Computer-Magazin

 
Lea und Leon - ein Berliner Internet-Projekt zur Leseförderung

In Berlin entsteht ein Lernangebot zur Leseförderung mit dem Titel "Lea und Leon" für das künftige Berliner Bildungsportal. Zielgruppe sind "Risikoschüler", also diejenigen, die bei PISA unterhalb der Lesekompetenzstufe II fallen (in Deutschland 25%).

Auf der Basis des open-source-LMS Moodle (nutzt auch die Humboldt-Uni und viele Landesinstitute) lässt Dr. Helmut Moschenmoser in Berlin ein Auswertungsmodul programmieren, dass die Gestaltung und Auswertung von Aufgaben nach Kompetenz(stufen)modellen unterstützt.

Ziel ist es, eine Lehr- und Lerninfrastruktur zu schaffen, die den Lehrerinnen und Lehrern aus zentral bzw. schulübergreifenden Materialienpools heraus die Zusammenstellung einer Lehr- und Lernumgebungen ermöglicht. 

Das Neue ist nun, dass zur Evaluation und Zertifizierung Kompetenz(stufen)modelle zugrunde gelegt werden. 
Dies gibt die Möglichkeit in einer heterogenen Gruppe individuelle Lernstände einer Stufe zuzuordnen und als realistisches Lernziel eine folgende Stufe zu definieren. Anschließend kann der Lernzuwachs/Lernerfolg in Orientierung an der Lernausgangslage ermittelt werden.

Der Zwischenstand ist auf dem Server der Berliner Volkshochschule. Damit steht für die Jugendlichen das Lernangebot im außerschulischen Bereich zur Verfügung - damit erhöht sich einerseits die Akzeptanz (Entstigmatisierung) und schafft anderseits eine Brücke zu einem Angebot zum lebenslangen Lernen:

http://www.berliner-vhs.de/aktiv-im-netz/

Nach Selbsteinschätzung können die Schülerinnen und Schüler drei unterschiedlich schwierige Aufgabenkomplexe auswählen und bearbeiten.

Derzeit werden mit dem Prototypen individuelle Auswertungen nach Kompetenzstufen vorgenommen. 

Die Programmierungen der nächsten Entwicklungsstufe zielen auf lerngruppenbezogene Auswertungen und münden in der letzten Programmentwicklungsphase in lerngruppenübergreifende Auswertungen - jeweils auf Kompetenzniveaustufen.

Derzeit testen mehrere Klassen die Texte, Aufgaben und Auswertungsmodule. Dabei konnten hochmotivierte Schüler beobachtet werden, die sich ansonsten  mit Leseübungen schwer tun.
Ein schriftliches Manual mit allen Texten und Aufgaben wird gerade vom Grafiker entworfen. Lehrerhandreichungen wachsen mit den unterrichtspraktischen Erprobungen.

Die Lernumgebung ist prinzipiell offen für andere Kompetenzbereiche. Man kann beispielsweise auch Einschätzungen, Einstellungen und Veränderungen dieser Aspekte evaluieren. moodle lässt neben multiple choice auch offene Aufgaben, Texteingaben etc. zu, so dass kombinierte Tests möglich sind.

Die Finanzierung wird derzeit über den Berliner eEducation Masterplan (Lottostiftung Berlin)geleistet. Da es sich um open source handelt, ist ein Transfer denkbar (auch auf die Lehrerbildung).

zurück zur Übersicht