Computer-Magazin

 
Transfer-Phase des BQF-Programms
Vorstellung von JINGLE-transfer (Bremen)

Auch nach Abschluss des BQF-Programms werde sich das Bildungsministerium weiterhin stark in der beruflichen Integrationsförderung engagieren, betonte Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, bei der Abschlusstagung des Programms in Berlin am 13.11.2006. Geplant sei, vor allem in zwei Schwerpunktbereichen Akzente zu setzen: Zum einen sollen die Beruflichen Einstiegs- und Integrationschancen der Jugendlichen weiter verbessert werden. Zum anderen solle an- und ungelernten jungen Erwachsenen durch beschäftigungsbegleitende Nachqualifizierung eine zweite Chance eröffnet werden.

Im Rahmen des BQF-Programms stellte das Ministerium insgesamt gut 60 Millionen Euro für über 130 geförderte Projekte bereit, davon etwa die Hälfte aus dem Europäischen Sozialfonds. 

Bis Herbst 2007 läuft die so genannte Transferphase des BQF-Programms, in der besonders gute Ergebnisse aus den Projekten breit in die Praxis umgesetzt werden.

Mit von der Partie ist das JINGLE-Projekt des Internationalen Bund (IB) in Bremen. Speziell für die Transferphase ist eine Web-Site eingerichtet worden:

http://www.jingle-transfer.de

Im folgenden eine Pressemitteilung, die uns die Projektverantwortlichen Clemens Niederholtmeyer und Norbert Kampe zur Verfügung stellten:

E-Learning in der Integrationsförderung - JINGLE-transfer entwickelt und implementiert Fortbildungskonzeption 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Internationalen Bund über die  Dauer eines Jahres beauftragt, Strategien zu entwickeln und zu erproben, wie die Nutzung von E-Learning Angeboten in der Benachteiligtenförderung verbreitert und optimiert werden kann. Dieser Auftrag steht im Kontext der Projektreihe "Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF-Programm)", mit dem das BMBF die positiven Erfahrungen der bisherigen BQF-Projekte bündeln und in den Förderalltag transferieren will.

JINGLE-transfer gründet auf den Ergebnissen des IT-Projekts JINGLE, das getragen vom Bildungszentrum Bremen für Jugendliche in der Berufsvorbereitung ein IT-Grundbildungszertigfikat entwickelt und Wege aufgezeigt hat, wie über adressatengerechte Lerncontents und einer angepassten Lernplattform benachteiligte Jugendliche informationstechnische Handlungskompetenzen herausbilden können.

JINGLE-transfer bezieht in seine Arbeit auch andere BQF-Projekte aus dem Handlungsfeld "neue Medien" unter der  Zielsetzung ein, Fortbildungsstrategien und -angebote zu entwickeln, die deren Ergebnisse und Erfahrungen bündeln und damit einen alltagsnahen Selbstlernprozess zur Implementierung von E-Learning zu initiieren.

Elektronisch gestützte Lern- und Kooperationsprozesse bekommen eine zunehmende Bedeutung. Die Forderung nach Modularisierung und trägerübergreifender Kooperation in der Benachteiligtenförderung stellen bisherige Lernorte und -zeiten infrage. Eine vernetzte Lernbegleitung erfordert moderne Kommunikations- und Kooperationsformen.

Benachteiligte Menschen zeigen in der Regel keine Scheu vor dem Computer und sie sind in der Handhabung auch nicht unerfahren, wie zahlreiche Erfahrungsberichte bestätigen. Wenn sie die Möglichkeit haben, differenziert, geführt, in ihrem Lerntempo interaktive und handlungsaktive Lernangebote zu nutzen, können sich Lehrende und Begleitende auf die zielgruppengerechte Förderung von Kompetenzen konzentrieren. Lernen mit neuen Medien fordert und fördert das selbstständiges Arbeiten.
In einer Erprobungsphase im April/Mai 2007 werden die Konzepte in der Praxis auf Herz und Nieren überprüft. Lehrende, Ausbildende und Betreuende von kooperierenden Trägern sollen dabei sein. Im Mai 2007 wird eine Fachtagung das Thema aufgreifen und über die Erfahrungen und Ergebnisse des Vorhabens informieren. Anschließend werden die  Fortbildungs- und Implementierungskonzepte als CD-ROM veröffentlicht. Als „Implementierungskasten“ hält sie anschauliche Beispiellösungen, Materialien, Handlungsanleitungen, Checklisten und Werkzeuge bereit, die zusammen mit der bereits bestehenden Website im Aufbau www.jingle-transfer.de ein eigenständiges Umsetzen der Anforderungen in den Einrichtungen möglich macht. 

Umsetzung didaktischer Leitlinien der Benachteiligtenförderung im „Implementierungskasten“

  • Veranschaulichung komplexer Sachverhalte
  • Überschaubarkeit von Lernangeboten durch methodische Vorstrukturierung (didaktische Reduktion)
  • Eröffnung lernaktiver Lernprozesse in sowohl vorstrukturierten als auch (zunehmend) offenen Lernsituationen
  • Verknüpfung von Theorie und Praxis; auftragsorientiertes Lernen
  • Subjektivierung der Lerninputs sowohl in Lerntiefe als auch Lerngeschwindigkeit
  • Lernen in kommunikativen Prozessen
  • Selbstreflexion des Lernprozesses durch selbstkritische Leistungsüberprüfung
Technische Leitlinien
  • Unterstützung kooperativer Lern- und Arbeitsformen im Internet
  • Minimierung von Barrieren in Technik und Bedienung
  • Lizenzkostenfreie und offene Lernplattform „Moodle“
  • Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Anforderungen und Lernumgebungen
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