Computer-Magazin

 
Ein Drittel der Jugendlichen surft vom eigenen Zimmer aus im Internet - Ergebnisse der Studie "JIM 2003" 

Wie die aktuelle Untersuchung "JIM 2003" des Medienpädago-gischen Forschungsverbundes Südwest belegt, ist das Internet für Jugendliche vor allem ein Kommunikationsmedium - im Schnitt verschicken die Internet-Nutzer acht E-Mails pro Tag und verzeichnen etwa 12 Posteingänge. Darüber hinaus haben 65 Prozent der jugendlichen User schon einmal einen sogenannten Chatroom aufgesucht. Besorgniserregend ist hierbei, das etwa die Hälfte der Chatroom-Nutzer angibt, bereits ein- oder mehrmals auf Personen gestoßen zu sein, die belästigen, aufdringlich sind oder unangenehme Fragen stellen.

Computer und Internet schieben sich aber auch auf der subjektiven Bedeutungsebene immer stärker in das Bewusstsein der 12- bis 19-Jährigen. Bei der Frage nach der Unentbehrlichkeit verschiedener Medien kann sich das Fernsehen 2003 bei Jugendlichen insgesamt nur noch sehr knapp vor dem Computer behaupten. Für Jungen und junge Männer hingegen ist der Computer (38 %) mittlerweile wichtiger als das Fernsehgerät (31 %). Für Mädchen und junge Frauen ist die Bindung an das Fernsehen (31 %) am stärksten, nahezu gleichauf folgen dann das Radio (19 %), Bücher und der Computer (jeweils 17 %). 

Auch hinsichtlich der Informationsbeschaffung zu jugendrelevanten Themen ziehen die 12- bis 19-Jährigen - und hier vor allem Jungen und junge Männer - das Internet immer stärker heran. Eine Spitzenposition nimmt das Internet beim Thema "Ausbildung und Beruf" ein, Informationen über "Liebe und Partnerschaft" werden aber noch immer am häufigsten in Zeitschriften gesucht. 

Der zunehmende Stellenwert von Computer und Internet zeigt sich auch bei den Nutzungsanlässen verschiedener Medien bzw. deren spezifischen Funktionen für die Jugendlichen. So nutzen zwar nach wie vor die meisten Jugendlichen bei Langweile am ehesten das Fernsehen (37 %, 1998: 38 %), der Computer als Mittel zum Zeitvertreib wird 2003 aber bereits von 25 Prozent genannt, 1998 waren dies erst 14 Prozent. Auch bei der Suche nach Spaß und Unterhaltung nutzen 39 Prozent am häufigsten das Fernsehen (1998: 40 %), mittlerweile würden sich aber auch hier 22 Prozent für den Computer entscheiden - doppelt so viele wie vor sechs Jahren (1998: 10 %). Hinsichtlich der Multifunktionalität machen Computer und Internet dem Fernsehen ganz offensichtlich immer stärker Konkurrenz. 

Bereits zum sechsten Mal hat der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MpFS) im Rahmen einer umfangreichen Studie das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in der Bundesrepublik untersucht. Hierzu wurden von Mai bis Juli 2003 über 1.200 Telefoninterviews durchgeführt. Die ausführliche Studiendokumentation kann gegen Übernahme der Portokosten bestellt werden bei:

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
c/o Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK)
Rotebühlstr. 121
70178 Stuttgart
Tel.: 0711/66 99 131
Fax: 0711/66 99 111
E-Mail: info@mpfs.de
 

und im Internet unter www.mpfs.de

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