Aus eigener Forschung

Beim folgenden Beitrag handelt es sich um Auszüge des Artikels eines Mitarbeiters des Arbeitskreises Computer für die Zeitschrift Computer und Unterricht (Ausgabe 27 vom August 1997), herausgegeben vom Friedrich-Verlag. 
Förderung in der beruflichen Bildung -  Ergebnisse aus Modellprojekten und Informationsquellen"
Wolfgang Schmitt-Kölzer

Im Kontext ihrer beruflichen Erstausbildung werden lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche unterstützt. Diese von der Bundesanstalt für Arbeit finanzierten Maßnahmen "Berufsausbildung in überbetrieblichen Einrichtungen" (BüE) und "ausbildungsbegleitende Hilfen" (abH) berücksichtigen die besondere Situation der Auszubildenden durch Angebote von Fördermaßnahmen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten sowie durch eine sozialpädagogische Betreuung.  
Im Rahmen dieses Förderkonzeptes spielt der Computer als Arbeitsmittel und Arbeitshilfe eine wichtige Rolle. Die elektronische Bild- und Informationswelt des Computers kommt den Anforderungen und Lernvoraussetzungen benachteiligter Jugendlicher entgegen und kann ihr Interesse am Lernen steigern. 
Im Verlaufe der 90er Jahre ist es der "Benachteiligtenförderung" gelungen, ein eigenständiges Profil in der Konzeption von Lernsoftware und Multimedia zu bekommen. In Modellprojekten und Fortbildungsseminaren sind Lernprogramme und -systeme entwickelt worden, die die fachlichen und methodisch-didaktischen Erfordernisse der Zielgruppe berücksichtigen. 

Ergebnisse aus Modellprojekten: 
Vom 01. Januar 1993 bis 31. Dezember 1994 führte die Gesellschaft für Informationstechnologie und Pädagogik (GIP) beim IMBSE in Moers aus Mitteln der europäischen Gemeinschaftsinitiative HORIZON in Zusammenarbeit mit einem portugiesischen Bildungsträger das Modellprojekt "Multimediale Instrumente in der Praxis integrierter Didaktik" durch. Benachteiligte Jugendliche aus der überbetrieblichen Ausbildung bearbeiteten in Projektwochen mit Hilfe von Multmedia-Systemen berufsfachliche und andere Themen, so z.B "Wie arbeitet eine Furnierpresse" oder "Arbeitsschutz in der Holzwerkstatt".  
Kontakt: Institut für Maßnahmen zur Förderung der beruflichen und sozialen Eingliederung (IMBSE), Moerser Feld 1, 47441 Moers, Telefon: 02841-9173-20 

Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EUROFORM entwickelte die Stiftung Berufliche Bildung (SBB) in Hamburg zusammen mit Partnern in Schottland und Griechenland CBT-Programme für benachteiligte Jugendliche und Erwachsene. Darunter sind Programme für den Bereich Deutsch als Fremdsprache, aber auch für die Bereiche Metall- und Holztechnik, Elektrotechnik sowie Automatisierungstechnik. 
Kontakt: Stiftung Berufliche Bildung, Projekt "Offenes Lernen", Wendenstr. 493, 20537 Hamburg, Telefon: 040-21112-0 

Seit 1992 entwickelt die INBUS-GmbH in München im Rahmen des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Modellprojektes "Computer und Ausbildung" Lernsoftware für den Bereich der ausbildungsbegleitenden Hilfen. 14 Lernprogramme stehen bis jetzt zur Verfügung, darunter "Holz arbeitet" oder "Das deutsche Sozialversicherungssystem". 
Kontakt: INBUS GmbH - Computer & Ausbildung, Müllerstr. 43, 80469 München, Telefon: 089-263740 

Vom 01.10.1990 bis 31.12.1996 führte das Bremer Arbeiter-Bildungs-Centrum den Modellversuch "BENNO - Ausbildung benachteiligter Jugendlicher in neugeordneten Metallberufen und Weiterbildung für Ausbilder" durch. Die gesamten Leittextmaterialien der Ausbildungsprojekte zur systematischen Fehlersuche sowie des Pneumatik-Grundlehrganges sind auf CD-ROM veröffentlicht mit der Möglichkeit, die Materialien mittels gängiger Software für die eigenen Bedürfnisse zu modifizieren. 
Kontakt: Arbeiter-Bildungs-Centrum, Schiffbauerweg 4, 28237 Bremen, Telefon: 0421-6180519 

Seit 1994 arbeitet eine Projektgruppe des Schweriner Ausbildungszentrums an einem Modellvorhaben, das computergestütztes Lernen im Prozeß der Arbeit speziell für benachteiligte Jugendliche beinhaltet.  Das  Programmsystem ALIS (Arbeitsorientiertes Lern- und Informationssystem) - auf der Basis von Asymetrix-Toolbook durch das Institut für berufliche Aus- und Fortbildung (IFA) in Bonn entwickelt -  wurde zur Grundlage genommen, um gemeinsam mit den Jugendlichen ein Multimedia-Modul mit dem Titel "Wartung, Instandsetzung und Fehlersuche an der MSG-Schweißmaschine" zu entwickeln. Inzwischen liegen auch Module für die Bereiche Hauswirtschaft und Elektrotechnik vor. Die Erfahrung hat gezeigt, daß computerunterstütztes Lernen individuellen Voraussetzungen - etwa bezüglich des Lerntempos - sehr entgegenkommt.  Auch haben die Jugendlichen durch das Projekt wichtige Handlungskompetenzen - wie etwa selbständiges Arbeiten - erhalten, was ihren Weg in die berufliche Existenz erleichtern soll. 
Kontakt: Schweriner Ausbildungszentrum e.V., Ziegeleiweg 7, 19057 Schwerin, Telefon: 0385-480227 

In den Jahren 1995/96 entwickelten Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen eines Fortbildungsseminares des "heidelberger institut beruf und arbeit" (hiba) insgesamt 7 Lernprogramme, die im September 1996 auf CD-ROM mit dem Titel "Neue Lernwelten entdecken" veröffentlicht wurden. Darauf befinden sich Programme wie " ... neulich in der Werkstatt  - Teilsysteme, Funktionselemente und Fehlersuche beim Kraftfahrzeug" oder "Soll und Haben - Ein Einstieg in die Finanzbuchhaltung". 
Kontakt: heidelberger institut beruf und arbeit (hiba), Verlag, Travelmannstr. 26/28, 23564 Lübeck 

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