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PISA II: Medienkompetenz stärken - Initiative D21: Mehr Einsatz neuer Medien in der Bildung

Anlässlich der Veröffentlichung der PISA II Studie fordert der stellvertretende Vorsitzende der Initiative D21 Jürgen Gallmann den verstärkten Einsatz von neuen Medien in der Schule sowie im vor- und außerschulischen Bereich.

PISA II attestiert Deutschland zwar leichte Verbesserungen in den untersuchten Kernbereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Insbesondere bei der Nutzung von Computern und der Erfahrung im Umgang mit neuen Medien besteht jedoch erheblicher Nachholbedarf gegenüber Schülerinnen und Schülern in den englischsprachigen und skandinavischen Staaten. Dort werden Computer im Unterricht bereits intensiv und auf vielfältige Weise eingesetzt. 

In Deutschland dagegen spielt die Schule nur eine geringe Bedeutung bei der Vermittlung von Computerkenntnissen, obwohl das Interesse an Computern bei deutschen Schülern überdurchschnittlich hoch ist: Nur 21 Prozent der Schüler/-innen nutzen den Computer im Unterricht regelmäßig. Junge Menschen, die weder in der Schule noch in der Familie oder im Freundeskreis Gelegenheit haben, mit dem Computer vertraut zu werden, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

"Deutschland darf sich im internationalen Vergleich nicht mit Mittelmaß zufrieden geben, wenn es um den selbstverständlichen Umgang mit Informationstechnologie in der Bildung geht. Vielmehr muss es unser Ziel sein, hier zukünftig Maßstäbe zu setzen. Der Umgang mit neuen Medien ist heute genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Medienkompetenz ist zur vierten Kulturtechnik geworden", so Jürgen Gallmann. 

Die Initiative D21 will zeigen, welche Möglichkeiten Informationstechnologie für die Wissensvermittlung bietet. Das Potenzial von Informationstechnologie muss insbesondere in der Bildung noch weitaus besser ausgeschöpft werden als bisher. Das umfasst weit mehr als die flächendeckende Ausstattung von Schulen und Hochschulen mit PCs.

Förderung frühkindlicher Bildung

Die Förderung von Wissbegier kann nicht früh genug erfolgen. Neue Medien können gerade im Alter von vier bis acht Jahren in Kombination mit herkömmlichen Methoden dazu beitragen, den natürlichen Lerndrang und die große Aufnahmebereitschaft der Kinder in vielfältiger Form zu unterstützen. Deshalb möchte die D21 insbesondere die Akzeptanz und den Einsatz von neuen Medien im vorschulischen Bereich fördern. Denn hier können mögliche Defizite, die aus unterschiedlicher sozialer Herkunft resultieren, besser ausgeglichen werden.

Förderung neuer Lernformen

Auch später in der Schule können neue Medien einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Wissensvermittlung individueller, interaktiver und interessanter zu gestalten. Sie ermöglichen neue Lernmethoden wie kollaboratives Lernen, also das Lernen im Team, oder exploratives Lernen, das Lernen durch Herausfinden und Erforschen. Damit werden nicht nur Medienkompetenz, sondern auch soziale Kompetenzen wie Teamorientierung gefördert. Besonders das spielerische und entdeckende Erlernen kann bei richtigem Einsatz durch Informationstechnologie gefördert werden.

Individuelle Förderung

Das Ganztagsschulen-Programm der Bundesregierung bietet hervorragende Möglichkeiten, neue Lernmethoden zu erproben. Dies unterstützt die Initiative D21 mit dem Projekt "Innovative Ganztagsschule". "Individuelle Förderung" ist hier das entscheidende Stichwort. Denn beim Thema Ganztagsschule geht es nicht darum, den konventionellen Unterricht einfach auf den Nachmittag auszudehnen. Kinder und Jugendliche sollen ausprobieren, wie sie ihr Lernen und Arbeiten in der Schule eigenständiger gestalten können.

Chancengleichheit durch außerschulische Bildungsangebote

Auch Pisa II zeigt wieder, dass sich in kaum einem anderen Land die soziale Herkunft so prägend auf den späteren Lebensweg auswirkt wie in Deutschland. Daher kommt der außerschulischen Bildung besondere Bedeutung zu, denn hier werden gerade Jugendliche aus sozial problematischem Umfeld erreicht. Ein gelungenes Beispiel für den Einsatz neuer Medien in diesem Bereich ist das D21 Projekt "Bundesinitiative Jugend ans Netz". Durch ein attraktives Leasingangebot können Jugendeinrichtungen sich mit den nötigen Geräten ausstatten und sie den Jugendlichen zur Verfügung stellen. Ergänzt wird dieses Angebot durch Medienschulungen für deren erfolgreichen Abschluss die Jugendlichen Zertifikate erhalten.

Quelle: Initiative D21
Referenz: http://www.workshop-zukunft.de
 

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