Computer-Magazin

 
Modellversuch
eLBe - e-Learning in der Berufsbildung

Unter welchen Bedingungen können neue Medien effektiv  die Möglichkeiten der Binnendifferenzierung und der Selbststeuerung des Lernens in berufsbildenden Schulen optimieren? Konkrete Antworten kann man von der Auswertung mehrerer Schulversuche in Sachsen erwarten.

Der Lehrstuhl für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Leipzig führt seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und in enger Zusammenarbeit mit diesem das Forschungsprojekt "e-Learning in der Berufsbildung" (eLBe) durch.

Problemlage

In vielen Bildungseinrichtungen und Unternehmen ist E-Learning bereits ein fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Fremdsprachentraining. In diesem Bereich gehört der Umgang mit den neuen Medien vielfach zum Standard der Lehr-Lern-Prozessgestaltung. Lehren und Lernen mit Computer und Internet ist aber nicht per se effektiver als traditionelles Training. Es ist nur dann wirkungsvoller und auch ökonomisch sinnvoll, wenn es pädagogisch fundiert geplant, durchgeführt und kontrolliert wird. Das stößt derzeit allerdings auf eine Reihe von Schwierigkeiten:

 Intransparenz des Marktes
Die aktuelle Situation auf dem Markt für Lernsoftware ist beispielsweise durch ein hohes Maß an Intransparenz gekennzeichnet. Die Hochglanzprospekte der Bildungsanbieter, Verlage und Softwarefirmen versprechen Lösungen für fast alle technischen, fachlichen, ökonomischen und pädagogischen Probleme, wobei der empirische Nachweis dafür vielfach den Abnehmern überlassen bleibt.

 Fehlende Standards
Fehlende Standards für die Gestaltung und Auswahl der Produkte führen häufig zu suboptimalen Suchstrategien und Suchergebnissen. Investitionen für die Beschaffung von Soft- und Hardware müssen unter Risiko getätigt werden.

 Eingangsvoraussetzungen von Lernenden ...
Zudem findet die Implementierung der E-Learning-Angebote in der Praxis häufig ad hoc und ohne Berücksichtigung der Eingangsvoraussetzungen der Lernenden - ihrer Kenntnisse, Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungen - statt.

 ...  und Lehrenden
Auch die Fähigkeiten, Einstellungen und Erwartungen der Lehrenden werden vielfach kaum berücksichtigt, obwohl beim Einsatz der modernen Medien ein hohes Maß an pädagogischer, technischer und fachlicher Professionalität gefordert ist.

Zielstellung

Die geschilderten Probleme sind Gegenstand des Forschungsprojekts "e-Learning in der Berufsbildung" (eLBe), das am Lehrstuhl für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Leipzig bearbeitet wird. Unter anderem wird im Rahmen der Projektarbeit den Fragen nachgegangen, 
 

  • welche Kriterien pädagogisch und fachlich hochwertige E-Learning-Angebote auszeichnen,
  • wie Lernsoftware auf einem intransparenten Markt gesichtet, bewertet und zielgerichtet ausgewählt werden kann,
  • welche Möglichkeiten zur curricularen und didaktisch-methodischen Integration in bestehende Lehr-Lern-Prozesse solche Angebote bieten,
  • wie Aus- und Weiterbildung sowie Training im Hinblick auf eine effektive Nutzung ihrer pädagogischen, fachlichen und ökonomischen Potenzen auszugestalten sind,
  • wie die Vorbereitung der Lehrenden auf einen technisch und pädagogisch sicheren Umgang mit E-Learning-Angeboten erfolgen kann und
  • welche organisatorischen Rahmenbedingungen die Implementation und effektive Nutzung von E-Learning-Angeboten fördern.
Zentrale Fragestellung
Im Mittelpunkt des Schulversuchs "e-Learning in der Berufsbildung" (eLBe) steht die Frage, welche Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung und Selbststeuerung des Lernens computergestützte Lehr-Lern-Arrangements eröffnen und wie die neuen Medien effektiv im Unterrichtsprozess genutzt werden können.

Referenz und weitere Informationen, unter anderem über die einzelnen Projektphasen:
http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=420753.htm

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