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und Internet wachsen zusammen - Neue Medien in der Benachteiligtenförderung
Multimediale Lernprogramme sind in der Benachteiligtenförderung inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Sie unterstützen die Förderarbeit. Aber das neue Jahrtausend bringt weitere Herausforderungen auf dem Weg zur Informationsgesellschaft. Von Wolfgang Schmitt-Kölzer Zuerst
veröffentlicht in der von der Bundesanstalt für Arbeit herausgegebenen
Zeitschrift „direkt: Fördern und Qualifizieren“, Ausgabe 8, April
1999
Vom CBT zum IBT Der Begriff des Computer basierten Trainings (CBT) ist für Computer als Lernmedium in den 90er Jahren zentral. Die entwickelten Lernprogramme sind interaktiv und ermöglichen somit ein effektives und auf die Bedürfnisse der einzelnen Benutzer/-innen abgestimmtes Selbstlernen. Diese Generation von Lernsoftware hat mit den anfänglichen Drill&Practice-Programmen nichts mehr gemein. Mit der Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten der Computer-Technologie ist der Begriff heute identisch mit dem des multimedialen Lernens. Die Anwendung geeigneter Lernsoftware steigert die Leistungen und erhöht die Kompetenzen der Jugendlichen. Die durch Multimedia ermöglichte gleichzeitige Nutzung verschiedener Medientypen bietet Abwechslung und fördert die Motivation. Die bereits in direkt: Nr, 6 vorgestellte beispielhafte Lernsoftware wird hier um weiteres Material ergänzt. (siehe Übersicht am Ende des Artikels). An
der Schwelle zum nächsten Jahrtausend entsteht eine neue Generation
von Lernprogrammen, beschrieben mit den Begriffen des Internet basierten
Trainings (IBT) oder des Web basierten Trainings (WBT). Auf den Bildungsleitmessen
der vergangenen Wochen (Learntec sowie Didacta/Interschul) sind solche
Programme vorgestellt worden.
Internet und Telekommunikation Wir
befinden uns aus dem Weg zur Informationsgesellschaft. Jeder elfte Deutsche
ist inzwischen im Internet zuhause. Die Zahl der Zugänge zu Internet-
und Onlinediensten stieg 1998 auf 7,3 Millionen. Durch die technologische
Entwicklung wird sich die Art und Weise, wie wir unser Leben organisieren,
miteinander kommunizieren und arbeiten, grundlegend verändern. Informatik
und Telekommunikation werden somit zu Schlüsselqualifikationen.
Hier sei auf die Initiative des Bundespräsidenten „Fit fürs Informationszeitalter“ (http://www.global-learning.de/fit) hingewiesen, das sich an Jugendliche im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt wendet. In Online-Kursen können sie ihre Kompetenzen und Qualifikationen erweitern. Eine virtuelle Arbeitsschule Auch die Benachteiligtenförderung muß sich dieser Herausforderung stellen, um die berufliche Qualifizierung der Jugendlichen sicherzustellen. Hier sind inzwischen die ersten positiven Ansätze entwickelt worden. Unter der Internet-Adresse (http://www.evtc.org) kommen wir zu den Angebotsseiten eines internationalen Projektes mit dem Namen: "Offenes und grenzüberschreitendes Lernen - Europäische Virtuelle Arbeitsschule (EVA)", das im Rahmen von Socrates gefördert wird. Das Institut zur Förderung von Maßnahmen zur beruflichen und sozialen Eingliederung e.V. in Moers (IMBSE) koordiniert das Projekt, an dem auch Partner aus Spanien und den Niederlanden beteiligt sind. Zielgruppe sind Jugendliche, die auf Grund besonderer Schwierigkeiten, wie z.B. ihre Herkunft aus Migrantenfamilien, wegen sozial auffälligen Verhaltens oder auf Grund von Lernbeeinträchtigungen heute besonders schnell "ausgemustert" werden. Die Europäische Virtuelle Arbeitsschule entwickelt das virtuelle Klassenzimmer als eine konstruktive und interaktive Lernumgebung im Internet. Das bedeutet:
