Telekommunikation

Berufsschulunterricht via Computer und Telefonleitung

Mailboxszene

Mailbox des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW)
Die "pc-profi-Mail"
bibbmail vorbereitet für Datenbankzugriff

Berufsschulunterricht via Computer und Telefonleitung

Ein Modellprojekt aus den Niederlanden

"4 Tage in der Schule - 1 Tag zu Hause - Telekommunikation in der Berufsschule" war der Titel eines Vortrags von Alex J. C. van Strijp aus Tilburg, den er im Rahmen des 7. Bundeskongresses der Bildstellen und Medienzentren (16.-18. Oktober 1995 in Mainz) hielt. Herr van Strijp ist Berufsschuldirektor am "Centrum vor Ondernemersonderwijs" (Zentrum für kaufmännische Ausbildung) in Tilburg, an dem Ausbildung in kaufmännischen/wirtschaftlichen Berufen stattfindet und in das eine Hotelfachschule integriert ist.

Zwischen 1991-1993 nahmen 60 Schüler und Schülerinnen des Zentrums an diesem Modellprojekt teil, das vom niederländischen Verkehrsministerium initiiert und finanziert wurde. Hintergrund war die Überlegung, ob angesichts katastrophaler Verkehrsverhältnisse vor allem in den größeren Städten die Telekommunikation Entlastung bringen könnte, indem Ausbildung (und Arbeit) teilweise nach Hause verlagert würden und die beteiligten Personen aus diesem Grund nicht fahren müßten.

Zum Ablauf des Modellprojektes: alle 60 Beteiligte erhielten einen Computer und entsprechende Datenfernübertragungseinrichtungen (Modem) nach Hause. Es wurde eine Mailbox eingerichtet, in der Unterrichtsmaterialien und die Hausaufgaben gespeichert waren und über die die Schülerinnen und Schüler untereinander und mit den Lehrern Kontakt aufnehmen konnten. Über die Mailbox war darüber hinaus der Zugang zu Datenbanken möglich. Der Tagesablauf war so geregelt, daß die Beteiligten um 8.00 Uhr die Hausaufgaben und das Begleitmaterial aus der Mailbox abholen mußten. Gegen 12 Uhr mußten sich die Teilnehmer zu Kontrollzwecken zurückmelden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war bald eine ausgeprägte Kommunikationsfreude der Schüler festzustellen, die Entwicklung der sozialen Kontakte über die Mailbox war erfreulich.

Im Abschlußbericht zum Modellprojekt wurden negative und positive Aspekte festgehalten:

Als negativ wurde das unterschiedliche Arbeitstempo der Beteiligten eingeschätzt, Tele-Lernen sei sehr zeitaufwendig, Probleme habe es mit der Selbstdisziplin der Schüler gegeben, Rückmeldungen seien im Klassenraum naturgemäß schneller zu realisieren.

Als positiv wurde eingeschätzt, daß das Unterrichts- und Begleitmaterial besser strukturiert sei. Die Arbeitsergebnisse seien vergleichbar mit denen der traditionellen Unterweisung. Viele Schülerinnen und Schüler hätten intensiver gearbeitet, oftmals bis in die Nacht hinein. Die Interaktion habe auch ihren sozialen Zweck erfüllt. Die Schülerinnen und Schüler könnten jetzt besser mit dem PC umgehen.

Ein mögliches Fazit des Modellprojektes war, eine Mischung der Lehr- und Lernmethoden anzustreben etwa in der Form, ein Thema traditionell einzuführen und anschließend online daran weiterzuarbeiten.

Um Tele-Lernen erfolgreich zu praktizieren, müßten die folgenden 3 Bedingungen erfüllt sein:

Alle Beteiligten müßten dahinterstehen. Dies zielt unter anderem auf die bei Telekommunikation veränderte Lehrerrolle ab. Herr van Strijp konnte in diesem Zusammenhang darauf verweisen, daß 'sein' Lehrerkollegium sehr jung und gegenüber den Neuen Technologien aufgeschlossen sei.

Tele-Lernen könne nur Schritt für Schritt eingeführt und durchgeführt werden.

Der Bezugspunkt für Tele-Lernen müsse der pädagogische Prozeß sein und bleiben. Tele-Lernen ersetze nicht den traditionellen Ansatz, sondern könne ihn ergänzen.

Die finanziellen Mittel für ein solches Projekt müßten zur Verfügung stehen.

