Computer-Magazin

 
Buch-Rezension

Gunnar Pfeil, Manfred Hoppe, Klaus Hahne (Hrsg.) Neue Medien - Perspektiven für das Lernen und Lehren in der beruflichen Bildung, hrsg. vom Bundesinstitut für Berufsbildung, Band 251 der Berichte zur beruflichen Bildung, 2001, 271 Seiten, Preis: € 26,50 
(Erschienen im W. Bertelsmann Verlag Bielefeld).

„Den neuen Medien – Multimedia und E-Learning – kommt in der Gewichtsverlagerung von der Industriegesellschaft zur sog. Wissensgesellschaft eine Bedeutung zu, die weit über das Forschungsfeld beruflicher Bildung hinausweist. 

Im gesamten Bildungsbereich von der allgemeinbildenden Schule über die Berufsbildung bis zur lebensbegleitenden Weiterbildung werden die Neuen Medien (Multimedia und Internet) vielfältige Veränderungen bewirken. Durch die Nutzung universeller Computernetze in der Bildung können z.B. die traditionellen Orts- und Zeitbindungen des Lehens und Lernens aufgehoben und flexibilisiert werden. 

Auch in der beruflichen Bildung begann seit Mitte der 80er Jahre die Verbreitung von Lernsoftware, seit Anfang der 90er wurde diese Lernsoftware multimedial, seit Mitte der 90er setzte die Entwicklung multimedialen Telelernens ein. ... Es ist ein besonderes Verdienst des vorliegenden Buches, lernpsychologische, mediendidaktische und technologische Fundierungen für die Gestaltung von mediengestützten Lernkonzepten und den Einsatz von konkreten neuen Berufsbildungsmedien miteinander zu verknüpfen. Der informationstechnologischen Ausstattung von Schulen und anderen Lernorten der beruflichen Bildung und dem Nutzen von Intra- und Internet sowie dem Anwenden von multimedialen Lernwelten wird in Beiträgen in diesem Band besondere Aufmerksamkeit geschenkt. 

Das Buch enthält konzeptionelle Aussagen zum Einsatz und zur Gestaltung von Multimedia und E-Learning, bringt Forschungsergebnisse zu neuen Medien in Arbeitswelt und Berufsbildung und stellt Beispiele konkreter Multimediaentwicklungen und ihrer Anwendung an unterschiedlichen Lernorten vor.“ (aus dem Vorwort)

Die Beiträge im Einzelnen:

Einführung

Teil 1

  • Ernst Ross, Moderne Lerntechnologien in Schule und Berufsbildung
  • Wolfgang Frede, Leitlinien zur Entfaltung von Medienkompetenz
  • Bardo Herzig, Lerntheoretisch und didaktisch begründete Anforderungen an Lernumgebungen zum selbstgesteuerten Lernen 
  • Wolfgang Ihbe, Lernen mit Multimedia – ein Beitrag zur Förderung beruflicher Handlungskompetenz
Teil 2
  • Klaus Hahne, Multimedia im Handwerk – Schwierigkeiten und Entwicklungen
  • Erich Behrendt, Multimediale Lernarrangements im Betrieb
  • Walter Kempf, Der wundersame Querverweis – Aufbau, Gestaltung und Design von kundenorientierten Lernplattformen
  • Wolfgang Frede, Bausteine für den Erwerb von Medienkompetenz – Howtos für Lehrende
  • Frank Janke, Voraussetzungen und Praxis der Schulvernetzung
  • Peter Schenkel, Die Qualität von Lernprogrammen evaluieren
Teil 3
  • Katja Brause/Werner Gerwin, Computergestützte Medien – Mittler zwischen Herstellerinnovation und beruflicher Erstausbildung
  • Manfred Hoppe, Zum Verhältnis von virtuellem und authentischem Lernen in der Berufsbildung
  • Otmar Jacobs/Andreas Riese/Gerhard Zengerling, Multimediales Lernen am Beispiel von Gasgeräten 
  • Michael Sander/Jörg Veit, Virtueller Kundenauftrag SLK im Internet – ein Erfahrungsbericht
In der vorliegenden Publikation, die in verständlicher Sprache geschrieben ist, werden alle wesentlichen Aspekte der gegenwärtigen Diskussion um Neue Medien (in der beruflichen Bildung) erörtert. Besonders hervorzuheben sind  die praxisorientierten Beschreibungen von multimedialen CBT-Produktionen (vorrangig aus dem Bereich der Energie- und Heizungstechnologie) und internet-gestützten Lernarrangements. 

Den Stuttgarter Wirtschaftsmodellversuch SLK ("Gewerkeübergreifende Zusatzqualifikationen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Sanitär-, Heizungs-, Klima und Elektrohandwerk“), der Anfang 1999 begann und bis 2003 laufen soll, werden wir hier in Kürze in der Rubrik „Modellversuche“ des Computer-Magazins vorstellen.

Das Buch ist unbedingt empfehlenswert.

Wolfgang Schmitt-Kölzer 

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