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Veränderte Medienwelten - Veränderte Lernwelten

Computer-Lernprogramme

Multimedia und Virtuelle Welten

Multimediales Lernen in der Berufsbildung


Veränderte Medienwelten - Veränderte Lernwelten

7. Bundeskongreß der Bildstellen/Medienzentren, Mainz, 16. bis 18. Oktober 1995, Kongreßdokumentation, veröffentlicht als Ausgabe Nr. 1-2/1996 des FWU Magazin, ISSN 0937-6437, 256 Seiten, Einzelpreis dieses Doppelheftes: 25 DM. Herausgabe: FWU Institut für Film und Bild in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitskreis der Leiterinnen und Leiter kommunaler Bildstellen und Medienzentren in Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft der Landesbildstellenleiter Deutschlands. Die Dokumentation ist Bestandteil des Kongreß-Medienpakets, das aus 3 Videoproduktionen und 2 CD-ROMs besteht.

"Erinnerung, sagt der Philosoph, ist Labsal für die Seele, Erinnerung, sagt der Praktiker, ist Anlaß für neue Taten. Beides soll mit der Dokumentation .... erreicht werden. So umfassend wie möglich wird mit diesem FWU Magazin festgehalten, was auf dem Kongreß gesagt und getan worden ist: ..." (aus dem Editorial)

Dieser Ankündigung aus dem Editorial wird die Dokumentation voll und ganz gerecht. In Form einer chronologischen Berichterstattung wird der Verlauf des Kongresses geschildert.

Nach einer kurzen Vorstellung des Programmes wird die Eröffnungsveranstaltung des 1. Kongreßtages dokumentiert. Hauptredner war Professor Dr. Jo Groebel von der Universität Utrecht, der in seinem Vortrag die von ihm entwickelten
"sechs I" der Kommunikation für Gesellschaft und Lernen vorstellte: Innovation, Integration (Multimedia - das Zusammenspiel von Text, Bild und Film), Interaktivität, Imagination, Internationalisierung, Individualisierung.

Der zweite Kongreßtag hatte die Schwerpunkte "Medienpädagogik" sowie "Pädagogik und Neue Technologien". Hier nur einige Stichworte aus der Fülle von Vorträgen, Workshops, Diskussionsforen:

- Medienerziehung in der Schule - Orientierungsrahmen der Bund-Länder-Kommission

(vgl. dazu auch das Computer-Magazin Nummer 9)

- Lernen und Medien. Qualitätssteigerung des Lernprozesses durch Medien

- Mit Multimedia und Telekommunikation in neue Lernwelten?

- Informations- und Kommunikationstechnologische Bildung (IKB)

- Simulationen - Erklärungen der Welt?

- Neue Technologien in der Projektarbeit

- Computerwelten sind Lernwelten

- Telekommunikation in der Berufsschule (ein Modellversuch aus den Niederlanden)

- Telekommunikation und E-Mail im Unterricht

- Elektronische Erschließung und Speicherung von Bilddokumenten

- Das Projekt "Science Across Europe im KIDS-Netzwerk"

- Lesetraining am Computer

- CD-ROM im Bildungsbereich

- Neue Medien im Unterricht

- Edutainment mit Multimedia - eine Herausforderung für Schule und Weiterbildung

Der dritte Kongreßtag hatte den Schwerpunkt "Funk und Fernsehen"

Während der gesamten Kongreßdauer gab es die Möglichkeit, auf dem "Markt der Möglichkeiten" die "neuen Lernwelten" praktisch zu erfahren. Ob an den Ständen des Multimedia-Projektes "Comenius", der Landesmedienzentren Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landesbildstelle Berlin, von ARD und ZDF, der Lehrerfortbildungsinstitute und anderer, überall wurde deutlich, daß der Umgang mit "neuen Medienwelten" ein Schlüssel zu erweiterten Qualifikationen sein wird.

Im Anhang der Dokumentation werden die Träger des Kongresses, die Referentinnen und Referenten sowie die Kooperationspartner vorgestellt. Eine Presseschau und ein Kapitel "FWU intern" schließen die gelungene und äußerst lesenswerte Publikation ab. (wsk)


Franz Schanda,

Computer-Lernprogramme:

wie damit gelernt wird; wie sie entwickelt werden; was sie im Unternehmen leisten, Weinheim-Basel 1995, 204 Seiten, ISBN 3-407-36317-6,

42,- DM.

Das vorliegende Buch ist Bestandteil der Reihe "Weiterbildung" des Beltz-Verlages, die von Prof. Dr. Karlheinz Geißler und Prof. Dr. Bernd Weidenmann betreut wird. Der Autor ist seit 1978 als Mitarbeiter am Institut für wissenschaftliche Lehrmethoden J.U. Martens tätig und seit 1989 in der PRO LERNEN Beratungsgesellschaft, die sich in Theorie und Praxis mit der Entwicklung von Computer-Lernprogrammen beschäftigt.

