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IT-Zertifizierungsstelle geht an den Start 

Die IT-Fachkräftelandschaft präsentiert sich in Deutschland, ähnlich wie anderswo, sehr unübersichtlich. Zwei Drittel aller IT-Fachkräfte sind Quereinsteiger ohne einschlägige berufliche Qualifikation. Dem stehen mehr als 300 unterschiedliche Abschlüsse gegenüber, die meisten allerdings ohne internationale Kompatibilität. Außerdem stellt das hohe Innovationstempo im IT-Bereich Beschäftigte und Unternehmen ständig vor die Notwendigkeit, neue Technologien flexibel einzuführen und anzuwenden. 

Um dieses Dickicht ein wenig zu lichten, wurde im September 2003 die Zertifizierungsstelle für IT-Spezialisten Cert-IT eingerichtet. Sie ist die erste Stelle, die von der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) für die Zertifizierungen für IT-Spezialisten zugelassen wurde, und bietet die Zertifizierung von 29 verschiedenen Spezialistenprofilen an. „Mit Cert-IT wird Handlungskompetenz nur in realen Arbeitsprozessen gewonnen", erläutert Professor Herbert Weber, Vorsitzender von Cert-IT und Direktor des Fraunhofer Instituts für Software- und Systemtechnik, denn die Zertifizierung von IT-Spezialisten erfolge auf der Basis von erfolgreichen Praxisprojekten. Für die Beschäftigten im IT-Bereich eröffneten sich damit gesicherte Wege für eine berufsbegleitende „Karriere mit Lehre" und den Erwerb international anerkannter Abschlüsse. 

Bei den Unternehmen stößt diese Möglichkeit der weiteren Professionalisierung ihrer Mitarbeiter auf reges Interesse, wie aus dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) verlautete. Mit den neuen Weiterbildungsabschlüssen werde die systematische Personalentwicklung stark verbessert. Die Transparenz, die durch die Zertifikate erreicht werde, sei insbesondere für international tätige Unternehmen attraktiv. Denn schwer einschätzbare Weiterbildungsabschlüsse hätten die Rekrutierung von qualifizierten IT-Fachkräften in der Vergangenheit erschwert, so der Geschäftsführer des BITKOM, Dr. B. Rohleder. 

Die neue Zertifizierungsstelle wird die IT-Spezialisten nach den Qualitätsvorgaben der Trägergemeinschaft für Akkreditierung prüfen. Für die Beurteilung der Spezialisten setzt Cert-IT auf praxiserfahrene IT-Experten. Wer sich mit Cert-IT qualifizieren will, definiert ein reales Projekt, das er in seinem Unternehmen in höchstens 24 Monaten absolviert. Die Prüfung basiert auf der prozessbegleitenden Dokumentation, die der Kandidat im Laufe der Zeit erstellt, und einem Fachgespräch über das Projekt. „Damit wird der Grundsatz 'aus der Praxis für die Praxis' auch auf der Zertifizierungsebene konsequent umgesetzt", erklärt Stefan Grunwald, Geschäftsführer von Cert-IT. Qualität und Akzeptanz der IT-Weiterbildung würden somit nachhaltig gesichert - was wiederum zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der IT-Wirtschaft in Deutschland beitrage. 

Referenz: CEDEFOP-Info 1/2004

http://www2.trainingvillage.gr/download/Cinfo/Cinfo12004/
C14M1DE.html

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