Computer-Magazin

 
Zeitschrift LOG IN, Ausgabe 6´99 - Inhaltsübersicht 

Das Thema der Ausgabe (erschienen im März 2000)  heißt Moderne Medienwelten. Angesichts der neuen “Handy-Generation erscheinen viele bildungspolitische und medienpädagogische Beiträge überholt und unzeitgemäß. ... Allerdings ist es um die Medienkompetenz nicht stiller geworden, im Gegenteil: Landtage, Bundesbildungsministerium , Stiftungen, Lehrerverbände und die Industrie scheinen um die Wette zu initiieren. .. Aber Konzeptionen zur Medienarbeit der Schulen scheinen immer noch zu fehlen. Deshalb sollen mit dem vorliegenden Heft hierfür Anregungen gegeben werden.”

Zum Heftthema gibt es drei Beiträge:

Lernen mit neuen Medien – Was bringt es wirklich? Von Prof. Stefan Aufenanger, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg
Ausgehend von den Fragen „Was wissen wir eigentlich über die Optimierung von Lernprozessen mit Multimedia?“ und „Wo liegen wirkliche Chancen und wo werden falsche Erwartungen geweckt?“ geht der Autor zunächst auf die Forschungsergebnisse zum Lernen mit neuen Medien ein - Weidenmann (1995) und die aktuelle Studie von Hegarty u.a. (1999); ebenso auf Lernphilosophien -konstruktivistischer Ansatz: Lernumgebungen („learning environments“), geankertes Lernen („anchored instruction“), situiertes Lernen („situated cognition“) und fallbasiertes oder computergestützes Lernen („cognitive apprenticeship bzw. case-based learning“). An zwei Beispielen - eines für fallbasiertes Lernen, eine hypermediale Lernanwendung für das Servicepersonal einer amerikanischen Warenhauskette und ein anderes, das an den konstruktivistischen Ansatz des Lernens von Seymour Papert anknüpft, Lego Mindstormes, programmierbare Legosteine- zeigt er die Potentiale des Lernens mit neuen Medien auf. 
Sein Fazit: „Wir sind noch weit davon entfernt, genaueres über die Optimierung von Lernprozessen mit Hilfe von Computern und Internet zu wissen.... Wenn es gelingt, neben den bisherigen einseitigen Konzentrationen auf die Entwicklung optimaler Lernprogramme bzw. -anwendungen den Blick auch auf die pädagogische Einbettung zu lenken, dann kann das Lernen mit neuen Medien auch Erfolg zeigen und durch entsprechende empirische Untersuchungen auch besser gestützt werden als bisher.“

Moderne Medienwelten, Ein Wahlpflichtkurs im Land Sachsen-Anhalt von Dr. Paul D. Bartsch, Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung von Sachsen-Anhalt (LISA), Halle. Der Artikel befaßt sich mit der Einführung des Wahlpflichtkurses Moderne Medienwelten zum Schuljahresbeginn 1999/2000 an Sekundarschulen und Gymnasien im Land Sachsen-Anhalt. Er beschreibt die Themen bzw. Schwerpunkte der einzelnen Kurse und die Probleme der praktischen Durchführung.

„mathe online“, Ein interaktives multimediales Lehrmittel im WWW von Franz Embacher und Petra Oberhuemer, Institut für Theoretische Physik der Universität Wien.
„mathe online“ ist eine Webseite zum Mathematiklernen, das kontinuierlich ausgebaut wird, den Stoff der Sekundarstufe II zum Thema hat und frei zugänglich ist. Beim Start unterstützt durch das österreichische Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, die Österreichische Nationalbank und den Verband Wiener Volksbildung, wird es auch im Rahmen eines seit Anfang 1999 laufendes EU-Projekt in zwei Wiener Volkshochschulen eingesetzt.
Das Programm bzw. die Anwendung beinhaltet mehrere Komponenten:

  • Galerie: etwa 50 interaktive multimediale Lernhilfen, die vor allem dem Verstehen mathematischer Sachverhalte dienen sollen. 
  • Mathematische Hintergründe: sind Webseiten, die den Stoff in zusammenhängender und knapper Weise darlegen, in Kapitel gegliedert sind und zum Lernen und Nachlernen benutzt werden können.
  • Lexikon: mit den wichtigsten, der in den Hintergrundkapiteln auftretenden Begriffen.
  • Interaktive Tests: in Form von Multiple-Choice, Puzzle, Zuordnen, Kreuzworträtsel.
  • Online-Werkzeuge: die mathematische Operationen ausführen können und kostenlos im Netz angeboten werden. 
  • Mathematik Links nach Einzelthemen
  • Mathematik-Collections: Eine Auswahl der besten und reichhaltigsten Webseiten
  • Unterrichtsvorschläge: zum Einsatz von mathe online im Unterricht
  • Werkzeuge zum Erstellen von Lernhilfen
  • HTML Formelwerkzeuge
  • Rückmeldung und Download: Mathe-online kann als ganzes „downgeloaded“ werden (Komprimiert 4,4 MB, entpackt 8,5 MB) 
Im weiteren werden die Gestaltungsvarianten Tests Puzzles näher beschrieben. Viel besser als beschreiben ist ausprobieren. Unter www.univie.ac.at/future.media/mo/ kann sich jeder Surfer selbst ein Bild machen.

Auf eine eingeheftete Beilage in der Ausgabe sei noch hingewiesen: Die Empfehlung der Gesellschaft für Informatik (GI) e.V. , erarbeitet von einem Arbeitskreis des Fachausschusses 7.3 „Informatische Bildung in Schulen“. Diese Empfehlung wurde im Oktober 1999 verabschiedet und befaßt sich mit Medienbegriff, Medienerziehung und computerbasierte Medien, Informatische Bildung und computerbasierte Medien, und bietet zu den Umsetzungsvorschlägen auch vier konkrete Beispiele: „Das Internet als Informationsmedium“, „Gestalten von Hypermediadokumenten“, „Formen der Interaktion mit Informatiksystemen“ und „Bilder und Computer“.

Daneben Rubrik "Berichte" über den bundesweiten Schülerwettbewerb von Siemens “Join Multimedia”, Gesamtkonzept für die informatische Bildung an allgemeinbildenden Schulen für Sachsen-Anhalt, über die Inititative Netz im Netz des Berliner Bildungsprojekts CidS! (Computer in die Schulen), Informationen über die 8. Fachtagung der GI (Gesellschaft für Informatik e.V.)

LOG IN wird herausgegeben vom Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin
LOG IN Verlag GmbH, Postfach 33 07 09, 14177 Berlin
http://www.log-in-verlag.de
Die nächste Ausgabe von LOGIN, Nr. 1/2000, hat das Thema  "Publizieren im Netz" und ist für Ende Juli 2000 angekündigt.

(Rainer Rahn)

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