Computer-Magazin

 
PRESSEMITTEILUNG 15.12.00

Kompetenzzentrum ‚Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie‘ – ein vorbildliches Projekt für die europäische Arbeitsmarktpolitik

Erst am 3.11.2000 wurde das Kompetenzzentrum „Frauen in der Informationsgesellschaft und Technologie“ eröffnet – und wird bereits im
Rahmen der EU-Beschäftigungspolitik als beispielhaftes deutsches Projekt diskutiert. Auf Vorschlag der deutschen Bundesregierung
entschied sich der Beschäftigungsausschuß der Europäischen Kommission, das Konzept des bundesweiten Kompetenzzentrums in das
Peer-Review-Programm aufzunehmen.

Dort werden vorbildliche Projekte der europäischen Mitgliedsstataten ausgewählt, begutachtet und auf ihre Übertragbarkeit hin
geprüft. Das Kompetenzzentrum wurde im Jahr 2000 als einziges deutsches Projekt ausgewählt. Expertinnen und Experten der
Mitgliedsländer Dänemark, Finnland, Österreich und Spanien diskutierten hierzu unter dem Titel 'Reducing the Gender Digital Divide
in Skills and Employment' am 11/12.12.00 in Bielefeld.
Anastasios Bisopoulos, Vertreter der EU-Kommission, sieht große Chancen in dem neuen Ansatz des Kompetenzzentrums: Gemeinsam mit
Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche werden Strategien für eine adäquate Beschäftigung von Frauen in der
IT-Branche entwickelt. „Unser Ziel ist es, dass die europäischen Staaten in dem Peer-Review soviel wie möglich voneinander lernen,“
so Bisopoulos in seinem Statement. Für übertragbar hielt er insbesondere den integrativen Ansatz des Zentrums, das durch die
Einbindung vieler unterschiedlicher Akteure aus Politik, Wirtschaft, Medien, Kammern und Gewerkschaften ganz neue Erfolgschancen
ermöglicht. Ein Ansatz, der eine großen Zahl von Frauen ermutigen soll, ihren eigenen Weg in die Informationsgesellschaft zu gehen.

„Frauen können einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung und Gestaltung von IT-Dienstleistungen und Produkten erbringen,“ stellt
Helga Ebeling, Referatsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung in ihrem Eröffnungsstatement fest. Dazu müssen ihnen
mehr Chancen auf zukunftsorientierte Ausbildungen und Berufe eröffnet werden. „Sie sollen ihre konkreten Anliegen in die
Arbeitskultur, die Arbeitsformen und Arbeitszeiten der Informationsgesellschaft einbringen können,“ so Ebeling weiter.

Für die fördernden Ministerien, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend, ist das Kompetenzzentrum ein wichtiges Instrument, um die Zielmarken der Bundesregierung zu erreichen: mindestens
50% Frauen in der Internetnutzung, 40% Frauen in den IT-Berufen und im Studiengang Informatik bis 2005. Das Zentrum – angesiedelt an
der Fachhochschule Bielefeld – soll die notwendigen Aktionen bündeln und, soweit möglich, in Public-Private-Partnership-Projekten
umsetzen. Träger ist der Verein „Frauen geben Technik neue Impulse e.V.“.

Folgende Arbeitsschwerpunkte und Projekte sind, gemeinsam mit bundesweit und international tätigen ExpertInnengruppen, seit April
2000 im Aufbau:
Zugangsmöglichkeiten und Zugangschancen | Schulische und außerschulische Bildung | Berufliche Bildung und Weiterbildung |
Hochschulbildung | Wissenschaft und Forschung | Beruf und Arbeitswelt.

Beispielhafte Großprojekte des Kompetenzzentrums sind: 

  • das vom BMBF gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG, der Bundesanstalt für Arbeit und der Zeitschrift Brigitte getragene Projekt „Frauen ans Netz“. Mittlerweile wurden mehr als 50.000 Frauen in Einstiegs- und Praxiskursen an das Internet herangeführt, mit mehr als 5 Millionen Zugriffen hat sich die Internetseite zu der von Frauen am häufigsten frequentierten Website entwickelt und bietet weiterbildungsinteressierten Frauen sowohl Online-Kurse als auch eine Datenbank zu sämtlichen frauenspezifischen Internet-Kursen in Deutschland. http://www.frauen-ans-netz.de
  • das Projekt IDEE-IT, einem gemeinsam vom BMFSFJ und der Initiative D21 getragenen Ausbildungsprojekt für Mädchen in IT- und Medienberuf. Dreißig D21-Unternehmen, wie Alcatel SEL AG, die Allianz-Lebensversicherungs-AG, die Deutsche Telekom AG und die Firma Siemens, engagierten sich bereits direkt nach Ankündigung auf dem D21-Kongress im September 2000. Die Webseite konnte seither etwa 50.000 Zugriffe verzeichnen, mit deutlich zunehmenden Kontakt- und Kooperationsangeboten aus Ländern und Kommunen. http://www.idee-it.de
Geplante Projekte sind u.a. das vom BMBF zusammen mit IBM und D21 initiierte Projekt „girls@D21.ibm“und „train the teacher@D21.ibm“
sowie die Begleitung der Informationskampagne „Be.Ing – In Zukunft mit Frauen“.
http://www.be-ing.de
http://www.kompetenzz.de
Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des Kompetenzzentrums wird im Februar 2001 im Internet zu finden sein.
Weitere Informationen über das Peer-Review-Programm: http://peerreview.almp.org/de/

Frau Dipl.-Soz. Barbara Schwarze - Geschäftsführung
Kompetenzzentrum | Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie
Fachhochschule Bielefeld | Wilhelm-Bertelsmann-Str.10 | 33602 Bielefeld
fon: 05 21. 106-73 21 | fax: 05 21. 106-71 71 | mail: schwarze@kompetenzz.de | www.kompetenzz.de

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