Computer-Magazin

 
Konstruktion problembasierter Lernumgebungen - Dissertation an der Uni Lepzig im Rahmen eines Modellversuchs 
  
Dr. Karin Wirth veröffentlicht ihre Dissertation zum Thema Konstruktion problembasierter Lernumgebungen. Die Konstruktion computergestützter Lernumgebungen wird gegenwärtig unter dem Begriff E-Learning (Electronic Learning) in verschiedenen Fach- und Wissenschaftsdisziplinen thematisiert. Eine interdisziplinäre Aufarbeitung wird zwar von allen Seiten gefordert, findet allerdings kaum statt. In ihrer an der Universität Leipzig angenommenen und im Peter Lang Verlag veröffentlichten Dissertation befasst sich Frau Wirth aus interdisziplinärer Perspektive mit der problembasierten Konstruktion von Lernumgebungen. Sie wendet sich damit an pädagogisch und informationstechnisch interessierte Leser, die sich mit innovativen Konzepten beider Disziplinen auseinandersetzen möchten. 

Der Einsatz von Computern und Datennetzen in Lehr-Lernprozessen und die damit verbundene Multimedialität sind kein Garant für curricular und didaktisch-methodisch effektiv ausgestaltete Lernumgebungen und damit für einen Lernerfolg. Bei Lehrenden, Lernenden und Bildungsinstitutionen fehlt vielfach die Akzeptanz für das Lehren und Lernen mit neuen Medien. Um die Motivation auf breiter Basis zu erhöhen und um computergestützte Lehr- und Lernprozesse pädagogisch wirkungsvoll zu gestalten, sind integrative Konzepte notwendig, die einerseits innovative pädagogische Ansätze informationstechnisch umsetzen und andererseits fortgeschrittene informationstechnische Möglichkeiten didaktisch sinnvoll nutzen. 

Aus der Fragestellung ergeben sich zwei miteinander verschränkte Forschungsbereiche: Zunächst geht es darum, wie Lernumgebungen problembasiert strukturiert werden können und anschließend darum, wie die problembasierte Struktur informationstechnisch umgesetzt werden kann. Als pädagogisches Strukturierungsprinzip bei der Konstruktion sowohl der gesamten Lernumgebung als auch einzelner Lernsequenzen werden Ansätze des Problem-Based Learning genutzt. Für die narrative Aufbereitung der Problemstellungen greift die Autorin dramaturgische Konzepte auf. Die ermittelte pädagogische Struktur wird anschließend informationstechnisch in XML-Strukturen umgesetzt. 

Zur interdisziplinären Entwicklung und Konstruktion modular strukturierter Lernumgebungen werden einzelne Lernsequenzen bzw. Module ermittelt, die aus didaktisch-methodischen Komponenten bestehen (Mikrosequenzierung) und jeweils zu größeren Sequenzen zusammengesetzt werden können (Makrosequenzierung). Makro- und Mikrosequenzierung orientieren sich am intendierten Lernprozess, der als metakognitiv reflektierter Problemlöseprozess im Sinne generativen Problemlösens verstanden wird. Im Einzelnen bedeutet das für die Konstruktion von Lernumgebungen, dass Inhalte problembasiert in Anwendungssituationen aufbereitet werden, die Sequenzierung der Lernumgebungen jedoch am intendierten Lernprozess, d.h. an Lernsituationen orientiert ist und Lern- und Anwendungssituationen dramaturgisch miteinander verknüpft werden. 

Die Grundlagen der Arbeit wurden in einem vom BMBF geförderten E-Learning-Projekt (IMPULSEC) gelegt, in dem die Autorin u.a. für die (medien-)didaktische Betreuung der Autoren und Produzenten zuständig war. Mit dem in ihrer Arbeit entwickelten Strukturmodell generativen Problemlösens liegt nun eine durchgängig an pädagogischen Kriterien orientierte Konzeption zur Konstruktion problembasierter Lernumgebungen vor, deren Einsatz am praktischen Beispiel mit Bezug auf den Lerngegenstand E-Commerce/E-Business demonstriert wird. 

Kontakt: Dr. Karin Wirth
Lehrstuhl für Berufs- und Wirtschaftspädagogik 
Universität Leipzig 
Karl-Heine-Str. 22b 
04229 Leipzig 
Fon: 0341-9731482 
Fax: 0341-9731489 
Mail: kwirth@uni-leipzig.de 
http://www.uni-leipzig.de/~wipaed/ 

Referenz: global-learning.de

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