Computer-Magazin

 
CHIP-Jugendstudie „Kids am Computer“ - Weniger PCs, schlechtere Lehrer - Hauptschüler klar im Nachteil

Immer wieder beklagen Bildungsexperten die Härten und Ungerechtigkeiten des dreigliedrigen Schulsystems. Eine neue Untersuchung dürfte Wasser auf die Mühlen dieser Kritiker sein: Wie eine soeben veröffentlichte Studie belegt, bekommen die ohnehin privilegierten Gymnasiasten am häufigsten Computer-Unterricht – auf den besten PCs, von den besten Lehrern.


Durchgeführt wurde die CHIP-Studie „Kids am Computer“ vom renommierten Marktforschungsinstitut „iconkids & youth“, das 10-19-Jährige Schüler an allgemeinbildenden Schulen zu ihrer PC-Nutzung zu Hause und in der Schule befragte. Beim Themenbereich Computer-Erfahrung überraschten die Aussagen der jüngsten Befragten. Demnach können fast alle 10-11-Jährigen zu Hause einen Rechner nutzen (85 Prozent), fast jeder Zweite der Altersgruppe ist mehrmals pro Woche im Internet, jeder Vierte wird zu Hause in Sachen Computer um Rat gefragt. Im Widerspruch zum großen PC-Interesse der 10-11-Jährigen steht jedoch der Stellenwert der Computernutzung an deutschen Schulen. Nur jeder Fünfte aus der Altersgruppe hat in der Schule Computer- oder EDV-Unterricht. Markus Martin, Leiter der CHIP-Marktforschung, kommentiert dieses Studien-Ergebnis kritisch: „Statt die hohe Computer-Affinität der jungen Schüler mit adäquatem Unterricht zu begleiten und zu fördern, hinkt das Bildungssystem der Realität in deutschen Kinderzimmern hinterher.“

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Insgesamt lässt die Schulausstattung mit PCs noch zu wünschen übrig. Nur 71 Prozent der Schüler aus den alten Bundesländern geben an, an ihrer Schule Computer nutzen zu können. In den neuen Bundesländern sind es immerhin 79 Prozent. Generell verfügen mehr Gymnasien (85 Prozent) über digitale Technik als Real- (74 Prozent) und Hauptschulen (60 Prozent). Die Qualität der Schulcomputer gibt oft Grund zur Beanstandung. Der CHIP-Studie zufolge beschweren sich vier von zehn Schülern, dass die Rechner oft nicht richtig funktionieren. In Hauptschulen ist die Qualität der Rechner noch etwas schlechter, hier monieren 46 Prozent der Schüler Mängel in der IT-Ausstattung.

Auch die Intensität der PC-Nutzung differiert nach Schultyp: Im Gymnasium wird der Rechner deutlich häufiger und früher eingesetzt. Bei Real-und Hauptschulen kommt der Computer erst in den letzten Klassen verstärkt zum Einsatz. Besonders ausgeprägt ist die digitale Kluft bei der quantitativen PC-Ausstattung: Während 38 Prozent der Gymnasiasten im IT-Unterricht einen PC für sich alleine haben, sind es an den Hauptschulen nur 28 Prozent. Bei der Bewertung der IT-Lehrer gibt es ebenfalls ein Missverhältnis zwischen den Schultypen. Die Schüler durften ihr IT-Lehrer benoten. Am Gymnasium erhielten die IT-Lehrer die Durchschnittsnote 2,6. Ihre Kollegen an den Hauptschulen mussten sich mit einer 2,9 zufrieden geben.

Unabhängig vom Schultyp stimmt jeder vierte Schüler der Aussage zu: „Ich langweile mich im EDV-Unterricht und mache andere Sachen am Computer.“ Ebenfalls bei 25 Prozent liegt die Quote der Schüler, die folgendem Statement zustimmen: „In meiner Klasse waren Mitschüler im Unterricht heimlich auf für Jugendliche verbotene Seiten.“ CHIP-Marktforscher Martin warnt vor falschen Schlüssen: „Ob die Unterforderung im Unterricht zwangsläufig zu krassem Fehlverhalten der Schüler führt, sei dahingestellt. Die CHIP-Jugendstudie zeigt aber eindeutig, dass es um die digitale Kompetenz an unseren Schulen nicht gut bestellt ist. Vor allem an den Hauptschulen müssen die Ausbildung der Lehrer und die IT-Ausstattung möglichst schnell verbessert werden.“


Die Analyse der Studie ist in der aktuellen CHIP 04/2008 zu finden, die derzeit im Handel erhältlich ist. Zudem stellt CHIP die komplette Studie kostenlos zum Download zu Verfügung. Sie kann unter www.chip.de/media heruntergeladen werden.

Über CHIP
CHIP, das Magazin für die digitale Welt, bietet kritisch kompetente Informationen über technische Entwicklungen und stellt die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in Folge der Digitalisierung dar. CHIP erreicht 1,55 Millionen Leser pro Ausgabe und gehört damit zu den Spitzentiteln der IT- und Kommunikationsbranche. Das Magazin ist nicht nur in Deutschland erfolgreich: CHIP ist eine internationale Marke und derzeit in 16 Ländern Europas und Asiens vertreten. In vielen dieser Länder ist CHIP Markt- oder Meinungsführer.

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Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst renommierte und erfolgreiche Medien der Marke CHIP. Dazu zählen Line Extensions, Bücher, Specials oder DVDs. CHIP Communications ist die deutsche Tochtergesellschaft der international agierenden CHIP Holding GmbH, München.

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Referenz: teachersnews.net


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