Modellprojekte

Modellversuch 1
Einsatz neuer Technologien in der Berufsausbildung lernbehinderter Jugendlicher
Modellprojekt 2
Entwicklung und Erprobung von Lernangeboten zum Computereinsatz an hauswirtschaftlichen Berufs- und Berufsfachschulen (BLUMAC: Blumenthaler Mädchen am Computer)
Modellversuch 3
Elektronische Datenverarbeitung an landwirtschaftlichen berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz

Modellversuch 1

Einsatz neuer Technologien in der Berufsausbildung lernbehinderter Jugendlicher:

Ausbildung zum/zur Werkzeugmaschinenspaner/in (Drehen-CNC), zum/zur Werkzeugmaschinenspaner/in (Fräsen-CNC), Ausbildung je 42 Monate.

Laufzeit: 01.09.1988 - 31.12.1993

Modellversuchsträger:

A1:Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Frankfurt mit Zweigstelle Mittelhessen in Wetzlar. Das Bildungswerk war auch zuständig für den betrieblichen Teil des Modellversuches - 5 Betriebe im Raum Butzbach/Bad-Nauheim/Limburg-Weilburg beteiligten sich.

A2:Berufsbildungswerk Nordhessen, 34454 Arolsen (Ausbildungsleiter: Peter Schmidt); Berufsbildungswerk Südhessen, 61184 Karben (Ausbildungsleiter: Fritz Amann; Koordinator: Franz Reining)

Wissenschaftliche Begleitung: Gesamthochschule Wuppertal, FB 3, Prof. Dr. E.W. Kleber/Dipl. Psych. Roland Stein

Projektbegleitender Ausschuß: Unterausschuß 1 des Hessischen Landesausschusses für Berufsbildung

Finanzierung: Bundesinstitut für Berufsbildung und Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Europaangelegenheiten, Wiesbaden.

Förderzeichen des BIBB: D 1060.00

Der Modellversuch beschäftigte sich mit Lernbehinderten, die im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes nach §48 BBiG/§42b HwO ausgebildet werden können. Zur Ausgangssituation des Modellversuches: "Nach Inkrafttreten der Neuordnung der industriellen Metallberufe bestand die Frage, inwieweit die bestehenden Berufsbilder nach §48 Berufsbildungsgesetz im Metallbereich den neuen anerkannten Ausbildungsordnungen angepaßt werden müßten. Eine Überarbeitung der bundeseinheitlichen Ausbildungsempfehlungen für Ausbildungsgänge nach §48 Berufsbildungsgesetz unter Berücksichtigung der modernen industriellen Realität wurde mit Blick auf die Arbeitsmarktchancen für unverzichtbar gehalten.. Weiterhin war es notwendig, die Möglichkeiten zu klären, unter welchen Bedingungen wie viele Auszubildende der Untersuchungsgruppe zum Facharbeiter nach §25 BBiG qualifiziert werden können." (Berufssbildungsbericht 1995, Seite 79).

Im Rahmen des Modellversuches wurden insgesamt 3 Jahrgänge ausgebildet - 94 Teilnehmerinnen und Teilnehmer [betrieblich 28, außerbetrieblich 66] waren in der Ausbildung, davon brachen 19 die Ausbildung wieder ab. Bemerkenswert ist, daß 5 Teilnehmer im Verlauf der Ausbildung in den Regelberuf "Zerspanungsmechaniker" nach §25 BBiG wechseln konnten und weitere 5 Auszubildende nach erfolgreicher Prüfung "Werkzeugmaschinenspaner" ein Ausbildungsjahr anschlossen, um die Prüfung nach §25 zu erreichen.

Die im Rahmen des Modellversuches in Ausbildung befindlichen Lerner waren repräsentativ für die Gruppe der "Lernbehinderten" in ihrer gesamten Streubreite: Sonderschule für Lernbehinderte (SfL) ohne Abschluß (7,2%), SfL mit Abschluß (22,7%), SfL ohne Abschluß plus Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) (22,7%), SfL mit Abschluß plus BVJ (20,6%), Hauptschule ohne Abschluß (7,2%), Hauptschule ohne Abschluß plus BVJ (7,2%), Hauptschule mit Abschluß (12,4 %). Die Teilnehmer mit Hauptschulabschluß wurden von der Arbeitsverwaltung als "lernbehindert" beschrieben und kamen so in die Ausbildung.