"Computer-Lernprogramme finden zunehmend Verbreitung in der Aus- und Weiterbildung. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Frage, wie sich durch den Einsatz dieser neuen Lerntechnologie auch neue Lernstrategien für ein erwachsenengerechtes, erfolgreiches Training im Unternehmen entwickeln lassen. Das vorliegende Buch gibt Antworten auf diese Fragen" ... aus didaktischer Sicht, aus organisatorischer Sicht, aus wirtschaftlicher Sicht. Dieser Ankündigungstext des Verlages macht zum einen neugierig, zum anderen stellt sich eine gewisse Skepsis ein, ob es möglich ist, sich dem Thema Lernsoftware so umfassend zu nähern. Nach der Lektüre des Buches aber ist der Leser/die Leserin eines besseren belehrt. Franz Schanda gelingt es, in verständlicher Sprache und in praxisnaher Darstellung, das Thema Computer-Lernprogramme zu behandeln.

Der Autor beschäftigt sich im ersten Kapitel mit den "Möglichkeiten und Grenzen" von Lernsoftware. Hier beeindruckt vor allem der Abdruck eines bisher unveröffentlichten Manuskripts aus dem Jahr 1990, das der Autor miterarbeitet hat, mit dem Titel: " Strategien interaktiven Lernens zur Realisierung kognitiver, affektiver und psychomotorischer Lernziele". Danach eignen sich Computer-Lernprogramme besonders für "Ausweniglernen" und "einsichtiges/verstehendes Lernen", auch für das "Lernen von Bewegungsabläufen" und "Einstellungslernen" und selten für "soziales Lernen". Unter dem Begriff "Einstellung" versteht der Autor die gefühlsmäßige Tendenz, auf wichtige Dinge der Umgebung relativ gleichförmig zu reagieren bzw. sie unter einem bestimmten Blickwinkel zu sehen. Diese Tendenz gehe auf Einstellungen zurück. Solche Einstellungen beeinflußten unser tägliches Verhalten mehr als Wissen.

Ein weiterer interessanter Aspekt dieses Kapitels ist die Vorstellung eines Rechenverfahrens, in dem eine rein personale Weiterbildungsmaßnahme mit der Kombination unter Einsatz von Computer-Lernprogrammen verglichen wird.

Das zweite Kapitel widmet der Autor der Technik des Computereinsatzes und deren Entwicklungstendenzen. Das dritte Kapitel behandelt die Gestaltung der Lernprogramme. Hier werden Fragen der Didaktik angesprochen und ein im Jahre 1989 entwickeltes Konzept der lernergesteuerten Interaktion vorgestellt, das auch Feedbackkonzepte beinhaltet. Fragen des Bildschirmdesigns und der Qualitätsmerkmale von Lernsoftware runden dieses Kapitel ab. Kernpunkte des vierten Kapitels formulieren die Anforderungen erwachsenengerechten Lernens an Hand von Praxisstudien: "Vorbereitung auf die Ausbilder-Eignungsprüfung" sowie "Multimediale Verkaufsschulung".

Unter dem vielversprechenden Titel des fünften Kapitels "Projektmanagement" verbirgt sich die kenntnisreiche und praxisbezogene Beschreibung der Projektphasen bei der Entwicklung eines Computer-Lernprogrammes: Planungsphase-Konzeptphase-Drehbuchphase-Realisierungsphase-Evaluationsphase. Interessant ist in diesem Kapitel auch die Kostenplanung "für ein Computer-Lernprogramm mit einer Stunde Bearbeitungszeit", die zwischen 20.000 und 60.000 DM beträgt. Multimedia-Programme erfordern ein höheres Budget - so muß für eine Minute Film mit Produktionskosten zwischen 4.000 und 8.000 DM gerechnet werden.

Ebenfalls sehr praxisnah wird im letzten Kapitel untersucht, wie Lernsoftware in Unternehmen eingeführt wird.

Abgerundet wird das Buch durch insgesamt 13 Checklisten als Wegweiser für die Praktiker, darunter etwa der "Strukturplan über die Durchführung eines Projektes zur Erstellung von Computer-Lernprogrammen".

Ein rundum gelungenes Buch, das allen, die sich mit Lernsoftware beschäftigen - ob als Anwender oder Entwickler - wertvolle Einsichten vermittelt.


Multimedia und virtuelle Welten

Andreas Schmenk, Arno Wätjen und Dr. Rainer Köthe, 1995, Band 100 der Jugendbuchreihe Was ist Was, Tessloff-Verlag, ISBN 3-7886-0663-0, 48 Seiten, 14,80 DM (mit CD-ROM, auf der alle 100 bisher erschienenen Bände multimedial vorgestellt werden).

