IT-Qualifizierungsbausteine
im Netzwerk – JINGLE
Qualifizieren im Netzwerk
Ein Projekt im Rahmen des
BMBF-Modellversuchs "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung
für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf".
Auf Initiative der Berufsberatung
des Arbeitsamtes Bremen haben sich
die Bildungsinstitutionen,
die im Land Bremen berufsvorbereitende Maßnahmen für ausbildungs-
und arbeitsplatzsuchende Jugendliche durchführen, zu einem Netzwerk
zusammen geschlossen. Dieser Kooperationsverbund – mit dem Kürzel
JINGLE
– zielt darauf, durch die
Entwicklung eines Bremer
IT-Grundbildungszertifikats, die Chancen ausbildungsplatzsuchender Jugendlicher
zu verbessern. Nach einer erfolgreichen Prüfung können diese
Jugendlichen grundlegende Qualifikationen in den „neuen Informationstechnologien“
vorweisen, die zunehmend auf allen Feldern der betrieblichen Wirklichkeit
benötigt werden.
Dazu zählen vor allem
berufsfeldübergreifende Handlungskompetenzen
in den Schlüsselbereichen:
-
Grundlagen der Hard- und Software
-
Textverarbeitung
-
Internetkommunikation
Mit der Konstituierung des „bremer
multimedia netzwerks“ ist der Anspruch
verbunden, ein in Bremen
allgemein gültiges Zertifikat zu entwickeln,
das trägerübergreifend
informationstechnische Grundkenntnisse
und -fertigkeiten ausweist.
Dieses Zertifikat gibt Bremer Betrieben
in Bewerbungs- und Einstellungssituationen
zusätzliche Informationen über
die Fähigkeiten des
Bewerbers, die über die – oft negativen – schulischen
Leistungen hinausreichen.
Um dieses Zertifikat zu erlangen,
müssen die Jugendlichen im Rahmen ihrer
berufsvorbereitenden Maßnahmen
mit einer Mindeststundenzahl von
80 Stunden an den informationstechnologischen
Lernangeboten teilnehmen
und hierzu eine Prüfung
ablegen.
Das „Bremer Grundbildungszertifikat“
besteht aus drei Qualifikationsbausteinen der aufgeführten informationstechnologischen
Schlüsselbereiche,
die flexibel bei allen Kooperationspartnern
absolviert werden können.
Die Jugendlichen, die innerhalb ihrer
Berufsvorbereitungsmaßnahme
die Chance erhalten, sich in Praktika oder
Bewerbungsgesprächen
in Betrieben vorzustellen, bekommen bereits als
einen Qualifikationsausweis
den IT-Handlungsbereich bescheinigt, den
sie absolviert haben.
Sind alle drei informationstechnologischen
Handlungsfelder mit Prüfungserfolg durchlaufen, erhalten die
Jugendlichen das „Bremer
IT-Grundbildungszertifikat“, das die in der Bremer Berufsvorbereitung
allgemein gültigen Standards bescheinigt.
IT-Qualifizierungsbausteine
im Netzwerk – JINGLE
Herausbilden von Handlungskompetenz.
Alle Mitglieder des „bremer multimedia netzwerks“ sind sich darin einig,
dass das Qualifizierungsziel der Lernbausteine nicht in der Vermittlung
von
isoliertem Computerwissen
und der Ausbildung von PC-Teilfertigkeiten
bestehen kann. Es bedarf
besonders in der Berufsvorbereitung der Herausbildung von IT-Handlungskompetenzen,
wie sie in vielen modernen
Berufsbildern verlangt werden.
Die Fähigkeit, komplexe Handlungsabläufe
selbstständig zu planen
und zielsicher zu realisieren, ist sowohl in
den Handlungsfeldern der
IT-Grundbildung gefordert als auch als – oft
prüfungsrelevante –
Schlüsselqualifikation in der Berufsausbildung.
Die Herausbildung von Handlungskompetenz
als Leitziel der IT-Grundbildung
des Netzwerks JINGLE reflektiert
sich in den Prüfungsbausteinen, nach deren erfolgreicher Bewältigung
die Jugendlichen ein Zertifikat erhalten.
Neben der Überprüfung
von grundlegenden fachlichen Kenntnissen – einhergehend mit den notwendigen
fachsprachlichen Fertigkeiten – erhebt die JINGLE-Prüfung, inwieweit
die Jugendlichen in der Lage sind, grundlegende Handlungsalgorithmen bei
der Nutzung
der „neuen Informationstechnologien“
zu realisieren.
Dabei wird im Netzwerk unter
einem Handlungsalgorithmus nicht nur die
Fähigkeit verstanden,
Handlungsroutinen zu reproduzieren. Diese Fertigkeit
muss einhergehen mit dem
Wissen um die innere Struktur des Handlungsablaufs – den „roten Faden“.
Ist diese „innere Struktur“ realisiert, so können die Jugendlichen
ihre Handlungen den sich immer schneller verändernden Bedienungsroutinen
von Hard- und
Software anpassen. Neben
der Beherrschung von Handlungsalgorithmen
zeichnet die geforderte
IT-Handlungskompetenz die
Fähigkeit aus, eine
typische informationstechnologische
Aufgabenstellung selbstständig
und vollständig zu realisieren. Damit besteht das Prüfungswesen
des „bremer multimedia netzwerks“ aus
drei Prüfungsteilen:
-
einem Kenntnistest (30%)
-
einem Prüfungsteil zu strukturellen
Handlungsabläufen (40%)
-
einer Fertigkeitsprüfung
(30%).
Bei über 75% der
möglichen Punkte ist die Prüfung des jeweiligen Handlungsfeldes
bestanden. Durch diese Prüfungsstruktur sichert
das „bremer multimedia netzwerk“
einen hohen Standard an informationstechnologischen Handlungskompetenzen
in den Schlüsselbereichen der Grundlagen von Hard- und Software,
der Textverarbeitung und
der Internetkommunikation.
Zudem beginnen die Jugendlichen
dabei schlüsselqualifikatorische
Kompetenzen herauszubilden,
die als Fähigkeiten zur Strukturierung
komplexer Handlungsabläufe
in modernen Berufsbildern gefordert sind.
Aktueller Stand Im ersten
Prüfungsdurchlauf zum Handlungsfeld PC-Grundlagen haben in Bremen
im Frühjahr 2003 über
400 Jugendliche teilgenommen
und dabei einen Prüfungserfolg von 68%
erreicht.
Weitere Informationen
www.netzwerk-jingle.de
Quelle:
http://www.kompetenzen-foerdern.de/Newsletter_2.pdf
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