Modellprojekt 1 

Modellprojekt 2 

Modellprojekt 3 
 


 
 
 
 
 
 
 
 

Modellprojekte

Modellprojekt 1: Lernen mit Leonardo 
Seit Anfang 1996 führt die Berufsbildende Schule in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) im Rahmen des Leonardo-Bildungsprogrammes der Europäischen Union ein Pilotprojekt mit Partnern aus Pirmasens, Bristol (England) und Valencia (Spanien) sowie Firmen aus der Wirtschaft durch. Dabei sollen neue Wege in der Qualifizierung Jugendlicher in der kaufmännischen Aus- und Weiterbildung sowie in der Fort- und Weiterbildung der Ausbilder/innen gesucht und erprobt werden. Leitziel ist die Vermarktung ökologischer Produkte auf europäischer Ebene unter Verwendung moderner Informationstechnologie (Internet, eMail) in Verbindung mit selbst gegründeten Übungsfirmen und realen Partnern.  
Gemeinsam haben die  Schüler/innen einen Warenkorb zusammengestellt, der aus allen Teilnehmerländern bestückt wurde. „Europa is(s)t gesund" war das Motto der Aktion, die Anfang Juli 1997 unter realen Bedingungen im Markant-Supermarkt angeboten wurde. Per Internet konnte der Warenkorb bestellt werden. Markant lieferte frei Haus aus. Zu dieser internationalen Aktionswoche waren auch Schüler/innen aus Valencia und Bristol in der Kurstadt zu Gast. Die BBS hatte am Mittwoch und Freitag eigens ein Internet-Café eingerichtet. Organisiert wurde es von Horst Wilms. Die Projektleitung von Leonardo hat Christa Schracke, das Lernbüro organisierte Franz Krämer, wo die fiktive Firma Winpro ihren Sitz hat. Als regionaler Partner unterstützt der Ökowinzerbetrieb Pflüger das Projekt. 
Als besonders innovativ wird der Versuch gewertet, den oftmals bestehenden Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie am Beispiel eines Online-Marketingkonzeptes in enger Kooperation mit Handelsunternehmen positiv zu beantworten.    
(Quelle: Stadtanzeiger Bad Dürkheim, 10. Juli 1997)   
(wsk) 

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Modellprojekt 2: Schulversuch ESSo 
"Rebecca (14) und Anton (11) besuchen die Schule für Körperbehinderte in Oggersheim und können ihre Hände nur teilweise oder kaum gebrauchen. Daß sie dennoch schreiben können, ermöglicht ein Computer, der auf Sprache reagiert. Das Ganze ist ein Modellversuch und läuft seit Beginn des Jahres unter dem Kürzel ESSo (Erprobung eines Spracherkennungssystems in der Sonderpädagogik) in mehreren Schulen in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Die beiden Landesregierungen finanzieren das Projekt zusammen mit dem Bundesbildungsministerium. Die Kosten belaufen sich auf rund 500.000 DM. Gestern demonstrierten Rebecca und Anton, wie sie mit Mikrofon und dem Spracherkennungssystem "Dragon-Dictate" den Computer steuern." (Rheinpfalz, Ausgabe Ludwigshafen, 20. Juni 1997) 
 Offizieller Start des Projektes war der 1. Februar 1996. Das System soll bei folgenden Beeinträchtigungen realisiert werden: 
·  motorische, insbesondere Muskelerkrankungen und Querschnittslähmungen 
·  sensorische, insbesondere Sehbeeinträchtigungen 
·  hirnorganische 
·  sprachliche und 
·  kognitive Beeinträchtigungen. 
Mit "DRAGONDICTATE" ist es möglich, durch die gesprochene Sprache System- und Programmbefehle umzusetzen und Texte, Rechnungen, Bilder etc. auf dem Bildschirm darzustellen. Auch bei bestimmten Sprachbeeinträchtigungen kann das System aufgrund einer 
großen Anpassungsfähigkeit ohne Probleme benutzt werden. 
Es soll geprüft werden, inwieweit mit DRAGONDICTATE als Werkzeug eine Verbesserung hinsichtlich eines selbstgesteuerten Lernens, einer unabhängigen Lebensführung und damit eine höhere Lebensqualität erreicht werden kann. Desweiteren soll erprobt werden, ob und wieweit sich neue kompensatorische, therapeutische und diagnostische Möglichkeiten eröffnen, die die schulische und berufliche Integration sowie die soziale und medizinische Rehabilitation verbessern. Neben der Entwicklung gemeinsamer schulischer Förderkonzepte soll für die angesprochenen Zielgruppen auch die Realisierung einer Konzeptfortschreibung mit außer- und nachschulischen Institutionen entwickelt und erprobt werden. 
Weitere Informationen: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland-Pfalz, Referat 15523 (Neue Kommunikationstechniken und Unterrichtsmedien), Mittlere Bleiche 61, 55116 Mainz. Quellen: Außer dem schon zitierten Artikel in der Rheinpfalz wurde ein Artikel der Zeitschrift Computer und Unterricht, Heft 27, August 1997, der sich mit diesem Modellversuch beschäftigt, verwendet. (wsk) 

