Die folgende Beschreibung eines Programmes des FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH Bavariafilmplatz 3, 82031 Grünwald, wurde vor wenigen Wochen in der Mailbox des Bundesinstitutes für Berufsbildung (bibbmail) veröffentlicht. Der Autor, Jörg Streit aus Berlin, hat das Programm im Unterricht eingesetzt, konnte also eine sehr praxisbezogene Einschätzung vorlegen. Wir freuen uns, die Beschreibung hier wiederzugeben.

Die Börsensimulation

Schullizenzen der FWU-Programme sind für 140 DM erhältlich. Zum Teil sind diese Programme auch in Bildstellen/Medienzentren erhältlich. Das hier vorgestellte Programm erschien im Jahre 1993 und erfordert keine besonderen Systemvoraussetzungen: ab AT/286, MS-DOS ab 3.3., alle Grafikkarten.

Das Programm soll einen Einblick in das Wertpapiergeschäft vermitteln. Es bietet eine einfache Simulation des Wertpapierhandels, die Anwender übernehmen die Rollen interessierter Wertpapierkunden einer Bank. Dies bedeutet, daß alle Wertpapiergeschäfte (Kauf und Verkauf) über eine Bank, diese Funktion nimmt der Computer ein, abgewickelt werden müssen. Nach jedem Kauf oder Verkauf erhält der "Kunde" eine Kauf/ Verkaufsabrechnung. Dafür werden Gebühren berechnet. Informationen erhalten die "Kunden" über eine Wertpapiertabelle, Börsennachrichten oder die Wertpapierberaterin. Diese Quellen bieten Hinweise zum Geschehen am Wertpapiermarkt. Aus diesen Hinweisen sollen die Anwender ihre eigenen Schlüsse ziehen und entsprechend handeln. Während des Programmablaufs können Hilfen zur Bedienung, zum Programm und ein Lexikon mit wichtigen Begriffen aufgerufen und auch ausgedruckt werden. Das Handbuch bietet zu den Handhabungshinweisen auch Unterrichtsvorschläge.

Kluges Handeln wird nicht nur durch "Geld", sondern auch durch Punkte belohnt. Dies bietet den Vorteil, daß Benutzer trotz eines finanziellen Verlustes in schwierigen Börsenphasen dennoch Punktgewinne erzielen können. Wurden mindestens zehn von 26 möglichen Wochen durchlaufen, erhalten die Anwender beim Beenden des Programms eine Abschlußbewertung.

Unterrichtseinsatz

Vorkenntnisse: Im Unterricht sollten die Themen Markt, Angebot und Nachfrage behandelt worden sein. Gut wäre, wenn die Schülerinnen und Schüler bereits Grundkenntnisse vom Wertpapierhandel und vom DAX (Deutscher-Aktien-Index) hätten. Dies ist aber nicht unbedingt erforderlich, da im Lexikon Erklärungen zur Verfügung stehen, auch zur Kursermittlung. Erfahrungen im Umgang mit Computern sind vorteilhaft, aber nicht notwendig.

Programmanwendung

Den Anwendern sollten 45 Minuten zur Verfügung stehen. Ist der Zeitrahmen kürzer, sollten auch eingeschränktere Aufgabenstellungen ausgegeben werden.

Erfahrungen im Unterrichtseinsatz

Die Börsensimulation wurde bereits mehrmals eingesetzt, meistens in Berufsschulklassen für Bankkaufleute, aber auch am Wirtschaftsgymnasium. Unterrichtsdauer: zwischen 45 und 90 Minuten. In den Klassen herrschte während des Simulationsverlaufs eine gute Arbeitsatmosphäre. Fast immer waren die Schülerinnen und Schüler interessiert und engagiert. Selbstverständlich gab es auch Ausnahmen. Zu technisch, uninteressantes Thema oder die Gruppe sei zu groß waren auf Nachfrage die Antworten der weniger interessierten Schülerinnen und Schüler. Viele der Anwender notierten sich genau die wechselnden Kurse, besprachen ihre Aktionen und versuchten, "Regelmäßigkeiten" herauszubekommen. Es gab aber auch Gruppen, die intuitiv vorgingen. In jedem Fall zeigte sich, daß Gruppen, die sich unvollständige oder ungenaue Notizen machten, solchen mit ausführlicheren Aufzeichnungen im Ergebnis unterlegen waren. Dies zeigte sich auch in der anschließenden Besprechung der Ergebnisse. Gruppen mit ausführlicheren Notizen konnten die jeweiligen Entscheidungen besser in einem Gesamtzusammenhang einordnen und analysieren. Da fast immer in Gruppen (2-4 Personen) an den Arbeitsplätzen gearbeitet wurde, ergibt sich selbstverständlich ein höherer Geräuschpegel als in Einzel- oder Stillarbeitsphasen. (Jörg Streit)

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