Computerspiel soll Therapie unterstützen
- Gratisprogramm
Ein verhaltenstherapeutisches Computerspiel für Kinder wurde
jetzt an der Universität Zürich entwickelt. Das Spiel "Schatzsuche" wird
Fachleuten für die Therapie von 9-13-jährigen Kindern gratis zur Verfügung
gestellt. Das Computerspiel ist in Deutsch, Englisch und Niederländisch
erhältlich.
Das Spiel "Schatzsuche" wurde von Veronika Brezinka vom Zentrum für Kinder
und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich entwickelt. "Wir wollen damit
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ihrer Arbeit mit 9-13-jährigen
Kindern unterstützen", sagt Veronika Brezinka. Es kann in der
verhaltenstherapeutischen Behandlung von ängstlichen, oder depressiven Kindern
eingesetzt werden, aber auch bei Kindern mit aggressivem Verhalten. "Schatzsuche
ist jedoch kein Selbsthilfe-Spiel und ersetzt die Arbeit eines Psychotherapeuten
nicht", stellt Brezinka klar.
Psychotherapeutische Computerspiele ohne
begleitende Psychotherapie können keine kindlichen Störungen beheben. Deshalb
wird "Schatzsuche" nur an Fachleute abgegeben, die sich als solche legitimieren
müssen. Die Universität Zürich bietet das therapeutische Computerspiel gratis
an, um diese innovative Form der Unterstützung einer Psychotherapie rasch zu
verbreiten. Sie hofft, mit Spenden die Website und die Weiterentwicklung
finanzieren zu können.
Das Spiel selbst findet auf einem alten Segelschiff statt. Das Kind hilft dem
Kapitän, eine Schatzkarte zu entziffern. Dazu muss es verschiedene Aufgaben im
Schiff lösen. Sind jeweils alle Aufgaben einer thematischen Gruppe gelöst,
gewinnt das Kind einen Seestern, den es in die Schatzkarte einsetzen kann.
Dadurch wird diese lesbar und Kind und Kapitän erhalten weitere Anhaltspunkte,
wo sie nach dem Schatz suchen müssen. Hat das Kind alle Aufgaben gelöst,
respektive den Schatz gefunden, erhält es eine vom Therapeuten unterzeichnete
Urkunde. Pro Therapiesitzung soll jeweils ein Level von 20 Minuten Dauer
bearbeitet werden.
Die Psychologin Veronika Brezinka erwartet, dass Kinder in der Therapie
motivierter sind, wenn sie die Aufgaben in einem Computerspiel lösen können.
Zudem kann die Schatzsuche den Therapeuten helfen, die Therapiesitzung zu planen
und zu strukturieren.
Quelle: www.bildungsklick.de