In der Frühpase des Modellversuches nahmen alle Ausbilder an einem einwöchigen Seminar "CNC-Grundlagen" teil, auf dem das Fraunhofer-Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation das von ihm entwickelte Konzept CLAUS (CNC-Lernen-Arbeit-und-Sprache) vorstellte. Im Mittelpunkt der CNC-Grundlagenausbildung nach CLAUS steht das Handlungslernen an berufstypischen Aufgabenstellungen. Tätigkeitsorientierte Aneignungslogik drückt sich in gestuften ganzheitlichen Lernaufgaben aus. Im Unterschied zu herkömmlichen Methoden will CLAUS neue Wege des Lernens erschließen, die von den Erfahrungen des praktischen Handels ausgehen und sich auf die lernfördernde Wirkung der Sprache stützen. Lautes Sprechen und Beschreiben der Tätigkeiten führt zu einer allgemeinen Aktivierung und fördert so die dauerhafte Aneignung. Verbalisieren setzt immer eine gedankliche Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand bzw. Lerninhalt voraus und führt somit zu einer Vertiefung des Wissens und Könnens. CLAUS hatte einen beträchtlichen Einfluß auf die Entwicklung eines didaktisch-methodischen Konzepts im Modellversuch. Dazu später mehr.

Prüfungsergebnisse: Die Zwischenprüfung wurde von 80, die Abschlußprüfung von 76 Auszubildenden absolviert. Zwei Auszubildende bestanden die Abschlußprüfung nicht.

Dieses traumhafte Ergebnis ist sicher zu einem nicht unerheblichen Teil auf die optimale Vorbereitung und Durchführung des Modellversuches zurückzuführen, wie den vorbildlichen Transfer-Dokumenten leicht zu entnehmen ist.

Rechtliche Rahmenbedingungen:

Ein bereits vor Beginn des Modellversuches konzipierter Rahmenlehrplan "Werkzeugmaschinenspaner" wurde im Projektverlauf von der weiter bestehenden Rahmenlehrplan-Kommission evaluiert und überarbeitet.

In gemeinsamer Arbeit von Berufsbildungswerken und Wissenschaftlicher Begleitung wurden Ausbildungsordnungen mit Ausbildungsrahmenplänen der Vorstudie evaluiert und überarbeitet und in Ergänzung dazu Lernweg-Leit-Pläne konzipiert und ausgearbeitet . Diese Dokumente sind dem Abschlußbericht beigefügt.

Der Lernweg-Leit-Plan bietet für alle sieben Ausbildungshalbjahre einen kompletten Aufgabenapparat inklusive ausbildungsmethodischer Handreichungen. Dieser Plan ist dabei so gestaltet, daß er nicht nur Ausbildern, sondern ebenso den Auszubildenden als Handreichungsapparat und Orientierung dienen kann.

Aufgrund der großen Bedeutung der Ausbildung in den neuen Technologien wurden anhand der vorliegenden Konzepte und Aufgabenapparate im CNC-Bereich zwei Broschüren für CNC-Fräsen und CNC-Drehen erstellt. Diese sollen sowohl der Öffentlichkeitsarbeit dienen als auch Ausbildern außerhalb des Modellversuches als Handreichung zur Verfügung gestellt werden. Beide Broschüren wurden parallel zu den Abschlußberichten vorgelegt.

Lernbehinderte an computergesteuerten Werkzeugmaschinen?

Vor dem Hintergrund, daß lernbehinderte Auszubildende eine vergleichsweise geringer entwickelte Fähigkeit zum abstrakten Denken, Defizite aus vorangegangener Schulbildung und Auffälligkeiten im Sozialverhalten, die Lern- und Kommunikationsprozesse erschweren, aufweisen, sind die Erfolge des Modellversuches umso erfreulicher. Die genannten Problemstellungen wurden durch folgende Maßnahmen angegangen: praxisorientierte Ausbildung; günstiges Betreuungsverhältnis; ausbildungsbegleitende Hilfen in Form von Stütz- und Förderunterricht, Sozialtraining, Konzentrationstraining; ein methodisches Konzept, das eingangs stark ausbilder- und anleitungszentriert ausgerichtet war und mit fortschreitender Ausbildung zu eigenständigem und selbstverantwortlichem Handeln befähigte; eine individuell und flexibel am Einzelnen ausgerichtete Betreuung; Einbindung der in den Berufsbildungswerken angesiedelten Staatlichen Berufsschule.

