Computer-Magazin

 

Digitales Klassenzimmer soll Lernen aus der Kreidezeit führen

Auch kreativen Lehrern fällt es in der heutigen Zeit nicht gerade leicht, lediglich mit Tafel und Kreide einen attraktiven Unterricht zu gestalten, der dabei auch noch den unterschiedlichen Lerngewohnheiten der Schüler gerecht wird. Dies ist seit langem hinlänglich bekannt, geändert hat sich aber an deutschen Schulen so gut wie nichts. Zwar erobern die digitalen Medien immer mehr unseren Alltag, der Zugang zum Klassenzimmer bleibt ihnen aber weitestgehend verschlossen. Dies soll sich ändern, wenn es nach den Vorstellungen von FDP-Vize Cornelia Pieper geht. So forderte sie bei einem Besuch der Beucke Realschule in Berlin Zehlendorf, eine der wenigen "Laptop-Schulen" in Deutschland, konsequent die Chancen digitaler Medien für den Unterricht zu nutzen: „Bildungsverantwortliche in Deutschland müssen dafür Sorge tragen, dass jedes Kind und jeder Jugendlicher entsprechend seinen individuellen Gewohnheiten optimal und effizient lernen kann“, so Pieper.

Mit dieser Überzeugung steht sie dabei nicht alleine. Auch die anwesenden Schüler der Beucke Realschule bestätigen, dass durch den Einsatz von interaktiven elektronischen Tafeln im Klassenzimmer und der Nutzung von Laptops der Unterricht für sie spannender und anschaulicher geworden sei. Ob Pythagoras oder faradayscher Käfig, dank der neuen Medien verstehen auch weniger theoretisch begabte Schüler die Gesetze der Mathematik oder Physik besser.
Der Umstieg von der alten Schiefertafel ist allerdings bisher in den wenigsten Klassenzimmern gelungen. Cornelia Pieper sieht in der fehlenden Weiterbildung der Lehrkräfte eine wesentliche Ursache hierfür: „Wenn die Bundesbildungsministerin aktuell einen Laptop für jedes Schulkind fordert, dann hört sich das zunächst einmal fortschrittlich an, bringt uns aber keinen Schritt weiter. In der Wirtschaft gilt: Jede Technik ist nur so gut wie der Mensch, der sie bedient. Und das ist auch im Unterricht nicht anders. Für guten Unterricht brauchen wir zuallererst gut qualifizierte und hoch motivierte Lehrer. Erst dann kommen moderne digitale Medien.“ Nach ihren Vorstellungen ergibt aus dieser Einsicht auch eine klare Reihenfolge für das politische Handeln. So muss zunächst einmal klar sein, wie in Deutschland die Lehrer auf den Einsatz von modernen digitalen Medien vorbereitet werden können und dann erst Überlegungen angestellt werden, wie die Klassenzimmer optimal auszustatten sind.

Diese Vorstellungen werden von namhaften Vertretern der IT-Branche durchweg unterstützt. „Ohne die Qualifizierung der Lehrer ist das Schüler-Notebook nur die Hälfte wert. Das ist bedauerlich, da in dem "kleinen Helfer" erhebliche pädagogische Potenziale stecken, die der Unterricht in Deutschland durchaus benötigt, um weltweit eine Spitzenposition zu erlangen“, so Bernd Bielmeier von Intel.

Der Q-Verband sieht im Digitalen Klassenzimmer den ersten wichtigen Baustein für ein lebenslanges Lernen und unterstützt daher vehement diese Investition in die Zukunft Deutschlands.

Ansprechpartner:
Wolfgang Reuter
Bundesverband Berufliche Qualifizierung e.V.
German Qualification Federation
Enfieldstr. 112
D-45966 Gladbeck

fon: +49 2043 489626
fax: +49 2043 489627

Quelle: newsletter Initiative D21                                    



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