Computer-Magazin

 
Modellprojekt innerhalb der Ausbildung im IT-Bereich  - Bessere Chancen für leistungsschwächere Jugendliche  
 
letzter Stand: 31.10.2001

Im Rahmen eines bundesweit einmaligen Modellprojekts haben fünf Jugendliche, die aufgrund schwacher schulischer Leistungen oder sonstiger Defizite keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten, am 1. September bei Siemens eine Berufsausbildung zum IT-Systemelektroniker begonnen. Bernhard Jagoda, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, und Günther Hohlweg, Leiter der Siemens-Berufsausbildung, haben Mitte September das Modellprojekt "Ausbildung von Jugendlichen mit unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen in zukunftsorientierten Berufen" in Stuttgart offiziell vorgestellt. 

Dieses Projekt berücksichtigt, dass es für die Wirtschaft es aufgrund der demographischen Entwicklung in Zukunft wesentlich schwieriger als heute sein wird, genügend geeignete Bewerber für qualifizierte Ausbildungsberufe zu finden. Um so wichtiger ist es, schon jetzt die Fachkräfte für morgen auszubilden. Auch auf den ersten Blick schwächere Bewerber müssen eine Chance haben.

Die Teilnehmer des Modellprojektes haben eines gemeinsam: Bisher sind sie alle in der ersten Runde der Bewerbungsverfahren, in der eine Vorauswahl aufgrund der Bewerbungsunterlagen erfolgt, ausgeschieden und haben demzufolge keinen Ausbildungsplatz gefunden. "Jetzt erhalten die jungen Menschen bei Siemens eine Chance und absolvieren eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker an unserem Standort in Stuttgart. Sie werden in die reguläre Ausbildung integriert und erhalten im Bedarfsfall, zum Beispiel bei fachlichen Problemen, eine besondere Unterstützung des Ausbildungsbetriebes", so Hohlweg. 

Mit dem Modellprojekt möchten die Siemens AG und die Bundesanstalt für Arbeit aufzeigen, dass auch Jugendliche mit schwächeren Leistungsvoraussetzungen eine Ausbildung in einem Beruf mit hohem Anforderungsprofil bewältigen können, wenn sie gezielt unterstützt werden. Darüber hinaus soll herausgefunden werden, ob die betriebliche Ausbildung Leistungspotenziale fördern und entwickeln kann, die im Bereich der allgemeinbildenden Schulen so nicht zu Tage treten können.

Die Kooperation zwischen der Bundesanstalt für Arbeit und einem deutschen privaten Ausbildungsbetrieb bei der Konzeption und Durchführung eines Modellprojekts ist bislang einmalig. Besonders intensiv war dabei die Zusammenarbeit mit den örtlichen Arbeitsämtern. Sie haben die meisten Bewerber nach einer Vorauswahl vorgeschlagen. Die Siemens AG, die mit ca. 9.500 Auszubildenden zu den größten Ausbildungsbetrieben in Deutschland zählt, investiert in die Ausbildung der fünf Jugendlichen rund 250.000 €.

Weitere Informationen zur Siemens-Berufsausbildung unter:

www.siemens-ausbildung.de 

Quelle: Bundesregierung online - Nachrichten über die Arbeit und Politik der
Bundesregierung. Sozialpolitische Umschau. Veröffentlicht am 31. Oktober 2001, Ausgabe Nr. 26 vom 25.Oktober 2001
  
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