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Medienwelten von Jugendlichen für Bildungsprozesse nutzen
Studie zum Medienhandeln in Hauptschulmilieus vorgestellt

Jugendliche aus bildungsfernen Milieus lassen sich durch gezielte Medienarbeit ansprechen. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF), die das Bundesbildungsministerium in Auftrag gegeben hat.

Die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung zum Medienhandeln in Hauptschulmilieus wurden auf der Fachtagung "Soziale Ungleichheit - Medienpädagogik - Partizipation" in Bonn präsentiert. Die Analyse gibt einen systematischen Einblick in den Medienumgang von Hauptschülerinnen und Hauptschülern aus sozialen Brennpunkten in Deutschland. Sie zeigt, dass der Umgang mit Internet, Computer, Handy und Spielkonsole bei den Jugendlichen alltäglich ist und eine wichtige Rolle einnimmt.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu: "Wenn wir den Umgang mit Medien bei Jugendlichen besser verstehen, können wir auch die Bildungsprozesse in diesem Bereich optimieren: Wir müssen die informell erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen Jugendlicher nutzen, um ihnen auch darüber hinaus gehende Kompetenzen mithilfe der Medien zu vermitteln und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen."

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass virtuelle Räume für viele Hauptschülerinnen und Hauptschüler neue Möglichkeiten bieten. Die Faszination, mit Medien zu interagieren und mit Medien selbst aktiv zu gestalten ist eine ideale Voraussetzung, um sich in soziale Zusammenhänge einzubringen und sich am sozialen Leben zu beteiligen. Schavan betonte die Bedeutung für die pädagogische Arbeit: "Wer Werte und Kompetenzen vermitteln möchte, der muss den Weg über die Medien gehen und die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich bewegen und für was sie sich interessieren."

Die Studie basiert auf der Befragung von rund 1000 Jugendlichen im Alter von 6 - 10 Jahren, davon zwei Drittel mit Migrationshintergrund.

Systematisch untersucht werden die Medienaneignung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern in Deutschland. Der Fokus liegt auf kommunikativen, spielorientierten und produktiven Umgangsweisen mit Computer, Internet, Spielkonsole und Handy: Sich austauschen und Beziehungen pflegen in Communities oder über Instant Messenger, am Computer spielen und sich kreativ mit Fotos und Videos beschäftigen ist für diese Zielgruppe selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags. In ihrer Medienaneignung wird deutlich, wo die Ressourcen für einen selbstbestimmten Medienumgang, für die Teilhabe an der sozialen Welt und für die Erweiterung von Fähigkeiten liegen, die ihrerseits für Bildungsprozesse nutzbar gemacht werden können.

Quelle: BMBF Pressemitteilung 


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