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Bücherecke

Neue Technologien in der Sonderschule. Der Einsatz des Computers in der LRS-Therapie, hrsg. vom Hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung, Berichte, Materialien, Heft 2, 1993, 56 Seiten, ISBN 3-88327-272-8

Wir wollen diese Veröffentlichung vorstellen, weil die Problematiken von Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Legasthenie auch Jugendliche in der Berufsausbildung betreffen.

Die Publikation versteht sich als Tagungsband zu einem Symposium, das am 12. Juni 1992 in Wiesbaden stattfand. Autorinnen und Autoren: Jürgen Walter, Günter Schleisiek, Renate Buss, Peter Laufer, Thomas Förster, Sven Degenhard, Walter Schellhas, Horst Holzschuh, Heino von Stern.

Der erste Beitrag beschreibt den Einsatz des von Jürgen Walter am Institut für Heilpädagogik der Pädagogischen Hochschule in Kiel entwickelten Programmes LESE-ZEILE in der LRS-Therapie. Der Programmautor stellte auf dem Symposium fest, daß es sich hier nicht um ein "allumfassendes Schriftsprach-Erwerbsprogramm", sondern um ein Trainingsprogramm zur Anbahnung und Verbesserung von Segmentierungsstrategien auf der Silbenebene handelt. Die Wörterlisten des Programmes orientieren sich am Kieler Leseaufbau (Dummer-Smoch, Hackethal), die separat erhältlich sind. Ergänzend zum Einsatz des Computer-Programmes empfiehlt der Autor silbenorientierte Leselehrgänge und sonstige Fördermaterialien.

Es sei empirisch erwiesen, daß Wörter um so eher falsch geschrieben würden, je mehr Konsonanten sich links und rechts vom Wortstamm befänden. Hier setzt das Programm LESE-ZEILE an, indem es eine, nach exakt definierten und empirisch erwiesenen Schwierigkeitsgraden (sogenannte Konsonanten-Vokale-Konsonanten-Strukturen) abgestufte, Lese-Rechtschreibtherapie auf der Basis von ca. 3450 Einheiten ermöglicht.

In einem zweiten Beitrag stellt Günter Schleisiek die von ihm entwickelte BUDENBERG-Lernsoftware vor. Das Angebot reicht von Deutsch- und Mathematik-Programmen bis hin zu Sachkunde- und Fremdsprachen-Programmen. Die Software folgt den sonderpädagogischen Prinzipien der Motivation, Anschauung, kleinen Schritten, sofortigen Leistungsbestätigung, Erfolgssicherung und Übung. Die Programme motivieren die Schüler/innen durch die grafische Gestaltung, die Einbindung in eine Spiel- oder Wettkampfform zum lustbetonten Üben. Die Programme sind in der Regel normzeitorientiert, das heißt jeder Gruppendurchgang wird nach zwei bis vier Minuten automatisch beendet. Die schwachen Schüler/innen müssen nicht länger üben als schnellere. Organisatorisch ist es sehr vorteilhaft, wenn die Lehrerinnen und Lehrer für die gesamte Lerngruppe eine einheitliche Übungszeit von maximal 20 Minuten je Programm ansetzen können.

Die weiteren Beiträge des Symposiums sollen hier im Überblick vorgestellt werden:

  • Praktisch Bildbare am Computer?
  • Die Arbeitsgruppe Computer in der Schule für Lernhilfe stellt sich vor.
  • Körperbehinderte ohne Computer?
  • Computereinsatz an Blinden- und Sehbehindertenschulen
  • Bedingungen für eine informations- und kommunikationstechnische Grundbildung (IKG) mit lernbeeinträchtigten Schülern
  • Integration und neue Technologien
  • Aktivitäten und Perspektiven
  • Anlage 1: Literatur zum Thema "Behinderte und Computer"
  • Anlage 2: Literatur zum Thema "Lernhilfe/Erziehungshilfe und Computer". (wsk) 
  • Evaluation multimedialer Lernprogramme und Lernkonzepte, Berichte aus der Berufsbildungspraxis. Hrsg: Peter Schenkel und Heinz Holz. Reihe: Multimediales Lernen in der Berufsbildung, BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH, Nürnberg 1995, ISBN 3-8214-7015-1, Preis: 43,80 DM.

    Der vorliegende Band beschäftigt sich in 9 Einzelbeiträgen mit dem Thema Evaluation, also mit der Beurteilung und Bewertung von multimedialen Lernprogrammen und Lernkonzepten. Der Herausgeber weist im Vorwort daraufhin, daß Evaluation ein unverrückbares Kernstück jedes Pilotprojektes ist, ohne die keine Einschätzung des Erfolges, keine Qualitätsbewertung und keine Optimierung eines Ergebnisses möglich ist. Vor dem Hintergrund, daß es bei Lernprogrammen nur zwei Evaluationsfelder gibt, auf denen umfangreiche Erfahrungen vorliegen, nämlich die Akzeptanz des Lerners und die technische Lauffähigkeit des Programms, zeigen die Beiträge, wann, wo und wie Evaluation bei der Entwicklung von Lernprogrammen und Planung und Durchführung von Pilotprojekten eingreifen sollte.

