Modelle

Arbeitsplatznahe Weiterbildung von Instandhaltungspersonal mit multimedialen Lernsystemen

CNC-Technik/Mikroelektronik in den Berufsfeldern Metalltechnik und Holztechnik an den Kollegschulen und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen

Kooperatives Lernen in vernetzten Systemen - Entwicklung von netzwerkfähigen Unterrichtsmaterialien für ein gemeinsames Lernen in Europa (KOKOS) - Hessen

Integrative Medienerziehung mit multimedialen interaktiven Systemen (IMMIS)


Arbeitsplatznahe Weiterbildung von Instandhaltungspersonal mit multimedialen Lernsystemen

Bundesinstitut für Berufsbildung: Förderzeichen D 0745.00

Laufzeit des Modellversuches: 01.01.1995-31.12.1998

Zuständiger Landesminister: Senatsverwaltung für Schulwesen, Berufsbildung und Sport, Storkower Str. 133, 10407 Berlin

Durchführungträger/Projektleiter: GIZ - Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH, Feurigstr. 37, 10827 Berlin, Jochen Noth

Wissenschaftliche Begleitung/Projektleiter: Institut für Berufliche Bildung und Weiterbildungsforschung, TU Berlin, Franklinstr. 28-29, 10587 Berlin, Prof. Ing. Heinz H. Erbe

Fachliche Betreuung im BIBB: Wolfgang Diener

Ziele - Fragestellungen - Modellversuchsaktivitäten

Innerhalb des Modellversuches soll ein modular aufgebautes Lernprogramm entwickelt werden zur Fortbildung von Facharbeitern in der Fertigung. Diese sollen befähigt werden, Maßnahmen zur Anlageninstandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung) im selbstverantwortlich arbeitenden Team nach technischen, organisatorisch-planerischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten zu planen und durchzuführen. Das in Module gegliederte Lernprogramm wird in Multimediatechnik ausgeführt und soll zur arbeitsplatznahen Weiterbildung in Klein- und Mittelbetrieben sowie in überbetrieblichen Aus- und Weiterbildungszentren eingesetzt werden.

Durch geeignete Computersimulation bzw. adäquates Lernspielszenarium wird eine Lernumgebung geschaffen, die das Produktionssystem und die Betriebssituation realitätsnah abbildet.

Die interaktive Gestaltung des Programms veranlaßt den Lerner zu zielgerichtetem Handeln im Team und das Lernteam seinerseits zur Kooperation mit anderen betrieblichen (Lerner-) Gruppen (Interaktivität zwischen Lernern). Derartige Planspiele fördern die soziale und technische Planungskompetenz beim Lerner, die im Betrieb so dringend gebraucht wird.

Modellversuchspopulation: Maschinenbediener und Facharbeiter aus dem Bereich der Fertigung in Klein- und Mittelbetrieben.

Weitere Informationen in der Broschüre: "Modellversuche in der außerschulischen Berufsbildung. Inhaltliche Förderbereiche und regionale Verteilung. Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.) Berlin 1996. Diese Broschüre soll Ende des Jahres erscheinen und kann beim Bertelsmann-Verlag in Bielefeld bestellt werden.

Quelle:

bibbmail, der elektronische Informations- und Kommunikationsdienst des Bundesinstitutes für Berufsbildung, Verzeichnis MV-WEIT(TERBILDUNG), Dateiname: INSTAND.745 vom 12.09.1996 (wsk)


CNC-Technik/Mikroelektronik in den Berufsfeldern Metalltechnik und Holztechnik an den Kollegschulen und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen

Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung:

Kennziffer: K 0169.00
Laufzeit: 01.08.1984 - 31.12.1988

Träger des Modelleversuches waren 8 Schulen in Nordrhein-Westfalen, darunter eine Schule für Hörgeschädigte.

Wissenschaftliche Begleitung - Bereich Erziehungs- und Sozialwissenschaft: Prof. Dr. A. Lipsmeier, Fernuniversität - Gesamthochschule Hagen; Bereich Technik: Dr. R. Kirchhof, Geschäftsstelle beim Regierungspräsidium Detmold.

Adressaten: Bildungsgänge an berufsbildenden Schulen und Kollegschulen: Berufsschule, Fachschule für Technik, doppelqualifizierende Bildungsgänge mit Allgemeiner Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife. Darüber hinaus sind Weiterbildungsmaßnahmen in der Trägerschaft der IHK, des Arbeitsamtes und der Arbeitgeberverbände einbezogen worden.

Im Rahmen des Modellversuches wurden berufs- und bildungsgang- bzw. schulformübergreifende Basiscurricula zu den Gebieten:

-Grundlagen der Informationsverarbeitung

-Grundlagen der CNC-Technik

-Aufbaumodul zur CNC-Technik

entwickelt.