Insgesamt überwogen die positiven Ergebnisse des Modellprojektes, sodaß ab dem Schuljahr 1996/97 einige Elemente in den normalen Unterrichtsbetrieb übernommen würden:

Durch die Reduzierung der 50-Minuten-Einheiten auf 40-Minuten-Einheiten könnten die ersten beiden Schulstunden für Selbststudium freigehalten werden. Geplant sei, daß die Schülerinnen und Schüler diese Zeit entweder am häuslichen PC verbringen und dort online-Arbeiten erledigen oder zur Schule kommen und diese zwei Stunden im "Open Learning Center" - eine Art Selbstlernzentrum - verbringen. Dieses Selbstlernzentrum existiert bereits, ist bis abends um 23.00 Uhr geöffnet und mit PCs ausgestattet. Im Selbstlernzentren stehen Lehrerinnen und Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nach Ablauf des Modellprojektes wurden Überlegungen formuliert, die zu einer neuen pädagogischen Konzeption führen können:

-die individuellen Bedürfnisse der am Lernprozeß Beteiligten müßen berücksichtigt werden

-es müßte eine stärkere Differenzierung erreicht werden - dazu sollte das Unterrichtsmaterial modular aufgebaut sein - zu jedem Thema müßten ergänzende Materialien erstellt werden

-die Lehrer(innen)-/bzw. eine Bereichskonferenz könnten entscheiden, welche Teile des Lehrstoffes zu Hause und welche in der Schule zu bearbeiten wären.

-Hausaufgaben müßten stärker vorstrukturiert werden

-die Verbesserung der Ergebnisse sei der Leitgedanke

-die Lehrer(innen)rolle müsse gegenüber der im Modellprojekt überdacht werden - die Anzahl der "contact periods" (reine online-Stunden) müsse verringert werden zugunsten von mehr "guidance periods" (Stunden, in denen die Schülerinnen und Schüler angeleitet arbeiten).

Das Modellprojekt hat mittlerweile europaweit Beachtung gefunden.(wsk)


Mailboxszene

Mailbox des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW)

Die Glamus - Gesellschaft für moderne Kommunikation mbH, Auguststr. 1, 53229 Bonn hat eine Mailbox eingerichtet. Glamus ist bekannt geworden als Software-Entwickler für verschiedene Bundesministerien und andere Bundesbehörden. Wir erinnern an die Programme "Auf dem Weg nach Europa" oder das in dieser Ausgabe vorgestellte Programm "Gesetzgebung zum Mitmachen".

Im Rahmen des Mailbox-Netzes "SOCIETY" ist Glamus im Closeforum 9121 zu erreichen.

Kernpunkt des Angebotes sind die von Glamus entwickelten Spiele. Diese können direkt aus der Box "downgeloaded" werden. Neben diesen Spielen bietet die Mailbox das Angebot: "Support, Hotline und Hilfestellungen".

Bei einem 'Besuch' in der Mailbox war zu erfahren, daß Glamus an einem neuen Spiel arbeitet - Titel: "Das Sparschweinspiel". Man darf gespannt sein.

Neben sechs Einwahlmöglichkeiten in Berlin (u.a. analog: 030-3047299 und ISDN: 030-30491500) sind in 12 weiteren Städten Einwahlmöglichkeiten gegeben: z.B. Hamburg (040-8223022), Hannover (0511-4869315), Bonn (0228-353045), München (089-788470), Nürnberg (09103-947) (wsk)

Mailbox der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)

Unter der Nummer 0228-515280 ist in Bonn die Mailbox der Bundeszentrale für politische Bildung zu erreichen, die seit kurzem durchgehend 24 Stunden am Tag angewählt werden kann. SysOp: Manfred Klass.

Aus der Themenübersicht:

Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, daß auch einige Landeszentralen für politische Bildung Mailboxen unterhalten. So zum Beispiel die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, die unter der Nummer: 07125-152138 zu erreichen ist. (wsk)


Mailbox des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW)

Das IW Köln, das u.a. im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit die Datenbank KURS DIREKT anbietet, ist mit einer eigenen Mailbox auf der Datenautobahn gestartet. KURS DIREKT ist mit dabei. Interessierte können miteinander in der Mailbox kommunizieren, Unternehmen spezielle Weiterbildungswünsche äußern und Dozenten ihren Service veröffentlichen.

Ein Mitarbeiter des Arbeitskreises Computer hat sich als Pilotnutzer der Mailbox eintragen lassen.

Im einzelnen bietet KURS DIREKT zur Zeit (Ende November 1995) folgende Schwarze Bretter/Informationsforen in der Mailbox an: 1. Messe- und Veranstaltungskalender, 2. Tips zu Technik und Recherche, 3. Software- und Datenaustauschbörse, 4. Seminarwünsche, 5. Dozenten-/Trainerbörse, 6. Diskussionsforum. Mit dem Paßwort für die Mailbox erhalten die Nutzer auch die Zugriffmöglichkeit auf alle IW-Datenbanken und eine E-Mail-Funktion, mit der sie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Nachrichten und Daten direkt auf den PC schicken können. Bis 04. Dezember hatten sich ca. 190 Pilotnutzer/innen in der Mailbox eingetragen.