    Die Beiträge im einzelnen sind: Qualitätssicherung in Pilotprojekten und Modellversuchen zur beruflichen Bildung: Die Rolle der wissenschaftlichen Begleitforschung von E. Behrendt und H. Kromrey, Evaluation - ein Thema bereits zu Beginn eines Modellversuchs? von Ch. Auer und D. Carstensen, Evaluationskonzept im Modellversuch IKTH -Informations- und Kommunikationstechniken im Handwerk von A. Maurus und M. Brater, Evaluation eines didaktischen Designs für selbstgesteuerte Weiterbildung von T. Jansen, Evaluation eines Lernprogramms für die CAD-Weiterbildung älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen - Design und erste Ergebnisse von M. Stöckl und G.A. Straka, Evaluation der Interaktion von H. Freibichler, Evaluation der Interaktion im Modellversuch COALA von Gerhard Stark, Prototypische Entwicklung von CAD-Lernprogrammen - Evaluation der Präsentation von D. Müller und M. Collet, Qualitätsbeurteilung von Lernsoftware durch Kriterienkataloge von A. Meier. Im Anhang finden sich Fragebögen u.a. zur Beurteilung von Lernprogrammen und eine Übersicht über die Modellversuche zum multimedialen Lernen.

    In der Reihe "Multimediales Lernen in der Berufsbildung” sind bereits erschienen: "Interaktive Medien für die Aus- und Weiterbildung, Marktübersicht, Analysen", "Computergestütze Aus- und Weiterbildung in der Warenwirtschaft", "Didaktik des computerunterstützten Lernens" und "Open Learning and Distance Education with Computer Support". (rr) 


    BLK Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 44 Medienerziehung in der Schule -Orientierungsrahmen - 1955 - 44 Seiten.

    Aus dem Vorwort: Ausgehend von der Tatsache, daß sich die Medienwelt als eigenständige "Erziehungs- und Bildungswelt” entwickelt, auf die besonders die Schule als klassisches System organisierter Bildung antworten muß, soll der Orientierungsrahmen Grundlagen, Anregungen und Hilfen dazu geben, daß in den Ländern in Anknüpfung an eigene Erfahrungen und Vorgaben eine wirksame und tragfähige Medienerziehung aufgebaut werden kann.

    Es werden Leitvorstellungen entwickelt, an denen sich die pädagogische Arbeit in der Schule orientieren kann. Darüber hinaus gibt der Orientierungsrahmen Hinweise für eine Einbeziehung medienpädagogischer Elemente in die Lehreraus- und -fortbildung sowie wie für die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und außerschulischen Partnern.

    Die zusammenfassenden Empfehlungen gliedern sich in vier Abschnitte.

    1. Forderung an Bildungspolitik und Bildungsplanung, im Bereich der Schule die Voraussetzungen für eine wirksame Medienerziehung zu verbessern.

    Durch u.a. -intensivere Nutzung der elektronischen Medien für das schulische Lernen, -Befähigung von Schülerinnen und Schülern zum verantwortlichen und kreativen Umgang mit Medien.

    2. Leitvorstellungen für den Aufbau und die Weiterentwicklung der Medienerziehung.

    u.a. Zusammenarbeit mit den Eltern und außerschulischen Einrichtungen, Vermittlung von Medienkompetenz als Bestandteil allgemeiner und beruflicher Bildung,

    3. Maßnahmen, die im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten von Bund und Ländern erwogen werden sollten, durch Förderung von:

    - Modellversuchen für unterschiedliche Konzepte der Medienerziehung

    - Vorhaben im Bereich der beruflichen Bildung mit dem Ziel, die Erfahrungen mit der Mediennutzung in der Berufswelt in Beziehung zu setzen zu den Medienerfahrungen des nicht beruflichen Alltags,

    - Vorhaben zur Erprobung der Nutzung von elektronischen Medien für Selbstlernverfahren, Selbstlernphasen und individualisiertes Lernen auf unterschiedlichen Bildungsstufen

    - Forschungsvorhaben, die sich mit der Wirkung elektronischer Medien auf das Lern- und Sozialverhalten befassen und die Wirkung medienpädagogischer Arbeit untersuchen.

    4. Sicherung von wichtigen Rahmenbedingungen für die schulische Medienarbeit durch die Länder:

    - Verankerung der Medienerziehung als fester Bestandteil des Unterrichts und der allgemeinen Bildung in den Lehrplänen,

    - Beratung und Unterstützung der Schulen durch Schulaufsicht und Schulträger,

    - Intensivierung der Lehrerfortbildung im Bereich Medienpädagogik, - Innovative Modellversuchsarbeit von Schulen zur Erprobung neuer Arbeitsansätze.

