Computerspiele auf dem Prüfstand

Die Bundeszentrale für Politische Bildung in Bonn veröffentlicht die Loseblattsammlung "Computerspiele auf dem Prüfstand", um die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Video- und Computerspiel zu fördern und Hilfestellungen bei der Auswahl und Bewertung anzubieten. Inzwischen ist Teil 7 "Edutainment - Software zwischen Spielen und Lernen" von Wolfgang Fehr und Jürgen Fritz erschienen.

Am Beispiel des Kinderprogramms CIRCUS gehen die Autoren der Frage nach: Was ist Edutainment? Edutainment-Software ist zwischen Computerspielen (Entertainment) und reinen Lernprogrammen (Education) angesiedelt. Bei den Entertainment-Produkten steht eine spezifische Spieldynamik im Vordergrund, die zwar nicht ausschließt, daß dabei etwas gelernt wird, aber dieses Lernen, wenn vorhanden, ist nicht intentional ausgerichtet. Lernsoftware zeichnet sich dagegen dadurch aus, daß klare Lernziele vorhanden sind, die erreicht und überprüft werden sollen. In der Regel handelt es sich um Trainingsprogramme, die der Vermittlung von Wissen und Einsichten und dem Einüben von Fähigkeiten dienen. Zwischen diesen beiden Bereichen ist Edutainment angesiedelt. Dabei geht es zwar auch um Lernziele, die erreicht und überprüft werden sollen, sie erscheinen aber relativ beliebig und sind nicht streng auf bestimmte Zielbereiche ausgerichtet. Gute Programme ermöglichen entdeckendes Lernen und stimulieren hohe Arbeitsmotivation.

Im Hinblick auf Intention, Struktur, Lernorientierung und spielerische Einbindung unterscheiden die Autoren 5 verschiedene Formen der Edutainment-Software.

1. Bezüglich Lehrprogrammen (Teachsoft): Teach-Tale-Tainment. Das sind Programme, die lernorientiert (teach) und erzählorientiert (tale) sind und spielerischen und unterhaltsamen Charakter haben. z.B. Max und die Geheimformel.

2. Bezüglich Werkzeugen (Toolsoft): Tooltainment. Niederschwellige Anwendungsprogramme ohne professionellen Anwendungsbezug. Herstellung kreativer Objekte, z.B. Creative Writer, Urmels Filmstudio.

3. Bezüglich Informationssystemen (Infosoft): Infotainment. Unterhaltsame Informationssysteme zu interessierenden Themen. Multimediale Aufbereitung der Software, z.B. Bitte nicht stören, Kulturen der Antike, Eine kurze Geschichte der Zeit.

4. Bezüglich Simulationsprogrammen (Simsoft): Simtainment. Simulationen mit spielerischer Dramaturgie zu lernrelevanten Inhalten, wie Städtebau, Besiedelung, z.B. Sim Tower und

5. Bezüglich Spielgrogrammen (Gamesoft): Skilltainment. Unterhaltsame Spiele, die auch allgemeine Kenntnisse und Fähigkeiten fördern z.B. Colonization.

Die ausführlichen Bewertungen der genannten Programme liegen der Loseblattsammlung bei. Sie enthalten allgemeine Angaben zum Programm, Äußere Merkmale, Analyse des Programms, Pädagogische Beurteilung und Erfahrungen mit dem Programm.

Diese Materialien werden kostenfrei an Multiplikatoren der Bildungsarbeit abgegeben und sind zu beziehen bei: Bundeszentrale für Politische Bildung, Referat Medienpädagogik und Neue Medien, Postfach 2325, 53013 Bonn, fax: 0228-515585 (rr)


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