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Modellprojekt 3: 
CAUSA- Computer-Anwendungen im Unterricht und Sprachtraining für Aussiedler.  
In den Jahren 1990-1994 führte das hessische Kultusministerium mit Unterstützung des damaligen Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft dieses Modellprojekt durch. Ein zentraler Punkt war die Einrichtung und Erprobung von sogenannten "Sprachwerkstätten". Aufgrund der guten Erfahrungen begann zum Schuljahresbeginn 1994/95 ein Kooperationsprojekt zwischen dem hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS) und einigen regionalen Außenstellen des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung (HILF). Ziel des Vorhabens ist es, den Modellversuch CAUSA in die Unterrichtspraxis zu übertragen und so die Einsatzmöglichkeiten von "Sprachwerkstätten im Regelunterricht zu erproben. 
Die "Werkstatt" kann für die folgenden Bereiche genutzt werden: 
·  für den Unterricht "Deutsch als Zweitsprache" 
·  für die Unterstützung des Regelunterrichtes Deutsch in der Hauptschule (zunächst für die Klassen 5-7) 
·  zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese- und Rechtschreibschwächen 
·  für den Informatikunterricht 
·  für einzelne Unterrichtsprojekte, zum Beispiel im Rahmen der Arbeitslehre 
·  für die binnendifferenzierte Förderung im Regelunterricht der Hauptschule und der Realschule 
An der Eugen-Bachmann-Schule in Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße/Odenwald) richtete ein Kollege, der über 4-Jahre-CAUSA-Erfahrung verfügte, zusammen mit dem Informatik-Lehrer die Sprachwerkstatt mit 8 PCs ein. Die Konzeption war so angelegt, neben dem Computer auch andere Medien wie Cassettenrecorder, Videoanlage und bewährte Unterrichtsmaterialien wie LÜK-Kästen, Übungskarteien, Lernspiele, Kopiervorlagen und Tafel einzusetzen. 
Der Umgang mit Computern hat auch in der "Schreibwerkstatt" einen hohen Aufforderungscharakter. Die unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer konnten vor allem zwei Beobachtungen machen. Zum einen lernen die Schüler sehr rasch mit einem neuen Medium selbstständig umzugehen (kognitiver Aspekt), zum anderen festigt dieser Umgang gleichzeitig ihr Selbstwertgefühl (affektiver Aspekt). Beide Aspekte wirken sich positiv auf das Arbeits- und Sozialverhalten aus.  
Nun noch ein Blick auf die eingesetzte Lernsoftware. Neben marktüblichen Standardprogrammen wurde vom HIBS entwickelte Software eingesetzt: 
CAUSA-Übungsarchiv - erfüllt alle Anforderungen des Ministeriums für den Bereich "Deutsch als Zweitsprache". Bestandteile: Textbaumeister (Textrekonstruktionsprogramm), Varianten (Frage-Antwort-Programm), Lückentext, Wahlmeister (Multiple-Choice-Übungen), Zuordnungen, Lesetraining, Wortspielereien. 
Lesewelt (Ausgabe des HIBS) - der zu erlernende Wortschatz kann mittels vielfältiger Übungen (Wörter- und Bildermemory, Wörterpuzzle, Übungen zur Wortrekontruktion etc) 
Die Sprachwerkstatt soll nicht nur an der Eugen-Bachmann-Schule eine feste Einrichtung werden, auch andere Schulen sollen dazu ermutigt werden und so zu einer Verbesserung der Qualität von Unterricht beizutragen. (wsk) 
(Quelle: "Sprachwerkstatt Deutsch - Vom Modellversuch zum Regelunterricht", von Reinhard Kerner und Dieter Thie, in: Computer und Unterricht, Heft 22, hrsg. vom Friedrich Verlag in Seelze)  

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