Multimediale Lernarrangements im Betrieb (1998) 

Computer based Training in der betrieblichen Lernkultur - eine Führungsaufgabe (1996) 

Studieren und weiterbilden mit Multimedia (1998) 
 
 
 
 
 
 
 
 

Buch 1 

Multimediale Lernarrangements im Betrieb

Behrendt, Erich, Multimediale Lernarrangements im Betrieb: Grundlagen zur praktischen Gestaltung neuer Qualifizierungsstrategien, Bielefeld 1998, 222 Seiten, ISBN 3-7639-0088-8, 48,- DM. 

Die Geschichte des Einsatzes in-teraktiver Medien in Lernprozessen verzeichnet überwiegend gescheiterte Projekte - aber zugleich auch einige beispielhafte erfolgreiche Modelle. 
Der Autor der vorliegenden Publikation betrachtet Computer in beruflichen Lern- und Informationsprozessen weniger aus der Perspektive der Technik, sondern vielmehr hinsichtlich intelligenter, neuer Qualifi-zierungslösungen, die sowohl pädagogischen als auch ökonomischen Kriterien genügen. Interaktive Medien werden als Instrument in der Hand des Bildungsexperten gesehen, der neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Unterricht, selbstgesteuertem Lernen u.ä. anstrebt. 
Die Inhalte des Buches basieren auf Erfahrungen aus Beratungs- und Trainingsmaßnahmen, der Auswertung der Fachliteratur sowie Interviews und Fallstudien in deutschen Betrieben. Neben den Einsatzkonzepten stellt der Band die Sichtweisen der Leiter aus den Fachabteilungen, der Weiterbildner und nicht zuletzt der Lernenden dar. 
Ein Glossar, in dem die wichtigsten technischen Begriffe erklärt werden, ergänzt die Studie. 
Nun zu den einzelnen Kapiteln des Buches: 

1. Einleitung 
2. Grundlagen computergestützter Lernsysteme im Kontext neuer Unternehmensstrategien: Der Computer als Lernmedium, Interaktivität und Multimedia, Veränderungen von Produktions- und Dienstleistungsarbeitsplätzen, Betriebliche Informations- und Lernsysteme als Trendsetter einer neuen multimedialen Technikanwendung? Arbeitsplatznaher Einsatz interaktiver Medien im Kontext neuer Organisationsformen der Arbeit 
3. Anwendung interaktiver Medien in der betrieblichen Bildungspraxis: Auswahl der Anwendungsbeispiele und der Analysekriterien, computergestützte Informations- und Bedienhilfen am Arbeitsplatz, Computerunterstützte Beratungshilfen am Arbeitsplatz, Selbstlernplätze, Selbstlernzentren, Interaktive Medien in Seminaren, Kombinierter Einsatz interaktiven-multimedialen Lernens in der arbeitsplatznahen Qualifizierung. 
4. Schlußfolgerungen: Lernorte und Lehrinhalte, Das Medienpotential interaktiver Lernsysteme, Qualifizierungskonzepte und multimediale Lernarrangements, Medienqualität und Lerninhalte, Die „neue Offenheit": Potentiale multimedialer Arbeits- und Lernumgebungen für den Arbeitsplatz der Zukunft 
5. Literaturverzeichnis 
6. Glossar 

Dem Buch liegen qualitative Untersuchungen über den Einsatz interaktiver Lernsysteme in der betrieblichen Weiterbildung zugrunde. Solche Untersuchungen sind bisher rar gewesen. Mit 23 Experten wurden mehrstündige Leidfadeninterviews geführt, in 10 Fallstudien (Großbetriebe, Mittelständische Industrieunternehmen, Kommunalverwaltung, Bank) wurden Erhebungen mit 90 Personen durchgeführt.  Vor diesem Hintergrund entstand eine lebendige und praxisnahe Beschreibung. Dabei werden auch Umsetzungsprobleme benannt.  
Zum Schluß sollen ein paar markante Schlußfolgerungen wiedergegeben werden: 
In vielen Betrieben wird das Lernen (als Sonderform des Arbeitens) am Arbeitsplatz oder außerhalb des Arbeitsplatzes noch nicht als ernstzunehmende Tätigkeit angesehen. Es fehlt oft noch an einer Arbeits- oder Lernkultur.  
Das Lernen während er „eigentlichen" Arbeit ist schwierig, dazu bieten sich Selbstlernplätze, Selbstlernzentren oder Seminare an. Multimedia kann als Vor- oder Nachbereitung von Seminaren genutzt werden.  
Diese Lernphasen müssen in der Regel durch qualifiziertes Personal begleitet werden. 
Autonomes Lernen an Lernplätzen ohne Betreuungsmöglichkeit stellt höhere Anforderungen an die Qualität von Lernprogrammen. 
Das Buch gefällt insgesamt und ist nicht nur für die interessant, die Multimedia im Betrieb einsetzen (wollen), sondern auch für alle, die mit Lernen befasst sind und dabei neue Bildungstechnologien einsetzen. 
(wsk) 

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Buch 2 

Computer Based Training in der betrieblichen Lernkultur - eine Führungsaufgabe

Helmut Schmidt, Gerhard Stark, Hrsg.: Bundesinstitut für Berufsbildung, Bielefeld 1996,  ISBN 3-7639-0798, 362 Seiten, 42,50 DM. 