Die Adaption der entwickelten Curricula an spezifische Lerngruppen wurde durch die unterrichtenden Lehrer vollzogen.

Vorrangiges analytisches Ziel der Wissenschaftlichen Begleitung war die Identifizierung und Prognose derjenigen Qualifikationen, die mit der Einführung der Neuen Technologien verbunden sind, wobei in der angestrebten Curriculumimplementation und -evaluation der Anspruch der "Sozialverträglichkeit" zu berücksichtigen war, womit umfassende Fragen der Interdisziplinarität auf fachsystematischer, curricularer und didaktisch-methodischer Ebene aufgeworfen wurden.

Ergebnisse und Empfehlungen:

Medien:

Im Rahmen des Modellversuches sind folgende Handbücher erstellt worden:

-CNC-Drehen und CAD-Technik (Grundlagen/Übungen/Projekte)

-CNC-Fräsen (Metall- und Holztechnik)

-Software-Projekte (CNC-Drehen/CNC-Fräsen/CAD)

Software:

-CAD/CNC-Software-Paket

-CNC-Simulation Drehen

-CNC-Simulation Fräsen

Die Ergebnisse des Modellversuches sind in die Lehrplanentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen für die neugeordneten industriellen Metallberufe eingeflossen. Auf insgesamt 16 (!) Fachtagungen und Messen stellte sich das Modellprojekt vor. Die didaktisch-methodische Konzeption wurde im Rahmen verschiedener EU-Projekte in Dänemark, England, Niederlande, Frankreich und Italien transferiert.Die gemeinsame Entwicklung von Qualifikationsmodulen in Verbindung mit EU-Projekten ist eine weitere Transferleistung auf der Grundlage der Ergebnisse des Modellprojektes.

In verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen wurden im Rahmen des Modellversuches 250 Lehrer fortgebildet, weitere Fortbildungskurse wurden in Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern, Arbeitsverwaltungen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Volkshochschulen und anderen Institutionen durchgeführt.

Quelle:

Die Ausführungen folgen der Darstellung: Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 35, Modellversuche "Neue Informations- und Kommunikationstechniken in der Beruflichen Bildung", Bericht über eine Auswertung von Gerhard Faber und Franz-Josef Kaiser, Bonn 1993. (wsk)


Kooperatives Lernen in vernetzten Systemen - Entwicklung von netzwerkfähigen Unterrichtsmaterialien für ein gemeinsames Lernen in Europa (KOKOS) - Hessen

Hessen hat ein Schulnetz (HIBSnet) aufgebaut, das über einen zentralen Server mit dem Internet und so auch mit anderen Netzen verbunden ist. Somit ist ein weltweiter Austausch elektronischer Post möglich.

Im hessischen Schulversuch ging es auch darum, die Hilfen zu untersuchen, die sogenannte "Groupware" bieten (Groupware stellt computergestützte Konzepte für die Teamarbeit bereit - weitere Informationen in: HELIOS + KOKOS Info, hrsg. vom Hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung, Wiesbaden 1994/1, S. 37ff.).

Dabei kann es im einzelnen darum gehen, in räumlich getrennten Arbeitsgruppen parallel und arbeitsteilig zu arbeiten, politische Entscheidungsprozesse zu simulieren, so wie es im Planspiel Kommstedt vorgesehen ist oder an Hand konkreter Themen eine Entscheidungsfindung im Netz anzustreben. (Kommstedt ist ein computerunterstütztes Planspiel der Bundeszentrale für polistische Bildung -BpB- zum Thema Parlamentarische Demokratie am Beispiel der Einführung der neuen Informations- und Kommunikationstechniken - vgl. dazu den Bericht über Kommstedt im Computer-Magazin Nr. 7 vom Juni 1995)

Unter den Projekten seien folgende erwähnt:

-Global Novel:

Verschiedene beteiligte Schulen (Personen) schreiben abschnittsweise an einem Stück (für das Projekt ist ein Jahr vorgesehen).

-Umweltprojekt "Lahn": Biologische und chemische Gewässeruntersuchungen werden in das AquaData-Projekt eingegeben.

-Science across Europe:

Zu den Themen wie Energieverbrauch zu Hause, Trinkwasser u.a. werden Daten gesammelt und europaweit ausgetauscht. Das Projekt findet in zehn Sprachen statt, sodaß unter dem Aspekt der interkulturellen Erziehung gerade für ausländische Schülerinnen und Schüler eine Gelegenheit gegeben ist, ihre Sprachkompetenz einzubringen.

