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Förderrichtlinien zum Einsatz von Web 2.0 Technologien in der beruflichen Qualifizierung

Das BMBF hat jetzt die Richtlinien veröffentlicht für Vorhaben zur Weiterentwicklung und zum Einsatz von Web 2.0 Technologien in der beruflichen Qualifizierung.

Um Web 2.0 Technologien in der beruflichen Bildung breiter und intensiver zum Einsatz zu bringen und das Nutzungspotential zu erschließen, hat sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entschlossen, dazu notwendige Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungsprozesse zu fördern.

So genannte Web 2.0 Technologien eröffnen neue Möglichkeiten der Vernetzung, der Gruppenbildung, der kooperativen Produktion von Inhalten, der Herstellung von Öffentlichkeit und Lenkung von Aufmerksamkeit, der Verwaltung und Erschließung von Informationen und Wissen sowie zur Selbstdarstellung.


Vernetzte Internettagebücher (Blogs), kooperativ geschriebene Texte (Wikis), neue Formen der Produktempfehlungen (durch Nutzerbewertung), neue Dienste zur kooperativen Erschließung von Wissen durch kooperative semantische Techniken ("folksonomies") wie auch das gemeinsame Bereitstellen und Bewerten von Inhalten (z. B. Videos, Fotos, Podcasts, Texte) haben mittlerweile signifikante Verbreitung und Akzeptanz gefunden.

Durch diese Anwendungen wird die Vernetzung von Personen, Inhalten und Anwendungen zunehmen und sie wird unabhängiger von bestehenden Strukturen. Hierarchien von Information und Kommunikation werden durchlässiger. Die Informationsflut wird durch die Zunahme der Anzahl der Produzenten und Konsumenten einerseits weiter stark anwachsen, andererseits kann sie aber durch Personalisierung auf der Basis von Nutzerinformationen und -empfehlungen handhabbar werden.

Mit der voranschreitenden Entwicklung des Web2.0 wird erwartet, dass sich neue kulturelle Praktiken herausbilden, etwa in der Kommunikation, es ergeben sich neue Erkenntnisgewinne aus der Analyse der Nutzerdaten und es werden sich die Lehr- und Lernprozesse verändern. Letzteres gilt insbesondere für das informelle Lernen und die Gestaltung von Lernprozessen, die gerade im beruflichen Bereich zunehmende Bedeutung gewinnen.

Ziel der Förderung des BMBF ist es,
  • durch neue Web 2.0 Anwendungen den Markt der beruflichen Weiterbildung zu stimulieren und somit neue Möglichkeiten des lebenslangen Lernens zu erschließen,
  • neue kreativere Formen von Arbeits-, Qualifizierungs- und Kommunikationsprozessen durch den Einsatz innovativer, netzgestützter Technologien zu fördern, unter anderem auch zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und der Minderung der digitalen Spaltung (digital divide),
  • ein Klima für Innovationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung durch die Erforschung und Weiterentwicklung internetgestützter Lernformen zu erzeugen.

Die Entwicklung neuer Anwendungen und beispielhafter Web 2.0 Lösungen soll dazu beitragen, Strukturveränderungen in der beruflichen Bildung und der berufsbegleitenden Qualifizierung zu bewirken, die Verzahnung der Bildungsbereiche zu fördern sowie neue Möglichkeiten des informellen Lernens, des Zugangs und der Gestaltung von Lern- und Wissensbildungsprozessen zu eröffnen. Durch Identifikation und Stärkung von Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Web 2.0 Technologien (wie z. B. Vertrauen, Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Benutzermotivation) können Beiträge zur erfolgreichen Implementierung und Qualitätssicherung solcher Anwendungen in der beruflichen Bildung geleistet werden.

Weitere Informationen

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF:

Richtlinien zur Förderung von Vorhaben zur Weiterentwicklung und zum Einsatz von Web 2.0 Technologien in der beruflichen Qualifizierung

Weitere Informationen gibt es auch beim:
Projektträger im DLR
Arbeitsgruppe Neue Medien in der Bildung

Dr. Thomas Hagemann
Tel.: 0228-3821-758
E-Mail: thomas.hagemann@dlr.de
www.pt-dlr.de/pt_nmb

Quelle: www.foraus.de

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