Computer-Magazin

 
Helios - eine Stelle zur nachhaltigen Beobachtung von E-Learning-Trends in Europa

Wissenschaftler, die sich einen Überblick über die aktuellen Trends und Entwicklungen bei der Nutzung des E-Learning in Europa verschaffen möchten, sehen sich heute mit einer Unzahl bruchstückhafter Informationen konfrontiert. Ohne verlässliche Daten über die politischen und praktischen Verfahrensweisen in diesem Bereich ist es jedoch nahezu unmöglich, das Potenzial technologiegestützten Lernens auszuloten oder positive Impulse dieser Lernform für die Bildungs- und Berufsbildungssysteme wirksam zu fördern. 

Vor diesem Hintergrund hat das Cedefop 2004 beschlossen, das Helios-Projekt zu unterstützen, das im Rahmen des E-Learning-Programms der Europäischen Kommission für den Zeitraum 2004-2006 finanziert wird. Das Zentrum übernahm Beobachteraufgaben, um so zur Zusammenführung verständlichen, nützlichen und politikbezogenen Datenmaterials für die politischen Entscheidungsträger beizutragen, die in Europa auf nationaler und lokaler Ebene tätig sind. 

Die Projektarbeit brachte eine Reihe wichtiger Akteure in Fragen des E-Learning auf europäischer Ebene an einen Tisch: das europäische Netzwerk "Fernunterricht und E-Learning" (European distance and E-Learning network, EDEN), das Menon-Konsortium, das die Koordination des Projekts übernahm, Alphametrics, ISFOL und die Lambrakis-Stiftung. Das Cedefop unterstützt das Projekt, indem es die Brücke zu seinen europäischen Interessengruppen schlägt, die aktuelle Lage durch Online-Erhebungen ständig im Auge behält und dafür Sorge trägt, das sich die E-Learning-Beobachtungsstelle bis zum Abschluss des Projekts als ständige Einrichtung etabliert hat. 

Ziel von Helios ist es, die Aktivitäten und Ergebnisse der verschiedenen, derzeit in Europa aktiven Beobachtungssysteme unter strategischen Gesichtspunkten so umzustrukturieren und zusammenzuführen, dass sich Synergieeffekte ergeben. Anschließend sollen sie dann durch eine europäische Plattform zur Beobachtung des E-Learning erfasst werden, die diesen "Input" systematisch aufbereitet und am Ende Informationen nach Maß bereitstellt. Helios soll insbesondere in der Lage sein, die verfügbaren Informationen unter Bezugnahme auf bestimmte politische Prioritäten zu "filtern" und so nicht nur den aktuellen Entwicklungsstand in Sachen E-Learning aufzuzeigen, sondern auch zu beleuchten, inwieweit diese Lernform Auswirkungen für die Politikgestaltung der EU und der einzelnen Mitgliedstaaten hat. Auf diese Weise könnten auch politische Entscheidungsträger sensibilisiert werden, die mit Fragen des E-Learning ansonsten nichts zu tun haben. 

Hauptziel des Ansatzes ist es, Synergien zwischen den vorhandenen Netzwerken und Informationsquellen zu erzeugen. Erreicht werden soll dies durch: 

Erstellung von 12 thematischen Berichten, die auf Sekundäranalysen und Feldforschung fußen, und zwei EU-weit angelegten Vergleichsanalysen, um die Lücken zu schließen, die sich zwischen den verfügbaren Daten und dem Informationsbedarf politischer Entscheidungsträger auftun;

Förderung von Synergieeffekten und einer Vernetzung der bestehenden Beobachtungsinstrumente (Eurobarometer, Eurydice, Eurostat, Projekte zur Beobachtung des E-Learning, Erhebungen und Berichte der OECD, das "Insight"-Portal des European Schoolnet (EUN), der internationale Verband zur Evaluierung von Bildungsergebnissen (IEA), das Netzwerk europäischer Experten für Lerntechnologien (EENet) usw.) zwecks Schaffung einer einheitlichen und weit gespannten Beobachtungsplattform, die alle zu bestimmten Sektoren/Segmenten/Bereichen zusammengestellten Informationen in einem Gesamtpanorama der E-Learning-Entwicklung in Europa zusammenfasst;

Unterstützung der politischen Entscheidungsträger, Interessengruppen und Forscher bei der Bestimmung der Leitlinien für das künftige politische Handeln und der künftigen Forschungsprioritäten durch Erstellung zweier jährlicher Berichte, in denen Szenarien entwickelt und Prognosen aufgestellt werden;

aktive Einbindung der E-Learning-Nutzer und -Praktiker in die Analysearbeit, um hochflexible und anpassungsfähige Beobachtungsinstrumente zu gewährleisten, die sich auf die verschiedenen Kontexte (d. h. den europäischen, nationalen und sektoralen Zusammenhang) ebenso einstellen können wie auf die unterschiedlichen Innovationsbereiche, d. h. auf Innovationen im pädagogischen, im organisatorischen, im ökonomischen, im technologischen, im institutionellen und im soziokulturellen Bereich.

Die ersten zwei thematischen Berichte (zu den Themen "Zugänglichkeit des E-Learning" und "E-Learning und Beschäftigungsfähigkeit") liegen bereits vor; sie wurden auf der Grundlage umfassender Erhebungen des Cedefop erstellt. 

Die Berichte finden sich im E-Learning-Bereich des Europäischen Berufsbildungsdorfs (ETV) und lassen sich von der ETV-Website herunterladen unter http://www.trainingvillage.gr/etv/Projects_Networks/ELearning. Gegenwärtig wird die dritte thematische Erhebung über "E-Learning und persönliche Entwicklung" konzipiert und vorbereitet. Ein entsprechender Bericht wird in Kürze folgen (und dann ebenfalls ins Europäische Berufsbildungsdorf gestellt). 

Darüber hinaus erscheinen im Rahmen des Helios-Projekts zwei Berichte im Jahr, die einen Überblick über die aktuellen und absehbaren künftigen Tendenzen in der Entwicklung des E-Learning in Europa liefern sollen. 

Leser, die sich über die Entwicklung der Projektarbeit und die Entstehung der europäischen Stelle zur Beobachtung des E-Learning auf dem Laufenden halten möchten, können sich die Updates für den E-Learning-Bereich der ETV-Website übermitteln lassen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, den monatlich erscheinenden elektronischen ETV-Newsletter zu abonnieren, und zwar unter http://www.trainingvillage.gr/etv/news/newsletter.asp#subscribe 

Quelle: Cedefop/mb, cmc, Cedefop-Info 3/2005

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