In dieser Publikation werden die Ergebnisse des Modellversuches COALA "Arbeitsplatznahe Qualifizierung von un- und angelernten Arbeitskräften in kleinen und mittleren Betrieben unter Einbeziehung computergestützter Lernmedien" vorgestellt. Dieser Modellversuch wurde vom 1. Oktober 1991 bis 30. September 1995 von den  Beruflichen Fortbildungszentren der Bayrischen Arbeitgeberverbände e.V. (bfz) durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie gefördert. 
Zum Hintergrund: "In den vergangenen Jahren haben vielfältige Erfahrungen in der betrieblichen Weiterbildung sehr bald gezeigt, daß die Akzeptanz der Lernsoftware schnell nachläßt, wenn ihr Neuigkeitswert erschöpft ist. Die Lernenden sagten früher häufig, daß die Lerninhalte nicht genau auf ihre Aufgabenstellungen passen würden, die programmierten Interaktionen oft zu einfach seien oder nur wenige Alternativen böten; auf viele Fragen, die bei der Durcharbeitung der Lerninhalte der Lerninhalte entstünden, könnten sie in der Lernsoftware keine Antwort finden, nur selten seien komplexere Aufgaben oder Simulationen in die Lernsoftware implementiert, um das erworbene Wissen erproben zu können.  
Aufgrund dieser Erfahrungen wurde die Lernsoftware zunehmend in umfassendere Qualifizierungskonzepte als ein weiteres Medium eingebettet. Tutoren,Lernberater, Fachexperten erklären in kurzen Seminaren den Nutzen und den Gebrauch der Lernsoftware, stehen anschließend für alle Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung und veranstalten auch Abschlußseminare zur Vertiefung des Lerntransfers für die jeweiligen Arbeitsaufgaben. Dabei zeigt sich, daß effektives Lernen mit multimedialen Lernprogrammen drei wesentliche Voraussetzungen hat: 

  • Erstens ist eine ganz andere Art von Lehrtätigkeit gefordert, die nicht mehr den Schwerpunkt auf die Vermittlung der Lerninhalte legt, sondern von den zu lösenden Arbeitsaufgaben ausgehend die Lernenden beratend unterstützt und zum Finden effizienter Lösungswege anregt.
  • Zweitens müssen die Lernenden kooperative Selbstlernkompetenzen entwickeln, damit sie in Kommunikation und Kooperation mit anderen den Erwerb der erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Motivationen - bezogen auf ihre Arbeitsaufgaben und entsprechend ihrem individuellen Lernbedarf - selbst organisieren können.
  • Drittens kann das kooperativ selbstorganisierte Lernen sich nur dann entfalten, wenn die betriebliche Lernkultur dies durch eine entsprechende Organisationsentwicklung auch ermöglicht. Die effektive Nutzung von Computer Based Training in der betrieblichen Lernkultur ist daher eine wichtige Führungsaufgabe." (Zentrale Ergebnisse des Modellversuches, vom fachlichen Betreuer - Dr. Zimmer -  im Vorwort formuliert.)
Nun zu den einzelnen Kapiteln des Buches: 
Arbeitsplatznahes Lernen von Un- und Angelernten mit Computer Based Training (CBT). 
Die Notwendigkeit arbeitsplatznaher Weiterbildung. 
Computer Based Training im arbeitsplatznahen Lernen - Didaktisches Design - CBT-Lernprogramme und CBT-Entwicklungen im Modellversuch - CBT im Weiterbildungskonzept - Unterstützung der modularen Weiterbildung zum Facharbeiter - Evaluation von CBT-Modulen - Lernen als Arbeiten. 
Motivationale Voraussetzungen selbständigen Lernens bei An- und Ungelernten. 
Der schwierige Prozeß der Entwicklung der Lernkultur im Unternehmen - Entwicklung von CBT-Konzepten durch die Mitarbeiter selbst - Ein Lernarrangement mit CBT - Objektive Bedarfserhebung - Subjektive Qualifikationspotentialanalyse - eine Strategie zur Entwicklung der Lernkultur - eine Strategie zur Organisationsentwicklung -Workshop-Konzepte zur Personal- und Organisationsentwicklung 
Arbeitsplatznahes Lernen in der betrieblichen Praxis 
Anhang A: Checkliste für den Einsatz von CBT 
Anhang B: Literaturliste 
Die Publikation ist sehr praxisoriert angelegt und enthält eine Fülle von nützlichen Informationen. Erfreulich ist auch, daß eine Problemgruppe des Arbeitsmarktes, "Un- und Angelernte des Metall- und Elektrobereiches",  zum Gegenstand eines Modellversuches gemacht wurde. Daher sind die Erkenntnisse im besonderen auch für die Benachteiligtenförderung interessant. (wsk) 

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Buch 3 

Studieren und weiterbilden mit Multimedia - Perspektiven der Fernlehre in der wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung. 

