Computer-Magazin

 
Am Bildschirm Sozialarbeiter werden
Neuer Online-Studiengang „Bachelor of Arts: Soziale Arbeit“ 

"Learning anytime - anywhere", jederzeit und überall lernen können: Das ist das Motto eines neuen Online-Studiengangs für Soziale Arbeit. Der Fernstudiengang mit dem Titel 

"Bachelor of Arts: Soziale Arbeit" 

ist einer der ersten, die in der Wissensvermittlung durchgängig auf multmediale Lernmodule setzen. Ab dem Sommersemester 2003 können Berufstätige mit mehrjähriger Erfahrung im Bereich Soziale Arbeit über das
Internet studieren. Der Abschluss wird in vier Jahren erreicht, wobei nur rund ein Viertel als Präsenzunterricht konzipiert ist, heißt es bei der zuständigen Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) in Koblenz. 

Für die Gestaltung des Lernens werden laut ZFH mehrere Medien genutzt: Über ein Lernportal im World Wide Web könnten sich die Studierenden Informationen zu ihren Kursangeboten holen, sich für Kurse anmelden und die dort bereit gestellten Lern-Materialien online nutzen oder herunterladen. Für Lernzwecke gebe es darüber hinaus Audio- und Videomaterial. So illustrieren Interviews, Animationen zur grafischen Darstellung von Prozesen, Filmdokumente von Vorlesungen oder Lehrfilme den Lehrstoff. Videos von
Interaktionsprozessen wie Betreuungen oder Konfliktsituationen dienen als Material für die sozialwissenschaftliche Analyse sozialer Prozesse. Die Kommunikation zwischen den Betreuern, Tutoren und einzelnen oder Gruppen von Studierenden soll über E-Mail, Chat, Foren und Newsgroups
erfolgen. Sie könne auch zwischen den Studierenden untereinander ablaufen und Praktiker von außen mit einbeziehen. Zur Vermittlung des Lehrstoffs würden zusätzlich Printmaterialien eingesetzt. 

Das Lernen im Internet stellen sich die Anbieter, die Fachhochschulen Koblenz, Fulda und Potsdam dabei so vor: Die Inhalte werden in verschiedenen Fenstern parallel abgerufen. Ein Video (beispielsweise eine Vorlesung) kann so gleichzeitig mit dem schriftlichen Text des Vortrags und dessen Gliederung dargestellt werden. Zugleich können Grafiken wie
Tafelbilder angezeigt werden, während ein Glossar auf wichtige
Begriffe verweist. Es werden Lernfragen und Lernaufgaben angeboten, die eine automatische Wissensüberprüfung möglich machen. Darüber hinaus gibt es Links ins Internet, um weitere vorlesungsbezogene Informationen abrufbar zu machen. 

Nach Auffassung der Organisatoren trainiert diese Art der Präsentation zugleich für die spätere Berufspraxis, bei der die effektive Orientierung in großen Informationsmengen eine zentrale Anforderung sei. Das Prinzip des Fernstudiums bedeute, dass die Studierenden selbstständig das Lernmaterial bearbeiten. Da es durch die spezielle Struktur multimedial
aufbereiteter Inhalte keinen klaren Ablauf wie in traditionellen
Fernstudienmaterialien gebe, benötigten die Studierenden mehr
Beratung für die individuellen Lernprozesse. Der Tutor habe dabei allerdings keinen unmittelbaren persönlichen Kontakt mit den Studierenden. Auch die Studierendengruppen seien nur "virtuelle Gruppen", die durch online-Kommunikation kooperierten, sich aber nicht real begegneten. 

Die Präsenzphasen sollen laut ZFH hauptsächlich das selbstständige Studium unterstützen. Dazu würden Kleingruppen gebildet, die miteinander Theorie- und Praxis-Projekte bearbeiten. Ziel sei die Erstellung eines
gemeinsamen Produktes wie die empirische Untersuchung eines sozialen Feldes oder die Erarbeitung einer Konzeption für die soziale Einrichtung. Dabei würden die Projekte auf die in den online-Kursen vermittelten Inhalte zurückgreifen und darin gegebenenfalls aufgetretene Fragen und Probleme
durcharbeiten. 

Das Konzept soll ein Teilzeitstudium neben dem Job und familiären Verpflichtungen ermöglichen. Zur Zielgruppe gehören nach Angaben der ZFH Menschen, die im sozialen Bereich eine höhere Qualifikation oder eine neue Berufstätigkeit im Feld der sozialen Arbeit anstreben. Für Frauen könne der
Fernstudiengang die Chancen eines Wiedereinstiegs nach einer
Familienpause verbessern.

Die Bewerbungsfrist für den Studiengang ist an allen drei Fachhochschulen der 15. Januar 2003. Die Bewerbungsunterlagen gibt es im Internet unter:
http://www.zfh.de in der Rubrik "Anmeldung". 
Weitere Informationen unter http://www.fvl-agentur.de/basa

Referenz: Newsletler der Multimedia-Initiative Rheinland-Pfalz rlp-inform - Ausgabe Dezember 2002
http://www.zukunft.rlp.de/

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