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Das Netzwerk für die Ausbildung von Ausbildern (TTNet) 

Die berufliche Entwicklung von Lehrkräften und Ausbildern ist zu einer zentralen Zielsetzung der Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft geworden und genießt nun Priorität im Rahmen des „Ziele"- und des „Kopenhagen"-Prozesses. Die Verbesserung der Qualität von Lehrkräften und Ausbildern wird zunehmend als unerlässlich betrachtet, um die Qualität der Berufsbildungssysteme zu sichern und neue Formen der Wissensweitergabe zu entwickeln. 

In diesem Zusammenhang förderte das Cedefop in den Mitgliedstaaten den Aufbau von Partnerschaften, die auf die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen abzielen. Dies ist das entscheidende Charakteristikum des TTNet-Netzwerks, das 1998 vom Cedefop gegründet wurde. 

Seither hat das TTNet einen wichtigen Beitrag zu einem auf Gemeinschaftsebene angesiedelten Ansatz geleistet, bei dem der Ausbildung von Lehrkräften und Ausbildern eine Schlüsselrolle für die Qualität der Systeme zugeschrieben wird, und dies insbesondere angesichts der Auswirkungen der Wissensgesellschaft. Das Netzwerk für die Ausbildung der Ausbilder (TTNet) ist ein Netzwerk nationaler Netzwerke. Es soll ein europäisches Forum bieten, wo Schlüsselakteure und Entscheidungsträger im Bereich der Berufsbildung gute Beispiele aus der Praxis sowie Wissen und Sachkenntnis zu Schlüsselthemen der Ausbildung und beruflichen Entwicklung von Lehrkräften und Ausbildern in der beruflichen Bildung austauschen können. 

In den vergangenen fünf Jahren haben viele Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihre eigenen nationalen Netzwerke zur Förderung der oben genannten Zielsetzung aufgebaut. Das TTNet, das gemeinsam mit dem Cedefop eine koordinierende Funktion wahrnimmt, hat durch Studienvorhaben, Workshops und seine Jahrestagungen zur europäischen Integration beigetragen. 

Zu den Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, gehören vor allem die Qualitätssicherung und Innovation im Bereich der beruflichen Entwicklung von Lehrkräften und Ausbildern. Zu nennen sind hier unter anderem die Einführung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Methoden des „offenen' und „Fernstudiums/-unterrichts'. 

Um mit den Entwicklungen in den ausbildenden Berufen Schritt halten zu können, hat sich das TTNet zwei Aufgaben gestellt: 
 

die Förderung der Kompetenzen von Lehrkräften und Ausbildern, die ein Schlüsselfaktor für die Qualität der Berufsbildungssysteme sind; 
der Aufbau eines gemeinsamen Bezugsrahmens für die Veränderungen, die sich in den ausbildenden Berufen vollziehen. 

Zwei Tätigkeitsebenen - ein Gesamtauftrag 
Auf nationaler Ebene hat der Netzwerkkoordinator die Aufgabe: 

die Diskussion über die Entwicklungen im Bereich der nationalen Schlüsselthemen für Lehrkräfte und Ausbilder mitzuverfolgen und zu fördern, 
innovative Verfahrensweisen zu ermitteln und auszuwerten sowie 
die gewonnenen Erkenntnisse zu verbreiten. 
Im Netzwerk zusammengeschlossen sind Institutionen und Organisationen, die über besondere Kompetenz im Bereich der Ausbildung von Lehrkräften und Ausbildern verfügen. Zu den Mitgliedern gehören politische Entscheidungsträger, Forscher und Experten, Universitäten und Ausbildungseinrichtungen, Sozialpartner und Behörden, Unternehmen und Dokumentationszentren. Der nationale Koordinator fungiert als Schnittstelle zur EU-Ebene des Netzwerks und leitet alle Erfahrungen weiter, die für übergreifende Themen relevant sein könnten. 

Auf Gemeinschaftsebene stellt das Netzwerk logistische und wissenschaftliche Unterstützung für die nationalen Netzwerke bereit. So veranstaltet es beispielsweise Workshops und Jahrestagungen, organisiert themenbezogene Projekte, veröffentlicht übergreifende Studien und führt Werbe- und Öffentlichkeitskampagnen durch. Die Gesamtkoordinierung obliegt auf dieser Ebene dem Cedefop. Das Hauptziel besteht hier darin, ein in sich geschlossenes Vorgehen zu fördern und einen europäischen Mehrwert zu erzeugen. Einen Beitrag zur Umsetzung des Politikrahmens der Europäischen Union für Lehrkräfte und Ausbilder zu leisten, dies wurde in den letzten drei Jahren für alle am TTNet beteiligten Akteure zu einem immer wichtigeren Faktor. 

