Die folgenden drei DOS-Programme sind von der Programmbasis her recht einfach aufgebaut, sie bestehen aus Texten, Strich-Graphiken und kleineren Interaktionsanimationen. Doch für den Bereich der ausbildungsbegleitenden Hilfen, aber auch für interessierte Berufsschullehrer, bieten sie gerade durch die Möglichkeiten, eigene Lerneinheiten zu verfassen, ein recht sinnvolles Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten.

Programmautor: Franz-Josef Woeste, Heilig-Geiststraße 24, D-46325 Borken

Systemvoraussetzungen: 286er Rechner, 1 MB Speicherplatz pro Programm, 640 kByte Arbeitsspeicher,VGA-Grafik, MS-DOS 3.3 oder höher


Wbuch

Programm zur Buchführung

Preise: 80,- (Schüler-), 120,- (Lehrer-) und 350,- DM (Schulversion für 25 Rechnerplätze).

Das Programm bietet drei Module. Zuerst enthält es ein kleines Finanzbuchhaltungsprogramm mit frei wählbaren Kontenrahmen. Dort können Debitoren- und Kreditoren-Konten eingerichtet und etwa Mahnungen für Außenstände er- und verfaßt werden. Skonto- und Umsatzsteuer-Buchungen sind möglich, ein Journal mit den Buchungen eines frei wählbaren Zeitraums kann ausgedruckt, die Summen und Salden aller Konten können ebenfalls für frei wählbare Zeiträume ausgegeben werden. Hauptabschlüsse, Gewinn und Verlust-Berechnungen und Bilanzen können auf Bildschirm oder Drucker zusammengestellt werden. Die monatlichen Umsätze können zum Beispiel graphisch dargestellt werden. Wer dergleichen nicht direkt für eine Firma braucht, könnte hier mit seinen kaufmännischen Azubis eine Firmensimulation - etwa als eine Art Projekt - durchspielen lassen.

Die anderen beiden Module dienen dem Lernen; sie sind in einen Schüler- und einen Lehrerarbeitsbereich unterteilt.

Auch hier sind, je nach der kaufmännischen Lernergruppe, Kontenrahmen frei definierbar.

Das Programm enthält bereits sehr viele Aufgabenstellungen zur Buchführung (ca. 250 Einzelbuchungen in 20 Übungen); außerdem ist es möglich, eigene Themen einzugeben oder bestehende zu erweitern oder zu ändern. Bei Buchungen können jeweils 3 Soll- und 3 Habenkonten angesprochen werden. Über den Menüpunkt Optionen können etwa die Auswirkungen einer Buchung auf die Bilanz (Aktivtausch, Aktiv-Passivmehrung etc.) und die Auswirkungen auf das Eigenkapital abgefragt werden. Es kann, mit einstellbaren Schülerhilfen, auch an T-Konten geübt werden. Neben der Themenwahl ist auch eine Zufalls-Fragenauswahl möglich.

In einem gesonderten Menüpunkt können in 10 Themen untergliederte Fill-In-Übungen (Lückentext) mit ca. 120 Fragen zur Buchführungstheorie auf Bildschirm oder Drucker ausgegeben und bearbeitet werden. Bei der Eingabe eigener Aufgaben (Fill-In oder Buchungssätze etc.) hilft ein recht umfangreiches Handbuch, das von der Diskette aus ausgedruckt werden kann. (rs)


PLAY & LEARN

Preise: Einzelplatzlizenz 80,- DM (für Schüler + Studenten 60,- DM), Schullizenz 250,- DM

Im Programm wird ein Multiple Choice-Fragenkatalog zu beliebigen Themenbereichen in 5 (mehr oder weniger sinnvollen) Spielvarianten bearbeitet.

In der ersten Variante sucht ein (etwas rudimentärer) Theseus in einem kretischen Striche-Labyrinth die richtige von fünf Antworten; in der zweiten hält ein Fahrstuhlführer bei der richtigen Etage an, in der dritten 'fängt' ein Cowboy den richtigen aus fünf Antwort-Mustangs usw.

Als Auflockerung des Unterrichts ist das Programm nicht schlecht, allerdings im Zeitalter des Multimedia-Zaubers doch etwas hausbacken...

Spielvariante und Themengebiet können gewählt werden, danach erfolgt eine Auswertung zur Lernerfolgskontrolle. (rs)


WKURS Version 1.0

Preise: wie bei Play & Learn

Dieses kleine Autorenprogramm zum Lehren und Lernen gestattet eigene Themenerarbeitungen. Textseiten mit Erklärungen und Erläuterungen werden dabei mit Frageteilen unterstützt; der Text wird dabei mit Hilfe eines (mit leider nur sehr beschränkten Möglichkeiten arbeitenden) Editors eingegeben. Die Frage- oder Aufgaben-Teile können als Multiple Choice-Fragen, Begriffsabfragen (verschiedene Lösungsmöglichkeiten können eingegeben werden), Fill-In-Lückentext-Aufgaben oder Zuordnungs- und Reihenaufgaben gestellt werden.

Text- und Fragendatei können ausgedruckt werden; man hat also die Möglichkeit, Unterrichts- und Testvorbereitungen auch mit der Themeneingabe zu verbinden. Im Schülermenü kann zwischen "Übung” oder "Test” gewählt werden; bei Test werden nur die Fragen bearbeitet.

Tests und Übungen werden danach ausgewertet; es besteht auch die Möglichkeit, für Tests einen bestimmten Zeitrahmen festzulegen. Bei falschen Antworten wird im Übungsmodus die jeweilige Erklärungsseite des Textes und die dazugehörigen Fragen wiederholt; es empfiehlt sich also, nicht zuviele Fragen mit nur einer Seite zu verbinden, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden.

Alle drei Programme haben Nachteile in der relativ starren Struktur der Übungsabläufe. Doch für alle drei Programme (mit Einschränkungen für Play & Learn, in dem die Spiele-Möglichkeiten ein wenig aufgesetzt und aus den Fingern gesogen wirken) gilt, daß sie trotz der Einschränkungen durch die einfache Programm-Basis erstaunlich viele pädagogisch sinnvolle Möglichkeiten zu einem vergleichsweise geringen Preis bieten. (rs)



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Jan Allers & Peter Esser-Krapp, Hamburg, Germany