Nähere Informationen gibt es unter Telefon 0221-3765534. (wsk)

(Quelle: KURS DIREKT aktuell, Ausgabe 4/1995 sowie eigene Recherche in der Mailbox)


Die "pc-profi-Mail"

Die Mailbox pc-Profi-Mail wird von der "Deutscher Sparkassenverlag GmbH" (kurz DSV) in Stuttgart betrieben.

Die Anwahlnummern der Mailbox:

ISDN-Anschluß: 0711-7822856

Modem bis 28.800: 0711-7822262

Modem bis 14.400: 0711-7821166

Datex-P über die NUA: 45711020785

Beim Besuch in der Mailbox kann ein Antragsformular mitprotokolliert werden. Diese Formular sollte ausgefüllt und an den DSV geschickt werden. Nach kurzer Zeit wird die "Nutzerkennung" und ein Passwort zugesandt.

Die Mailbox dient der Verbreitung von Informationen im Bereich schulischer Bildung und bietet:

Ein wichtiger Schwerpunkt der Nachrichten an den z.Zt. 30 Brettern sind Wirtschaftsinformationen. So beliefert die Datenbank der Neuen Züricher Zeitung regelmäßig u.a. die Bretter BUSINESSWORLD (Wirtschaftsinfos aus dem Ausland) oder das Brett EU-NACHRICHTEN (Informationen der Europäischen Kommission). Auch das Handelsblatt und die Stuttgarter Zeitung liefern Informationen für das Brettsystem.

Weitere Themen des Brettsystems sind "Presse-Informationen des Umweltbundesamtes", "wöchentlicher Pressedienst", "Informationen Bildungswesen", "Shareware-Spiel des Monats", Diskussionsforum zur Spieledatenbank der Bundeszentrale für politische Bildung "Search & Play", "Informationen über das Internet".

In der Mailbox finden wir auch viele Informationen, die mit dem "Planspiel Börse" in Zusammenhang stehen. Dieses "Wertpapiertraining" der Sparkassen-Organisation wird jetzt im 13. Jahr bundesweit durchgeführt und immer beliebter. Über 41000 Spielgruppen - vorwiegend aus allgemein- und berufsbildenden Schulen - wurden am 7. November 1995, der offiziellen Halbzeit des Planspiels gezählt. (Nachricht Nr. 16 am Brett PB.INFO vom 08.11.1995). Für dieses Spiel sind außerdem die Bretter "Brancheninformationen", "Gewinner und Verlierer der Woche", "Aktuelle Infos zum Spielverlauf", "Aktuelle Kassakurse", "Tägliche Vorbörse" und "Tägliche Nachbörse" eingerichtet. Das Ende des Planspiel Börse ist auf den 08. Dezember 1995 terminiert.

Die regelmäßige Belieferung des Brettsystems animiert zu einer regelmäßigen Anwahl der Mailbox.

Im Verzeichnissystem finden wir unter anderem "Aktuelle Kassakurse - Planspiel Börse 1995", "pc-profi-Programme", "Medien für die Sekundarstufe II", "Unterrichtseinheiten Umweltschutz", "Public Domain Programme des Umweltbundesamtes", "Informatik und Computer in der Schule" . 32 Verzeichnisse stehen zur Zeit zur Verfügung. (wsk)


bibbmail vorbereitet für Datenbankzugriff

In der Mailbox des Bundesinstitutes für Berufsbildung (bibbmail) sind jetzt die technischen Voraussetzungen (LAN) für den Datenbankzugriff auf BIBB-Datenbanken geschaffen. Geplant ist der Zugriff auf die Literaturdokumentation Berufliche Bildung. Diese enthält ca. 25000 Nachweise für den Zeitraum 1988-1994. Am Aufbau dieser Datenbank sind und waren beteiligt: BIBB, IAB, Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung/München, Landesinstitut für Schule und Weiterbildung/Soest, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung/Pädagogische Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschulverbandes in Frankfurt/M. Der Zugriff auf diese Datenbank hat sich - nach Mitteilung von Klaus Meyer - etwas verzögert. Zu Versuchszwecken ist in der bibbmail jetzt zunächst der Zugriff auf die interne BIBB-Datenbank "VERZ - Das bibbmail-Verzeichnissystem komplett" eingerichtet worden. Diese Datenbank ist mit dem bibbmail-Befehl DA BIBBDB* zu erreichen. (wsk)

(Quellen: bibbmail sowie eine Meldung in BIBB aktuell, Beilage zur Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis Nr. 4/1995)




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