Computer-Magazin

 
Vorbemerkung des Herausgebers:
Um die einzelnen Rubriken des "Computer-Magazin" inhaltlich stimmiger zu machen, ist vor einiger Zeit die Rubrik "Materialien" in "Modellprojekte" umbenannt worden. Da früher in der Rubrik "Materialien" auch die "Rezensionen" untergebracht waren, war dies nach der Umbenennung  etwas irreführend. Rezensionen werden jetzt - je nach Inhalt - der passenden Rubrik zugeordnet

Buch-Rezension

Kathrin Hensge, Walter Schlottau (Hrsg.), Lehren und Lernen im Internet – Organisation und Gestaltung virtueller Zentren, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Berichte zur beruflichen Bildung Nr. 242, Bielefeld 2001, ISBN 3-7639-0918-4, 49,- DM, 144 Seiten

Das Buch erschien im W. Bertelsmann Verlag und hat dort die Bestell-Nr.: 102.242 

Lernende und Lehrende in der Berufsbildung müssen sich auf veränderte, teils völlig neue Anforderungen einstellen, wenn sie im Internet Bildung anbieten oder nachfragen wollen. Lernen im Internet ist mit traditionellen Lernformen ebenso wenig zu bewältigen wie mit klassischen Lehrformen des Präsenzunterrichts. Dennoch: die Nachfrage nach modernen, raum-zeitlich unabhängigen und arbeitsplatznahen Weiterbildungsangeboten im Internet wächst. Dies erhöht den Druck auf Bildungsanbieter, das Internet systematisch auch zu Qualifizierungszwecken zu nutzen und elektronische Bildungsangebote in die Produktpalette aufzunehmen. Die Entwicklung beginnt gerade erst, jedoch zeichnet sich ab, dass immer mehr Bildungsanbieter Online-Kurse, Teleteaching usw. anbieten. Welche Bildungsangebote dies sind, wie sie organisiert werden und wie die Lernangebote didaktisch aufbereitet werden müssen, um ihre Nutzer zu erreichen, ist zurzeit noch wenig bekannt. Diesen Fragestellungen widmet sich die vorliegende Publikation. Sie präsentiert Ergebnisse aus der Arbeit eines BIBB-Forschungsprojekts über Lernwirksamkeit und Gestaltungsoptionen virtueller Bildungsangebote. Vorgestellt werden empirische Befunde und theoretische Ansätze über das Lernen im Internet sowie pädagogisch didaktische Möglichkeiten der Organisation und Gestaltung virtueller Zentren (aus dem Begleittext).

Das erwähnte Forschungsprojekt begann zum Jahresausgang 1999. Im Rahmen der dabei betriebenen „Fallstudienarbeit“ sind insgesamt 6 virtuelle Zentren untersucht worden, dabei zwei an Berufsschulen aus dem Projekt „Schulen ans Netz“ des „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ sowie vier im außerschulischen Bereich aus Hochschulen, Betrieben und Bildungsanbietern. Dies waren:

AKAD www.akad-online.de
Minerva-online www.minerva-online.de
Glirarium www.glirarium.de
Fernuniversität Hagen www.fernuni-hagen.de
Teleakademie der Fachhochschule Furtwangen www.tele-ak.de
Staatliche Feintechnikschule-Schwenningen www.fts.vs.bw.schule.de

Ergebnisse aus diesen Untersuchungen werden im Kapitel 4 (Wolfgang Reichelt - S. 63-124) vorgestellt. Dabei werden Minerva (Wolfgang Reichelt) und Furtwangen (Michaela Zitzen) in längeren Beiträgen vorgestellt. Das Kapitel folgt folgenden Leitgesichtspunkten:

  • Lernarchitekturen
  • Lernszenarien: Materialbasiertes Selbststudium, kommunikative Lernszenarien
  • Personal- und Teamkonzept
  • Lerntechnologie
  • Betreiberprofile virtueller Zentren in der Berufsbildung
Die Inhalte der weiteren Kapitel:
  • 1 (Kathrin Hensge) Das Internet als Instrumentarium der Qualifizierung: Ausgangslage, Arbeitshypothesen und Zielsetzungen der Publikation, Ausbilderqualifizierung im Internet, Inhalte der Publikation 
  • 2 (Angela Prussog-Wagner, Joachim Scholz/infas)Lernwirksamkeit von Internet und virtuellen Zentren: Einführung, Theoretischer Hintergrund, Allgemeiner Forschungsstand, Vorgehensweise bei der Projektrecherche, Ergebnisse der Projektrecherche, Zusammenfassung, Ausblick 
  • 3 (Walter Schlottau) Medium Internet: Vom Informationsangebot zum Kompetenzerwerb: Ausgangslage, Ausgewählte empirische Befunde zur Internet-Nutzung, Theorieorientierte Ansätze, Zum Erkenntnisinteresse der infas-Lernwirksamkeitsstudie, Internet-Didaktik: Nicht mehr als Medienpädagogik mit IT-Grundkenntnissen? Schlussfolgerungen für den Aufbau eines virtuellen Zentrums
  • 4 (siehe oben)
  • 5 Tendenzen und Entwicklungen: Standards und Trends virtueller Zentren (Kathrin Hensge - BIBB), Von virtuellen Lernräumen zu Knowledge Communities (Wolfgang Reichelt/Michaela Zitzen/GIP am IMBSE)
Ein spannendes Buch, das für alle wichtig ist, die sich  für Fragen des Lernens und Lehrens im Netz interessieren. 

(Wolfgang Schmitt-Kölzer)

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