In diesem Zusammenhang ist besonders auf zwei Tätigkeitsbereiche zu verweisen: 
 

der Beitrag des TTNet zum Teilbereich 'Lehrkräfte und Ausbilder" des E-Learning-Aktionsplans (KOM (2001) 172 endg.) der Kommission. Das TTNet nahm seine Arbeit zu den drei Hauptmaßnahmen (Auswertung von Verfahrensweisen, Analyse von Kompetenzen, Leitfaden zu den vorhandenen E-Learning-Ressourcen), die in Bezug auf Lehrkräfte und Ausbilder im Aktionsplan empfohlen werden, im Juli 2001 auf. Diese Arbeit wurde als Teil des themenbezogenen TTNet-Projekts zum E-Learning (2002-2003) fortgeführt, das die Auswertung von über 50 innovativen Verfahrensweisen beinhaltete, die von den nationalen Netzwerken vorgeschlagen worden waren. Der Abschlussbericht wurde im März 2004 vom Cedefop veröffentlicht. Das eTTNet-Projekt (2003-04), welches im Rahmen des E-Learning-Aktionsplans kofinanziert wurde, fördert die Kontinuität dieser Arbeit, indem es sie einem breiterem Publikum zugänglich macht; 

der Beitrag des TTNet zum „Ziele"- und zum „Kopenhagen"-Prozess. Die Qualitätssicherung und der Lernbedarf von Lehrkräften und Ausbildern in der beruflichen Bildung wurden vom Rat zu Prioritäten erklärt. In diesem Zusammenhang lancierte das TTNet eine Vorstudie zur „Rolle der Lehrkräfte und Ausbilder in Qualitätsansätzen in der EU". Die Ergebnisse dieser Studie werden die Grundlage für den TTNet-Beitrag zu einer Expertengruppe bilden, die von der Kommission zum Thema „Verbesserung der Bildung von Lehrkräften und Ausbildern" eingesetzt wurde.
Im Herbst 2002 wurde das Aufgabenspektrum des TTNet noch um einen weiteren Aspekt erweitert, nämlich die Heranführung der zehn beitretenden Länder unter besonderer Berücksichtigung der Ausbildung ihrer Lehrkräfte und Ausbilder im Hinblick auf ihren bevorstehenden Beitritt zur Europäischen Union. In enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Stiftung für Berufsbildung in Turin wurde ein Aktionsplan erarbeitet, der den beitretenden Ländern den Zugriff auf die Ressourcen des TTNet ermöglicht. Die ersten nationalen Netzwerke in den beitretenden Ländern sollen in Kürze gegründet werden. 
 

Ein eigenständiger Ansatz zum Nutzen von Lehrkräften und Ausbildern 
Seit einiger Zeit herrscht Übereinstimmung darüber, dass die Entwicklung beruflicher Qualifikationen und Fertigkeiten/Kompetenzen von Lehrkräften und Ausbildern ein Schlüsselfaktor für die Qualitätssicherung auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung ist. Das heißt jedoch nicht, dass bereits für alle Länder der Europäischen Union gemeinsame Themen und Zielsetzungen für die berufliche Entwicklung von Lehrkräften und Ausbildern feststehen. 

Das TTNet baute auf der bereits getanen Arbeit auf und ermittelte und definierte gemeinsame Themen wie zum Beispiel: 
 

Innovation - Ermitteln, wie Berufsbildungspraktiken und -systeme durch innovative Verfahren ständig weiterentwickelt werden können, um ihren Transfer zwischen verschiedenen Kontexten innerhalb der Europäischen Union zu ermöglichen; 

E-Learning - Die neuen Kompetenzen und Ressourcen ermitteln, die von Lehrkräften und Ausbildern verlangt werden, sowie die Verantwortlichkeiten der verschiedenen Entscheidungsfindungsebenen bei ihrer Verbreitung; 

Qualität - Die Bedürfnisse von Lehrkräften und Ausbildern in der beruflichen Bildung untersuchen und geeignete Indikatoren und Bewertungsinstrumente zur Verfügung stellen. 

Weitere Informationen, einschließlich Namen und Adressen der Netzwerkmitglieder und nationalen Koordinatoren sind abrufbar unter: http://www.trainingvillage.gr/etv/Projects_Networks/TTNet/ 

Kontakt: Mara Brugia, Projektkoordinatorin, Cedefop, Tel.: (30) 2310 490 125, E-Mail: mb@cedefop.eu.int 
Quelle: Cedefop/mb - Ausgabe 1-2004

http://www2.trainingvillage.gr/download/Cinfo/Cinfo12004/C14A4DE.html
 
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