Der Start der CNC-Ausbildung wurde im Verlauf des Modellversuches auf Vorschlag der Ausbilder vom 5. auf das 4. Ausbildungshalbjahr vorgezogen. Der Grund war, eine ausreichende Zahl von Ausbildungsstunden zu erreichen, oganisationstechnisch mehr Planungsfreiheit zu haben sowie Lernschwächeren verstärkt Lernschleifen anbieten zu können. Zur Erreichung der Ausbildungsziele wurde ein Vier-Phasen-Konzept entwickelt, das so gestaltet ist, daß Schwierigkeitsgrad der Aufgaben und Kompetenz der Auszubildenden mit jedem Abschnitt wachsen. Lernorte sind der PC-Schulungsraum mit Simulationsarbeitspätzen, die CNC-Maschine, der Meßplatz. Für die Vermittlung der CNC-Inhalte wurden mindestens 600 Stunden vorgesehen. Was die Durchführung angeht, so wird nach Abschluß des Modellversuches eine in die konventionelle Ausbildung integrierte Vermittlung gegenüber vierwöchigen Blocks bevorzugt, aus Gründen der Konzentrationsfähigkeit, Motivation und der Gefahr des "Vergessens". Zielkompetenzen werden an Hand einer Zusammenstellung aus Einzelübungen, Projekt- und Auftragsarbeiten angestrebt. Es obliegt der Gruppe und dem Ausbilder, ob die jeweils vorgesehene Übung als

SEA (selbstgesteuerte Einzelarbeit)

GEA (gruppengeplante Einzelarbeit) oder

GRA (Gruppenarbeit ) durchgeführt wird.

Entsprechend der Zielsetzung eines höchstmöglichen Abschlusses ist die Ausbildung weitgehend individuell gestaltet. Im Einzelfall kann über die Inhalte des 4-Phasen-Modells hinausgegangen werden. Eine Übergangsmöglichkeit vom Ausbildungsgang Werkzeugmaschinenspaner nach §48 BBiG zum Regelberuf "Zerspanungsmechaniker" nach § 25 BBiG während der vorgesehenen Ausbildungszeit wird offengehalten.

Im Rahmen des Modellversuches wurde ein Methodenapparat geschaffen, der ein weitgehend selbstgesteuertes Lernen ermöglicht. Elemente dazu sind die Selbstbewertung der Auszubildenden sowie das Erstellen von Arbeits-Ablauf-Plänen. Die Leittextmethode wurde auf Grund der mangelnden Bereitschaft der Auszubildenden, mit umfangreicherem schriftsprachlichen Material zu arbeiten, wieder verworfen. Weit erfolgreicher war der Einsatz von Lern-Leit-Karten. Erprobt wurden "Anweisungs-Karten", "Funktions-Karten" sowie "Lücken-Karten".

Anweisungskarten geben Teilschritte vor, bei Funktionskarten kann es sich um dazwischengeschobene Comicbilder handeln, die zu Denkprozessen anregen - etwa "Habe ich auch alle Schritte bedacht?", Lückenkarten sind Platzhalter für bestimmte Lernkarten und somit Aufforderung, den fehlenden Handlungsschritt darzustellen. Auch wurden Kartensätze gemischt, um sie ordnen zu lassen. In einer Ausbildungsstätte wurden Kartensätze individuell mit den Auszubildenden erarbeitet.

Weitere wichtige methodische Elemente waren Gruppengespräche mit Ausbilder und Auszubildenden (Strukturierungsrunden ca. alle 3 Monate sowie die Wochenplanungs-Gespräche).

