Computer-Magazin

 
Rezension:
Bruns, Beate, Gajewski, Petra, Multimediales Lernen im Netz, Leitfaden für Entscheider und Planer, Berlin u.a. 1999, ISBN 3-540-65428-3, 262 Seiten, 79,- DM.

aus dem Vorwort:

"Ist multimediales Lernen im Netz eine für mein Unternehmen, meine Organisation sinnvolle Erweiterung des herkömmlichen Bildungswesens? Wenn Sie sich diese Frage stellen, finden Sie im vorliegenden Band eine umfassende und zugleich kompakte Orientierungshilfe. Analysen, Checklisten, Hintergrundinformationen und praktische Beispiele zeigen Ihnen darüber hinaus, wie Sie ganz konkret netzbasiertes Lehren und Lernen in Ihrem Haus einführen und verankern können. Wir haben viel aus eigenen und fremden Erfahrungen in Pilotprojekten für dieses Buch gelernt - die Erfahrungen führen hin zu einer nüchternen Betrachtung und Einschätzung der neuen Lehr- und Lernform."

Damit sind die Inhalte und die Zielsetzungen des Buches deutlich umrissen. Die durch das Vorwort geweckten Hoffnungen auf "umfassende Informationen" werden durch die weitere Lektüre voll befriedigt. An dieser Stelle noch ein Wort zu den angesprochenen Adressaten: das Buch wendet sich zwar hauptsächlich an Entscheider und Planer, aber auch die Akteure dieser neuen Form der Weiterbildung, die Lernenden und Lehrenden, finden in Teilen des Buches wichtige Anregungen. In diesem Zusammenhang sei auf die sehr informativen und spannend zu lesenden Kapitel zwei über "didaktisch-methodisches Design"  und drei über "mediales Design" (incl. Hypertext- und Hypermedia-Systeme) verwiesen oder etwa auf das "Tagebuch eines Teletutors" im letzten Kapitel. Das Buch ist zudem in einer verständlichen Sprache geschrieben und auch aus diesem Grund nicht nur für "Fachleute" zu empfehlen.

Die Kapitel für die 'Profis' sind sehr informativ und bieten einen aktuellen Überblick über technische Lösungen und Produkte sowie Checklisten als Orientierungsleitfäden.

Faszinierend lesen sich die Kapitel über die exemplarische Entwicklung eines Lehr-/Lernangebotes für multimediales Lernen im Netz. Hier wird ganz deutlich, daß der berufliche Hintergrund der Autorinnen die Garantie für einen ausgeprägten Praxisbezug sicherstellt. 

Im abschließenden Kapitel über die Umsetzung eines solchen Projektes in die betriebliche Realität werden - ebenfalls vor dem Hintergrund reichhaltiger praktischer Erfahrungen - alle Aspekte nüchtern beleuchtet.

Im folgenden sollen die Inhalte der einzelnen Kapitel des Buches wiedergegeben werden, die alle mit einer Literaturübersicht und exemplarischen Internet-Adressen abschließen:

  • Multimediales Lernen im Netz - Chance für die Weiterbildung?
  • Didaktisch-methodisches Design: Begriffsbestimmung; Didaktische Modelle; Didaktische Elemente; Methodische Grundformen - Lernszenarios; Methodische Elemente; Kriterien für eine didaktisch gelungene Lernumgebung.
  • Mediales Design: Komposition; Bildschirmaufteilung, Mediale Elemente; Integration der medialen Elemente.
  • Hard- und Software für multimediales Lernen im Netz: Computernetzwerke als technische Basis netz- und webbasierten Trainings; Architektur netz- und webbasierter Lehr-/Lernumgebungen; Produkte für netz- und webbasiertes Lernen. 
  • Multimediales Lernen im Netz - Ein Projekt: Projekttyp und Zeitrahmen; Vorüberlegungen; Analysephasen; Konzeption; Realisierung der Lehr-/Lernumgebung und der Lernangebote; Integration in das Unternehmen; Konkrete Projekte.
  • Konzeption und Realisierung der Lehr-/Lernumgebung: Überblick über das Teilprojekt Lehr-/Lernumgebung; Konzeption; Realisierung; Zusammenfassung.
  • Konzeption und Realisierung des Kursangebotes: Das Projektziel und seine Rahmenbedingungen; die Konzeption; Das Drehbuch; Die Produktion - Typische Probleme; Online-Kurse-Übersicht.
  • Integration in das Unternehmen: Die Einführung der neuen Lehr-/Lernumgebung; Qualifizierung; Aus dem Tagebuch eines Teletutors; Fazit.
  • Glossar
  • Sachwortverzeichnis
Mit 79 DM ist das Buch nicht gerade preiswert. Aber diese Investition lohnt sich, weil die Abhandlung eines doch relativ neuen Themas optimal gelungen ist. Das Buch ist unbedingt empfehlenwert.

Wolfgang Schmitt-Kölzer

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