Neuerscheinung in der Reihe "Multimediales Lernen in der Berufsbildung", herausgegeben von Friedrich Scheuermann, Frank Schwab und Heinz Augenstein, 1998, 430 Seiten (16,2 x 23,7 cm), zahlr. Abb. und Tab. 58,– DM; ISBN 3-8214-7018-6

Begriffe wie "Multimedia" und "Online-Learning" halten zunehmend Einzug in den Bereich der Aus- und Weiterbildung. Hypermedien und Cyberspace spielen dabei eine immer wichtigere Rolle im wissenschaftlichen Alltag. "High-Tech-Fernstudien" versprechen Lehrenden und Lernenden eine Flut an neuen Möglichkeiten, Vorteilen und Verbesserungen.  
"Studieren und weiterbilden mit Multimedia - Perspektiven der Fernlehre in der wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung" aus der Reihe "Multimediales Lernen in der Berufsbildung" widmet sich Fragen, die sich mit dieser aktuellen Entwicklung in der wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung beschäftigen (Weitere Informationen bei BW Bildung und Wissen Verlag und Software,  
PF 82 01 50, 90252 Nürnberg, Tel. 0911/9676-175, Fax:-189. Email: 
thomas.preuss@bwverlag.de).  
Der Band beinhaltet eine Vielzahl von Aspekten moderner Weiterbildungsforschung und umfaßt sowohl Beiträge zur Konzeptualisierung als auch zum Transfer wissenschaftlicher Bildung. Breiter Raum wird Überlegungen zum Einsatz interaktiver Medien, zu Betreuungsnetzwerken, zur Didaktik von Lernprogrammen wie auch zur Internationalisierung von Weiterbildung gewidmet.  
Der erste Teil "Perspektiven, Potentiale und Probleme" beschreibt bereits absehbare Tendenzen im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung und der europäischen Fernlehre. Dabei fällt auf, daß nahezu jeder Beitrag auch die Problemfelder analysiert, die derzeit noch einer zügigen Entwicklung entgegenstehen.  
Im zweiten Teil, "Projekte, Praxis und Erfahrungen", werden Projekterfahrungen beim Einsatz multimedialer Technologien im Fernstudium wiedergegeben und sowohl technische als auch organisatorische Fragen behandelt. Daneben machen die Beiträge deutlich, wie der institutionelle und regionale Kontext, in dem wissenschaftliche Weiterbildungsprojekte angesiedelt sind, auch die Arbeitssituation der Weiterbildner beeinflußt.  
Im dritten Teil finden sich Beiträge, die den Einsatz multimedialer, interaktiver Technologien stärker aus der Perspektive sozialwissenschaftlicher und pädagogischer Forschung beleuchten. 
Ein Glossar zur leichteren Navigation durch den Dschungel multimedialer Fachtermini rundet den Band ab. 
Zum Schluß sei auf die sehr interessanten Praxisbeispiele und Projekte verwiesen, die in dieser Publikation vorgestellt werden: 
EuroStudienzentren - 50 solcher Zentren gibt es bereits in 13 Ländern. 
Fernstudium grenzüberschreitend im "Saar-Lor-Lux"- Bereich - das im Rahmen des europäischen Förderprogrammes TELEMATICS finanzierte Projekt Café Mondial. 
"Lecture-on-Demand" und Internet-basierte multimediale Teachwarepakete für die wissenschaftliche und betriebliche Aus- und Weiterbildung. 
Technische Details zu Netzanbindungen - Komponenten einer Teleteaching-/Telekooperationsumgebung 
Teleteaching an den Universitäten Mannheim und Heidelberg in allen technischen Einzelheiten. 
Die ProFern-Computer-Konferenz im Rahmen des Bund-Länder-Kommission (BLK) Projektes: "Fernstudium als Methode zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Arbeitswelt im Rahmen berufsbezogener wissenschaftlicher Weiterbildung". 
Video- und Computerkonferenzen im Rahmen der Aktion des Europäischen Rates "DELTA" (Developing European Learning Technology Advance. 
Diese exemplarisch vorgestellten Beispiele zeigen die große Bandbreite der in diesem Buch behandelten Themen. Die technischen Zusammenhänge werden verständlich dargestellt. Die pädagogischen Komponenten dieser noch relativ neuen Form des Lehrens und Lernens werden gebührend berücksichtigt. Ein großes Lob für eine gelungene Veröffentlichung. (wsk)  

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