    Hrsg: Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung - Geschäftsstelle - Friedrich-Ebert-Allee 39, 53113 Bonn, T 0228/5402-0, F 0228/5402-150 (rr) 


    Bernd Bleckmann, Berdt de Boer, Manfred Stawitz, Fahrrad, Antriebstechnik und Computer, Standardsoftware als Denkwerkzeug beruflichen Lernens, Informationen für Ausbilder/innen und Trainingspaket

    hiba-Weiterbildung, Band 10/18, Oktober 1993, 62 Seiten, Preise: Broschüre: 14 DM, Diskette: 24 DM. Erhältlich im hiba-Verlag, Travelmannstr. 26/28, 23564 Lübeck, T 0451-792679 F 0451-792878

    Die Frage, was die Autoren bewogen habe, das ökologische Fortbewegungsmittel Fahrrad mit dem Computer als Gegenstand informationstechnischer Bildung in Verbindung zu bringen, beantworten sie gleich im Vorwort: "Wir haben uns entschieden, die Möglichkeiten der Tabellenkalkulations-Software (Excel - d. Verf.) gründlich vorzustellen, weil die Tabellenkalkulation ein vielfältig einsetzbares universelles Instrument zur Förderung des Lernens sein kann. Im Kern kann dieser Software-Typ besonders gut Zusammenhänge darstellen, dadurch unterstützt die Software vernetztes Denken. Insofern gibt es hier einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen informationstechnischer und ökologischer Bildung. Dieser Ausbildungsband enthält ein vollständiges Ausbildungsmodul, das auch berufsfeldübergreifend genutzt werden kann. Nach unserer Überzeugung ist die Lösung von Fachaufgaben ein guter Weg, computerunterstützes Lernen in der beruflichen Bildung einzusetzen. Gewiß ist dieser Weg computerunterstützten Lernens anstrengender als der Konsum vorgefertigter Lernsoftware, er ist aber auch lohnender. Das von uns gewählte Beispiel einer Fachaufgabe ist die Lösung eines Problems der Antriebstechnik bei Fahrrädern."

    Bevor wir uns das entwickelte "Trainingspaket" näher ansehen wollen, ein kurzer Blick auf die Zielgruppen: zunächst als Ausbildungsbaustein für die Zweiradmechanik und verwandte Berufe konzipiert, kamen die Autoren zur Erkenntnis, daß das Programm auch für die Berufsgrundbildung, das gesamte Berufsfeld Metall, aber auch etwa für das Fach Arbeitslehre an allgemeinbildenden Schulen geeignet sei.

    Für die praktische Durchführung empfehlen die Autoren, daß mindestens ein Fahrrad zu Demonstrationszwecken und auch für praktische Fahrversuche und für je zwei Auszubildende ein Computer bereitsteht. Dem Ausbildungspersonal empfehlen sie, das Trainingspaket in einem Probelauf selbst durchzuarbeiten, nachdem sie sich vorher mit der eingesetzten Tabellenkalkulations-Software Excel sowie dem Prinzip der Antriebstechnik bei Fahrrädern vertraut gemacht haben.

    Nun zum Trainingspaket: es besteht aus 5 Teilen mit 14 zu lösenden Aufgaben:

    Teil 1 - Klärung grundlegender Begriffe: Laufrad und Tabelle. (Handhabung eines Fahrradcomputers, Berechnung des dynamischen Radumfangs)

    Teil 2 - Einführung in die Handhabung einer Tabellenkalkulation

    Teil 3 - Berechnung von Kettentrieben mit einem Gang: Das BMX-Rad (Berechnung des Übersetzungsverhältnisses, der Entfaltung, d.h. des Weges, den ein Fahrrad pro Tretkurbel-Umdrehung zurücklegt, Berechnung der Geschwindigkeit)

    Teil 4 - Berechnung mehrgängiger Kettengetriebe: Rennrad und Mountain-Bike

    Teil 5 - Anpassung einer Kettenschaltung an individuelle Benutzer/innenbedürfnisse

    Der Band wird abgerundet durch interessante Tabellen, einem Inhaltsverzeichnis der Diskette sowie eine Literaturliste.

    Es handelt sich bei der Broschüre um ein schönes Beispiel für die "aufgabenorientierte Qualifizierungsmethodik" der 'Berliner Schule'. (vgl. auch die Bücherecke im Computer-Magazin Nr. 8 vom Dezember 1995). Allerdings halten wir die an mehreren Stellen der Broschüre geäußerte Skepsis gegenüber "vorgefertigter Lernsoftware" für nicht angebracht. Erstens gibt es mittlerweile hervorragende Beispiele für Lernsoftware, die auch in der Benachteiligtenförderung eingesetzt werden kann. Zum anderen sollte unserer Ansicht nach kein Gegensatz zwischen diesen Anwendungsbereichen konstruiert werden. (wsk)
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