Der erfolgreiche Verlauf des Modellversuches wird im Berufsbildungsbericht 1995 wie folgt gewürdigt: "Für den Großteil der Auszubildenden konnte ein Ausbildungsstand erreicht werden, der das Schreiben einfacher sowie auch das Verstehen durchaus komplexerer CNC-Programme gestattet. Die überwiegende Mehrheit erlernte durch die Arbeit unter Produktionsbedingungen das Maschinen-Handling, vor allem wesentliche Kompetenzen wie Arbeitsschritt-Organisation, Qualitätskontrolle, Fehlersuche und -behebung." (wsk)

(Ich danke Herrn Karl-Heinz Schindler [Geschäftsführer] und Herrn Fritz Amann [Ausbildungsleiter] vom Berufsbildungswerk Südhessen für die freundliche Überlassung des Abschlußberichtes der beiden BBWs zum Modellversuch sowie weiterer Unterlagen. Kontakt: BBW Südhessen, Am Heroldsrain 1, 61184 Karben, Telefon 06039-482-0 Telefax 06039-482-199. Das Bundesinstitut für Berufsbildung plant die Veröffentlichung einer ausführlichen Dokumenatation und Bewertung des Modellversuches)


Modellprojekt 2

Entwicklung und Erprobung von Lernangeboten zum Computereinsatz an hauswirtschaftlichen Berufs- und Berufsfachschulen (BLUMAC: Blumenthaler Mädchen am Computer)

Laufzeit: 01.11.1986 - 30.04.1990/K0819

Institutionen:

A-Schulischer Teil: Schulzentrum des Sekundarbereiches II Blumenthal, Berufliche Schulen für Hauswirtschaft und Sozialpädagogik, Bremen.

B-Wissenschaftliche Begleitung: diese wurde von drei Fachleitern des Wissenschaftlichen Instituts für Schulpraxis in Bremen, dem Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst sowie zwei Mitarbeitern des Schulzentrums Blumenthal durchgeführt.

Adressaten: Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft - 150 SchülerInnen aus den Schulformen Ausbildungsvorbereitungsjahr mit beruflicher Grundbildung, Berufsgrundbildungsjahr sowie Berufsfachschule mit berufsqualifizierendem Abschluß Hauswirtschaft.

Ziel des Modellversuches war es, durch Integration informationstechnischer Inhalte in bestehende Lehrpläne hauswirtschaftlicher Berufsschul- und Berufsfachschulklassen und Entwicklung von Unterrichtseinheiten und entsprechenden Materialien unter Berücksichtigung des Einsatzes der Neuen Technologien die Tendenz zunehmender Technisierung speziell im hauswirtschaftlichen Bereich zu berücksichtigen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung wurden Interviews mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Befragungen von Schülerinnen und ehemaligen Schülerinnen durchgeführt. Ein Ergebnis der wissenschaftlichen Begleitung war, daß die Einstellungsänderungen der Lehrer und Lehrerinnen zu den Neuen Technologien weitgehend aus der praktischen Arbeit im Unterricht und ihrer Vorbereitung zu erklären und weniger auf organisierte Lehrerfortbildung zurückzuführen seien. Eine eher distanzierte Haltung bleibe jedoch weiter bestehen.

Ergebnisse: informationstechnische Inhalte wurden in die Lehrpläne eingeplant, wobei die EDV projektartig sowohl im berufsbezogenen als auch im allgemeinbildenden Bereich (BWL, Mathematik, Politik) eingesetzt werden sollte.

Neben der Umrüstung eines Klassenraumes zum EDV-Fachraum wurden in den Lehrküchen vier portable Rechnereinheiten incl. Drucker aufgestellt, um den direkten Bezug zur hauswirtschaftlichen Praxis herzustellen.

Neben hauswirtschaftlicher Branchensoftware wurde auch Mathematikprogramme und Standard-Anwendersoftware eingesetzt. Als Materialien wurden zu den verschiedenen Unterrichtseinheiten wie Nährwertberechnung, Rezeptverwaltung, Lagerhaltung etc. Arbeitsblätter und Dokumentationen erstellt.

Transfer: Neben der Erstellung von 3 Veröffentlichungen und Vorstellung des Modellprojektes auf Seminaren und Tagungen lag der Schwerpunkt auf der Fort- und Weiterbildung von Berufsschullehrern - neben individuellen Einführungen in die Hard- und Software wurde eine halbjährige Computer-Fortbildung konzipiert. Die Weiterbildung bestand auch im Besuch überregionaler Tagungen, der Hochschultage in Berlin sowie einer Informatik-Tagung mit dem Titel: "Frauenwelt-Computerräume". (wsk)

