriftliche Anforderung zu einem Selbstkostenpreis von 20,00 DM zu beziehen bei: INBAS GmbH, Kaiserstraße 61, 60329 Frankfurt am Main; Fax: 0 69/2 72 24-30 oder E-Mail: bestellung@inbas.com oder
kann kostenlos von der INBAS Homepage (http://www.inbas.com)
heruntergeladen werden.

Pressemittteilung vom 16. September 1999

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