"Dieser 100. Band der Was ist Was Reihe erklärt anschaulich und mit vielen Beispielen die faszinierende Welt von Multimedia, die aufregenden Möglichkeiten der erdumspannenden Computernetze und die zukünftigen virtuellen Welten, deren Bedeutung bisher noch kaum zu ermessen ist. Aber vielleicht kommen uns neben ihnen in einigen Jahren das heutige Kino oder Fernsehen so veraltet vor wie heute ein Schellackplatten-Grammophon im Vergleich zu einem CD-Spieler." (aus dem Vorwort)

Aus dem Inhalt:

Die bunte Welt von Multimedia: Was ist Multimedia? Was ist eine CD-ROM? Ist Multimedia schwer zu bedienen?

Die Einsatzbereiche von Multimedia: Wie läßt sich Multimedia zum Lernen nutzen? Wie hilft Multimedia bei der beruflichen Fortbildung? Welche Vorteile hat ein Multimedia-Nachschlagewerk? Ersetzt Multimedia das Buch? Gibt es Multimedia-Spiele? Wozu wird Multimedia sonst noch verwendet?

Eine CD-ROM entsteht: Wie kommen die einzelnen Multimedia-Bestandteile in den Computer? Wie werden die Medien zur CD-ROM verknüpft?

Informationen aus aller Welt: Was ist ein Datennetz? Welche Datennetze gibt es? Wie kann man selbst an Datennetzen teilnehmen?

Welten im Computer: Wie erlebt man virtuelle Realität? Welche Ausrüstung braucht man für einen virtuellen Ausflug? Wie lassen sich virtuelle Welten erzeugen? Was kann man mit VR anfangen?

Multimedia in der Zukunft: Was können Computer in einigen Jahren? Wie wird Multimedia unseren Alltag verändern? Erklärung der Fachbegriffe.

Das Buch behandelt das Thema Multimedia umfassend und sehr anschaulich. Durch eine leicht verständliche Sprache gelingt es den Autoren, den Jugendlichen die teils komplexen Zusammenhänge näherzubringen. Das Buch ist auch für Ausbildungsgruppen in der Benachteiligtenförderung interessant, die sich mit den Neuen Technologien beschäftigen wollen.

Bundesinstitut für Berufsbildung,


Multimediales Lernen in der Berufsbildung

Ergebnisse, Veröffentlichungen und Materialien aus dem BIBB, Stand: Oktober 1996, 68 Seiten, kostenlos.

Die Broschüre beginnt mit einer Einführung von Gerhard Zimmer, Heinz Holz und Ernst Ross, in der die Autoren 5 Thesen zum multimedialen Lernen entwicklen in den Bereichen: Visionen des multimedialen Lernens; Telekommunikation - Neue Chancen für offenes Lernen; Entwicklung multmedialer Lernarrangements - Didaktisches Design und Evaluation; Mit Multimedia am Arbeitsplatz lernen - Organisation und Effizienz; Sprachenlernen mit Multimedia - Einsatzfelder und Lernerfolge.

Danach folgen sechs Beiträge, überwiegend Nachdrucke von Zeitschriftenbeiträgen bzw. Auszüge aus Buchveröffentlichungen, die ein beredtes Bild geben von der intensiven Forschungstätigkeit des BIBB auf diesem Gebiet.:

Gerhard Zimmer, Wird Multimedia die Berufsbildung revolutionieren? (S. 9-10).

Ernst Ross, Computerunterstützes Lernen (CUL) - von der Euphorie zur realistischen Betrachtung (S. 11-25).

Gerhard Zimmer, Von Lernumgebungen zu Arbeitsaufgaben - multimediale Lernarrangements für selbstorganisiertes Lernen (S.26-35). Es handelt sich hier um Auszüge des Buches: Gerhard Zimmer & Heinz Holtz (Hrsg.): Lernarrangements und Bildungsmarketing für multimediales Lernen, Berichte aus der Berufsbildungspraxis, Nürnberg: BW Bildung und Wissen Verlag, 1996. (wir werden dieses Buch im Computer-Magazin Nummer 11, das im Juni 1997 erscheinen wird, ausführlich besprechen).

Wilhelm H. Bähr und Heinz Holz, Bildungsmedien aus der Hand des Ausbilders (S.36-53).

Gerhard Zimmer, Interaktives multimediales Fernlernen - Eine neue Perspektive für die bedarfsorientierte Weiterbildung (S.54-59).

Dieter Blume, Qualifikationen und Qualifizierung im Bereich von Multimedia-Tätigkeiten.