-Das Europäische Schulprojekt (ESP):

Das ESP ist ein von nationalen Koordinatorinnen und Koordinatoren organisiertes Projekt, das in verschiedenen Themenbereichen arbeitet. Das ESP ist auch über das Internet zu erreichen. Ein besonderes Kennzeichen des ESP ist, daß sich im Laufe der Jahre seit 1987 durch persönliche Kontakte ein stabiler Kern an beteiligten Personen herausgebildet hat, der die Kontinuität und Verläßlichkeit der Projektdurchführungen gewährleistet.

- Was ist das Geld wert?

In diesem Projekt werden auf internationaler Basis Probleme der Geldbestimmung verdeutlicht. Auch hier entsteht ein Beitrag zum interkulturellen Lernen, indem auf die Probleme der einheitlichen Bestimmung des Warenkorbes eingegangen wird.

Als Ergebnis dieses Modellversuches wird für das Bundesland Hessen festgestellt, daß ein Unterricht, der über das Klassenzimmer hinausgeht, noch nicht zum pädagogischen Alltag gehört und neue pädagogische Impulse gegeben werden müssen, damit schulübergreifende und vor allem internationale Kooperationen und Kommunikationsformen stattfinden. Dadurch können Lernprozesse initialisiert werden, die einen größeren "Echtheitscharakter" und mehr "Authentizität in das schulische Lernen bringen. Als besondere Notwendigkeit wird die Spracherziehung und das interkulturelle Lernen in einem zusammenwachsenden Europa gesehen, das durch die Telekommunikation gefördert werden kann. Das Modellprojekt endete 1995.

Quelle:

Diese Beschreibungen sind der Broschüre entnommen: "Telekommunikation in der Schule", hrsg. von der Beratungsstelle für Neue Technologien - BfNT - im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest, Dezember 1995, Autoren: Axel Heymann, Karlheinz Korbmacher, Willi van Lück, Norbert Subroweit. (wsk)


Integrative Medienerziehung mit mutlimedialen interaktiven Systemen (IMMIS)

Unter Federführung des Hessischen Instituts für Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS) in Kooperation mit weiteren Instituten führt das Land Hessen seit Beginn des Jahres 1996 einen Modellversuch durch, der einen Beitrag zur Gestaltung einer Medienerziehung leisten soll. Die Laufzeit des vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie unterstützten Vorhabens beträgt 3 Jahre.

In diesem Modellversuch soll untersucht werden, wie Ziele und Inhalte der Medienerziehung mit Hilfe geeigneter interaktiver Systeme schülergerecht umgesetzt werden können. Die Unterrichtsbeispiele sollen sich auf Fragestellungen konzentrieren, die für die heutige Mediensituation charakteristisch sind.

Dazu zählen

- die Auseinandersetzung mit Einflüssen der neuen Medien auf Gefühle, Vorstellungen, Orientierungen,

- das Verstehen und Unterscheiden von medialen Aussagen und Programmen,

- die reflektierte Nutzung medialer Angebote unter Abwägung von Handlungsalternativen und Zurechtfinden in der Medienvielfalt,

- die Nutzung von Medien zur Organisation des eigenen Informationsbedarfs,

- die Nutzung von Medien für ästhetisch-kreative Produkte.

Die Unterrichtsbeispiele sollen von gestaltenden Ideen geleitet werden. Solche "Leitideen” können aus Spannungsfeldern resultieren, die für die heutigen Medienwirkungen charakteristisch geworden sind:

- Die Verschiebung der von Kindern und Jugendlichen wahrnehmbaren Welt mittels Medien zuungunsten der noch verbleibenden unmittelbaren Erfahrungen,

- die Welt der errechneten, digitalen Bilder, die das Erkennen von wahren Sachverhalten zunehmend erschwert,

- die Überflutung mit Informationen, die gleichzeitig immer beliebiger erscheinen,

- die Auflösung von Raum und Zeit, von Fiktion und Wirklichkeit mittels technischer Kommunikation, die eine wachsende (nahezu omnipotente) Handlungskompetenz suggeriert.

Die Beschäftigung mit den digitalen Medien soll in Handlungszusammenhänge eingebunden werden, die einerseits künstlich, fiktional, virtuell sind, andrerseits reale Begegnungen und Konfrontationen ermöglichen.

Zur Umsetzung im Unterricht sind 4 Schwerpunkte genannt:

I. Informationelle Kompetenz fördern

II. Auseinandersetzung mit der Mediatsierung

III. Konstruktive Kompetenz fördern

IV. Verständigung mittels Bildern Die Erprobung einzelner Unterrichtsvorhaben ist ab September vorgesehen. Erste Ergebnisse werden gegen Ende des Jahres erwartet.

Weitere Informationen zum Modellversuch sind unter folgender Adresse erhältlich:

Hessisches Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS)

Modellversuch IMMIS

Viktoriastraße 35

65189 Wiesbaden

Tel.: (0611) 34 22 76

Fax: (0611) 37 05