Computer-Magazin

 
aus dem Rundbrief Ausbildung der Bundesregierung vom 05. April 2002   

Benachteiligtenförderung im IT-Bereich  - Qualifizierungsprojekte präsentierten sich auf der CeBIT  

Im Zusammenhang mit dem 10-Punkte-Programm "Internet für alle" unterstützt die Bundesregierung gleichermaßen den Zugang aller Personengruppen zu Internet und Computer, die Nutzung des neuen Mediums für Lernzwecke, aber auch berufliche Qualifizierungen im IT-Bereich. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Förderung von Jugendlichen mit schlechten Startchancen, denen durch geeignete Vorbereitungsmaßnahmen der Umgang mit den neuen Medien vermittelt und damit der Einstieg in das Berufsleben ermöglicht werden soll. Drei derartige Projekte bzw. Träger bekamen die Möglichkeit, ihre Arbeit auf dem CeBIT-Stand der Bundesregierung in Hannover zu präsentieren. 

Firman-Verbund

Basierend auf einem in Schweden entwickelten Modell hat sich der Firman-Verbund in Deutschland gegründet, derzeit mit den drei Standorten Berlin, Cottbus und Rostock. Firman unterstützt in vom Arbeitsamt geförderten Einzelmaßnahmen die berufliche Integration junger Menschen, die insbesondere auf Grund sozialer Schwierigkeiten keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden haben. Dabei können diese Maßnahmen ganz unterschiedlich gestaltet sein. Sie reichen von der Herausgabe einer Zeitschrift, Betrieb eines Cafés und eines internen Radios bis hin zum Erwerb geeigneter Zertifikate wie dem Europäischen Computerführerschein oder zu Mathematikkursen. Besonders wichtig ist die Wahrnehmung betrieblicher Praktika. Bemerkenswert ist die hohe Quote von Vermittlungen der Teilnehmer in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit oder Ausbildung.

Auf der CeBIT wurde am 13. März 2002 das Teilprojekt Multimedia aus Rostock vorgestellt. Hier entwickelten die Teilnehmer eine CD, die über das Internet abrufbar sein wird und sich mit Arbeits- und Ausbildungsangeboten der Region aus der Sicht Jugendlicher befasst. Eine Teilnehmerin des Lehrgangs erläuterte Bundeskanzler Schröder bei seinem Besuch des Standes der Bundesregierung die Arbeit in diesem Lehrgang.

Weitere Informationen über www.firmanverbund.de.

Grundlehrgang für Medien- und IT-Berufe des SOS Berufsausbildungszentrums in Berlin

Das SOS Berufsausbildungszentrum (BAZ) in Berlin bereitet junge Leuten mit Start­schwierigkeiten und besonderem Interesse für die neuen Medien- und IT-Berufe in einen Grundlehrgang auf die Ausbildungsinhalte dieser Berufe vor. Den Teilnehmern werden unter anderem Grundlagen der Computertechnik, der Anwendungsprogramme, kaufmännische Grundlagen und Einblicke in die Schnitttechnik vermittelt. So werden die Jugendlichen einerseits für eine kommende Ausbildung fit gemacht, andererseits bekommen sie Einblick in diese Ausbildungsberufe. 

Das BAZ finanziert sich vor allem über private Spendengelder. Hier unterstützt die Patenschaftsstelle für Ausbildung des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten das BAZ bei der Suche nach Paten. Mit der Werbeaktion "Sie können Träume erfüllen" werden Spender gesucht, die mithelfen, jungen Leuten eine Ausbildung zu ermöglichen.

Auf der CeBIT verfolgte Staatsminister Hans Martin Bury am 18. März 2002 die Präsentation des BAZ auf dem Stand der Bundesregierung. Die Jugendlichen zeigten ihm ihre pfiffig gestalteten Bewerbungen auf CD-ROM, mit denen sie einem Ausbildungsbetrieb schon bei der Bewerbung zeigen können, was sie gelernt haben. Der Staatsminister im Bundeskanzleramt betonte, wie wichtig und wertvoll diese Qualifikationen gerade für junge Menschen seien und verwies auf die erfolgreiche Umsetzung des 10-Punkte-Programms innerhalb der Initiative "Internet für alle". 

Nähere Informationen zum SOS-Berufsausbildungszentrum finden sich unter  www.sos-kinderdorf.de/baz-berlin/index.htm , zum Patenschaftsprogramm unter www.patenschaftsstelle.de .

Projekt SYS*KOM im Jugendzentrum KOM,ma

Das Projekt SYS*KOM ist ein Qualifizierungsprojekt zu Berufsfindung und beruflicher Integration benachteiligter Jugendlicher. Jugendliche werden wirklichkeitsnah an das Arbeitsumfeld der neuen Medien herangeführt. Träger und Förderer sind unterschiedliche Einrichtungen, unter anderem der Internationale Bund für Sozialarbeit, die Firma systeam GmbH und die regionale Wirtschaft. 

Über den offenen Zugang werden im Jugendzentrum KOM,ma Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren für den Arbeitsbereich Computer und Internet angesprochen und motiviert. In dem niedrigschwelligen Angebot erlernen in einer ersten dreimonatigen Phase 12-15 Jugendliche das Arbeiten mit dem Computer in verschiedenen Projek­ten des Jugendzentrums. An zwei Tagen werden die Jugendlichen jeweils drei Stunden lang unterrichtet. In der zweiten neunmonatigen Phase findet derUnterricht an drei Nachmittagen in der Woche zu je vier Stunden statt. Vermittelt werden u.a. Grafikerstellung, Erstellung von Webseiten, HTML-Programmierung, Netzwerkaufbau und -management und Wirtschaftkenntnisse. Die erst in der Planung befindliche dritte Phase soll in einer Ausbildung unter realen Arbeitsbedingungen und einer Weiterführung der Schulung bestehen und ein Jahr dauern. Erwartet wird, dass die Absolventen der mehrstufigen Qualifizierung am Ende ihrer Schulzeit schon einen weiterführenden Ausbildungsvertrag oder einen Arbeitsvertrag erhalten. 

Auf der CeBIT präsentierte sich das Projekt am 20. März. Dabei wurde der Vortrag von der aus dem Projekt hervorgegangenen "HIP-POP-Gruppe" VEGA umrahmt. Diese Gruppe zeigt die Vielseitigkeit computergestützter Jugendarbeit auf jugendkultureller(MIDI-Musik) und berufsorientierender Ebene.

Nähere Informationen zu dem Projekt finden sich unter www.syskom.org.
Anlagen

Firman (155 KB) 
S0OS Berufsausbildungszentrum (40 KB) 
Syskom, Vega (205 KB)

HTML-Referenz:

http://www.bundesregierung.de/top/dokumente/Bericht/ix_74497.htm?template=
single&id=74497&script=1&ixepf=_74497

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