(Eine ausführliche Beschreibung des Modellversuches findet sich in: Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung: Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 35: Modellversuche "Neue Informations- und Kommunikationstechniken in der Beruflichen Bildung", Bericht über die Auswertung; von Gerhard Faber und Franz-Josef Kaiser, Bonn 1993. In diesem Buch werden insgesamt 28 Modellprojekte vorgestellt, die zwischen 1980 und 1990 stattfanden)


Modellversuch 3

Elektronische Datenverarbeitung an landwirtschaftlichen berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz

Laufzeit: 01.01.1984-31.12.1987/K0233.00

Institutionen:

A-Schulischer Teil: Der Modellversuch erstreckte sich auf 7 Berufsschulen (14 Fachklassen), 8 Fachschulen (10 Fachklassen) 1 Berufsfachschule (1 Fachklasse) und eine Berufsaufbauschule (1 Fachklasse) an den Standorten Altenkirchen, Bad Kreuznach, Oppenheim, Trier, Neustadt a.d.W., Simmern, Bitburg und Kaiserslautern.

B-Die Wissenschaftliche Begleitung bestand in einer pädagogischen Begleitung durch das Staatliche Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung in Rheinland-Pfalz (SIL), Speyer, und einer fachlich-inhaltlichen Begleitung durch das Staatliche Seminar für landwirtschaftliche Lehr- und Beratungskräfte Rheinland-Pfalz, Emmelshausen.

Adressaten: 416 Schülerinnen und Schüler des Berufsfeldes Agrarwirtschaft (Landwirtschaft, Weinbau, Gartenbau)

Zielsetzung: Ziel des Modellversuches war die Entwicklung und Erprobung von Modellen für den berufsbezogenen EDV- und BTX-Einsatz in landwirtschaftlichen berufsbildenden Schulen, um eine praxisnahe Ausbildung im betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Bereich zu gewährleisten, da die Neuen Technologien auch in diesem Bereich zunehmend Einzug gehalten haben.

Ergebnisse und Empfehlungen:

EDV-bezogene Lernziele als berufsqualifizierende Anforderungen sollen in die Lehrpläne integriert werden. Für alle Schulformen wird die Vermittlung einer informationstechnischen Grundbildung (ITG) mit primär anwendungsbezogenen und sekundär programmiertechnischen Aspekten empfohlen. Aufgrund der Ergebnisse des Modellversuches wurden 16 Schulstandorte mit Computer-Räumen ausgestattet. Die auf dem Markt vorhandene kommerzielle Software wie "EDV-Düngeplanung", "Sauenplaner", "Ackerschlagkartei" wurde in Zusammenarbeit mit den Software-Häusern teilweise überarbeitet und reduziert.

Lern- und Lehrstrategien:

Aufgrund des zu erwartenden begrenzten Vorwissens und der engen Zeitvorgabe bietet sich der darstellende Frontalunterricht an, wobei jedoch erarbeitende Sozialformen wie das Unterrichtsgespräch und Partnerarbeit eingesetzt werden sollen. Neben dem Fachlehrer sollte eine weitere Person zur effizienten Ausgestaltung des EDV-gestützten Unterrichts zur Verfügung stehen. Zur Einführung in die EDV bestehen folgende Unterrichtskonzepte:

-Theorie- und Praxisteil sachlich und zeitlich verzahnen

-erst Vermittlung der theoretischen Grundlagen und dann praktische Übungen innerhalb eines Kurses

-Trennung von theoretischem Grundkurs und praktischen Schülerübungen und Verlagerung der DV(Datenverarbeitung)-Anwendung in die einzelnen Unterrichtsfächer.

Der PC-Einsatz im Unterricht ermöglicht eine stärkere Fächerinterdisziplinarität, sodaß es sich anbietet, in den verschiedenen Schulformen Übungsbetriebe zur Durchführung von Praxissimulationen zu entwickeln. Der EDV-Einsatz ermöglicht z.B. den Datentransfer produktionstechnischer Daten in betriebswirtschaftliche Programme.

Transfer: für den Bereich der Fort- und Weiterbildung der Berufsschullehrer wurden Dokumentationen zu den eingesetzten Computer-Programmen erstellt, am staatlichen Seminar in Emmelshausen werden Grund- und Anwenderkurse angeboten. Geplant ist die Vermittlung von informationstechnischen Grundlagen am Studienseminar. (wsk)

(Die Bescheibung folgt ebenfalls dem Heft 35 der BLK-Kommission aus dem Jahre 1993)




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