Positive Ergebnisse über den Umgang mit Internet und Telekommunikation sind auch aus der Alltagsarbeit der Benachteiligtenförderung zu vermelden. Seit Mai 1997 führt das heidelberger institut beruf und arbeit (hiba gmbh) im Rahmen seiner Fortbildung Internet-Workshops durch. Diese richten sich an Mitarbeiter/-innen aus den Bereichen Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen und ausbildungsbegleitende Hilfen. Unter der Adresse (http://www.hiba-seminare.de) hat hiba eine Plattform zur Vorbereitung und Dokumentation der Workshops eingerichtet. Dort werden schon in Vorfeld das Workshop-Programm und Hintergrundmaterial zur Verfügung gestellt. Die vier Veranstaltungen des Jahres 1998, die der Autor zusammen mit Peter Esser-Krapp aus Hamburg als Teamer begleitet hat, waren als Einstiegs-Veranstaltungen konzipiert. Die Teilnehmer/-innen lernten die wesentlichen Internet-Dienste kennen, um auf dieser Basis praxisorientiert zu erkunden, was das Internet für die Benachteiligtenförderung zu bieten hat. In jedem Workshop produzierten die Teilnehmer/-innen eigene Seiten fürs Internet und veröffentlichten sie am Ende der Woche auf dem hiba-Server. Die Themen dieser „Webs“ waren unterschiedlich angelegt: so produzierten Teilnehmer/-innen Webs mit hohem Gebrauchswert zum Themenbereich Bewerbungstraining und Stellensuche für Jugendliche am Ende der Ausbildung oder zum Themenbereich Lernsoftware. Ein anderer Workshop widmete sich dem Themenbereich Erlebnispädagogik und erstellte eine exemplarische Homepage für einen abH-Träger. In zwei weiteren Workshops wurden beispielhafte Seiten auf der Basis der schon im Internet veröffentlichten Fachzeitschrift „Computer-Magazin für berufliche Bildung und Förderunterricht“ (http://www.weiterbildung.com/abh-computer-magazin) erstellt. Der Grundgedanke dabei war, die Zeitschrift entsprechend der Möglichkeiten des Internet und seiner Hypertext-Strukturen optimaler darzustellen und einer besseren Nutzung zuzuführen. Dies ist durchaus erfolgreich gelungen. Zwei weitere Gesichtspunkte waren bei der Durchführung der Workshops immer von großer Bedeutung. Zum einen das Bestreben, einen Teil der Seiten (oder ganze Webs) so zu gestalten, daß die Jugendlichen sie selbst für ihre Ausbildungs- und Lernzwecke nutzen können. Dies konnte beim Lernsoftware-Web und auch beim Bewerbungstraining-/Stellensuche-Web umgesetzt werden. Ein für die Internet-Workshops entwickeltes Web-Spiel, das technische Vorgänge im Computer-Netz veranschaulicht, ist so konzipiert, daß es auch in der Arbeit mit den Auszubildenden eingesetzt werden kann. Zum anderen war es ein wichtiges Anliegen in den Workshops, eine Vernetzung der Träger in der Benachteiligtenförderung via Internet zu propagieren. Erste Ansätze dazu waren kleinere eMail- und Forum-Projekte. Inzwischen haben z.T. mehr als die Hälfte der in diesen Fortbildungsveranstaltungen vertretenen Träger einen Zugang zum Internet und sind mit eigenen Homepages präsent. hiba bietet interessierten Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, ihre Internet-Adresse in eine sogenannte Träger-Liste (http://www.hiba.de/traeger.htm) eintragen zu lassen, um somit den Vernetzungsgedanken zu fördern. Diese Liste soll kontinuierlich erweitert werden. Nützliche Computer-Lernprogramme und Materialien Lernsoftware
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